Kritik an beschlossenem Verbot von Laborfleisch in Italien
17.11.2023 - 13:11:47Nach dem beschlossenen Verbot von Laborfleisch in Italien spitzt sich die Debatte um die Entscheidung der Rechtsregierung in Rom zu. Oppositionsparteien sowie TierschutzverbĂ€nde bemĂ€ngelten am Freitag das pauschale Verbot und bezweifelten dessen RechtmĂ€Ăigkeit.
Der Parlamentsabgeordnete von der Partei PiĂč Europa, Riccardo Magi, bezeichnete die Entscheidung zum Verbot der Herstellung und des Verkaufs von im Labor kultiviertem Fleisch als «anti-wissenschaftlich und anti-europĂ€isch, aber auch verfassungswidrig».
Die Abgeordnetenkammer in Rom verabschiedete am Donnerstag einen entsprechenden Gesetzentwurf, der bereits zuvor vom Senat angenommen worden war. Italien ist damit das erste Land in Europa, das ein solches Verbot einfĂŒhrt, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Das Verbot war der Regierung von MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni sehr wichtig. Sie betonte immer wieder, dass damit die italienische Tradition und KĂŒche sowie deren Produkte geschĂŒtzt wĂŒrden.
FĂŒr die Herstellung von Fleisch im Labor werden lebenden Tieren Stammzellen entnommen, die in einer KulturflĂŒssigkeit aus Fetten, AminosĂ€uren, Vitaminen, Mineralien und Zucker landen. Dort vermehren sie sich und wachsen zu Muskelgewebe heran.
Mehrere TierschutzverbĂ€nde nannten die Entscheidung von Donnerstag ein «ideologisches Verbot». TatsĂ€chlich ist Laborfleisch in Italien nie auf dem Markt gewesen - Kritiker bemĂ€ngeln das Vorhaben daher als Scheindebatte. Die Agrarvereinigung Coldiretti begrĂŒĂte hingegen groĂe Teile des neuen Gesetzes. Vor allem das ebenfalls ausgesprochene Verbot, alltagsnahe Begriffe fĂŒr pflanzliche Alternativprodukte zu verwenden, wie etwa pflanzlichen Burger oder Veggie-Wurst, sei richtig.


