Diabetes-Wearable, Erstes

Diabetes-Wearable: Erstes 2-in-1-System misst Glukose und Ketone

Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Abbotts Libre Duo 10 Day misst Glukose und Ketone kontinuierlich. Das System soll die Früherkennung gefährlicher Stoffwechselentgleisungen verbessern.

Abbott erhält FDA-Zulassung für Glukose- und Keton-Sensor
Ein heller, steriler Behandlungsraum in einer medizinischen Praxis mit Fokus auf eine klinische Arbeitsfläche. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Überwachung von Stoffwechsel-Biomarkern zeichnet sich ein signifikanter technologischer Wandel ab. Die Integration verschiedener Messparameter in ein einzelnes Wearable-System markiert einen Fortschritt in der präventiven Versorgung von Patienten mit Diabetes.

Mit der Zulassung des Libre Duo 10 Day durch die US-Arzneimittelbehörde FDA Ende August 2026 wurde erstmals ein System autorisiert, das sowohl Glukose als auch Ketone kontinuierlich erfassen kann. Diese Entwicklung reagiert auf den medizinischen Bedarf an einer engmaschigeren Überwachung zur Vermeidung schwerwiegender Komplikationen.

Funktionsweise und Spezifikationen des neuen 2-in-1-Systems

Das von Abbott entwickelte System stellt den ersten verfügbaren Sensor dar, der als sogenanntes 2-in-1-CGM (Continuous Glucose Monitor) fungiert. Das Wearable ermöglicht es Diabetikern ab einem Alter von zwei Jahren, zwei für den Stoffwechsel kritische Werte simultan zu beobachten. Technisch ist das Gerät auf eine Tragedauer von 10 Tagen ausgelegt, nach denen der Sensor gewechselt werden muss.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die primär auf die Überwachung des Blutzuckerspiegels fokussiert sind, erweitert die zusätzliche Keton-Messung das diagnostische Spektrum erheblich. Die kontinuierliche Erfassung erfolgt dabei direkt über das Wearable, wobei der Zugang zum System an eine ärztliche Verschreibung gebunden bleibt.

Fachleute sehen in dieser kombinierten Technologie einen wichtigen Schritt, um die Datenlage für Patienten und behandelnde Mediziner zu verbessern, ohne dass mehrere separate Geräte oder invasive Einzelmessungen erforderlich sind.

Medizinische Relevanz bei steigenden Fallzahlen von diabetischer Ketoazidose

Die Notwendigkeit für eine kontinuierliche Keton-Überwachung wird durch klinische Daten der letzten Jahre unterstrichen. Statistiken verdeutlichen, dass die Krankenhauseinweisungen aufgrund einer diabetischen Ketoazidose (DKA) in den vergangenen zehn Jahren um 55 % gestiegen sind. Die DKA stellt eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung dar, die infolge eines schweren Insulinmangels zu einer Übersäuerung des Blutes führt.

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Insbesondere für Personen mit Typ-1-Diabetes stellt das Risiko einer DKA eine dauerhafte Herausforderung dar. Die bisherige Praxis der punktuellen Messung von Ketonen im Urin oder Blut wird durch die kontinuierliche Überwachung ergänzt, was eine frühzeitigere Intervention ermöglichen soll.

Experten weisen darauf hin, dass die Überwachung von Keton-Werten nicht nur bei absolutem Insulinmangel, sondern auch bei Infektionen oder anderen Stressfaktoren für den Organismus entscheidend sein kann, um eine Eskalation des Krankheitszustandes zu verhindern.

Bedeutung der präventiven Überwachung bei modernen Therapieformen

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Ein weiterer Aspekt, der die Einführung kombinierter Überwachungssysteme vorantreibt, ist der Einsatz moderner Medikation in der Diabetes-Therapie. In klinischen Beobachtungen wurde festgestellt, dass die Verwendung von SGLT2-Inhibitoren mit einem Risiko für eine euglykämische Ketoazidose verbunden sein kann. Dabei handelt es sich um eine Form der Stoffwechselentgleisung, bei der die Keton-Werte gefährlich ansteigen, während der Blutzuckerspiegel nahezu im Normalbereich bleibt.

In solchen Fällen reicht eine reine Glukosemessung nicht aus, um die Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Die nun verfügbare Technologie bietet hier eine zusätzliche Sicherheitsebene. Durch die gleichzeitige Betrachtung beider Parameter können Patienten und Ärzte Trends im Stoffwechsel besser interpretieren.

Die Entwicklung zeigt, dass die Branche zunehmend von reinen Glukose-Sensoren hin zu umfassenderen Stoffwechsel-Monitoren tendiert, um der Komplexität der Erkrankung und den spezifischen Risiken moderner Behandlungsansätze gerecht zu werden.

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