Entwurf fĂŒr europĂ€ischen Raumfrachter fĂŒr 2024 geplant
20.11.2023 - 06:07:45Bis Anfang nĂ€chsten Jahres soll die Industrie EntwĂŒrfe fĂŒr einen bis 2028 anvisierten europĂ€ischen Raumfrachter vorlegen. «Ich habe vor, die VertrĂ€ge mit den Firmen im FrĂŒhjahr zu unterschreiben», sagte der Generaldirektor der europĂ€ischen Raumfahrtagentur Esa, Josef Aschbacher, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Noch vor Weihnachten solle es eine Ausschreibung geben, in welcher die Esa ihre detaillierten WĂŒnsche fĂŒr den Raumfrachter vorlegt. «Aber dann ĂŒberlassen wir es der Industrie, es so vorzuschlagen, wie sie glauben, es am besten machen zu können», sagte Aschbacher. Es sei als eine Art Aufruf fĂŒr einen Wettbewerb zu verstehen. «Dann werden wir sehen, wer sich bewirbt. Ich gehe davon aus, dass wir zahlreiche VorschlĂ€ge bekommen werden, woraus wir - abhĂ€ngig von der QualitĂ€t - vielleicht zwei bis drei Firmen auswĂ€hlen werden.» Noch im FrĂŒhjahr sollen erste VertrĂ€ge mit den Firmen unterschrieben werden, damit diese die Entwicklung des Frachters starten können. «Es wird sich nur um europĂ€ische Firmen handeln», hielt der Ăsterreicher fest.
Eine endgĂŒltige Finanzierungsentscheidung wird es allerdings erst 2025 geben, wenn der Esa-Ministerrat in Deutschland ĂŒber den nĂ€chsten Dreijahreshaushalt abstimmt. FĂŒr Firmen ist eine Beteiligung deshalb mit dem Risiko verbunden, dass aus dem Projekt letztlich doch nichts wird.
Aschbacher betonte die Relevanz des Projekts, einen eigenen europĂ€ischen Raumfrachter möglichst bis 2028 zu entwickeln: «Wir wollen ein starker Partner sein. Und ein starker Partner ist einer, der etwas zu bieten hat, sprich Technologie entwickelt, die man auch in andere, gröĂere Programme einbringen kann.» Durch mehr europĂ€ische Autonomie bei der Raumfahrttechnologie werde zudem die Industrie der Region gefördert.
Gerst lobt die Idee
Der deutsche Esa-Astronaut Alexander Gerst lobte die Idee: «Da hat Europa wirklich sehr clever agiert», sagte er der dpa. SchlieĂlich sei noch nicht klar, was nach dem Betriebsende fĂŒr die Raumstation ISS voraussichtlich im Jahr 2030 passiert. «Das Beste, wie man sich dafĂŒr aufstellen kann, ist, wenn man ein Element entwickelt, das jeder Player auf alle FĂ€lle braucht - und das ist eben Transport», sagte er. «Das jetzt schon zu entwickeln ist sehr clever, weil sonst andere einen Vorsprung haben.»
Wichtig sei zudem, dass der Raumfrachter so konzipiert werde, dass er in Zukunft auch fĂŒr den Transport von Menschen erweitert werden könne. «Das ist eine sehr wichtige Perspektive», sagte Gerst. «Es ist gut zu sehen, dass sich die Esa-Mitgliedsstaaten so positioniert haben und gut aufgestellt sind fĂŒr die Zukunft.»


