Viele Kommentare zu vorgeschlagenem PFAS-Verbot
26.09.2023 - 14:54:24Nach dem Vorschlag eines Verbots zahlreicher sogenannter PFAS-Chemikalien in der EuropÀischen Union sind bei der zustÀndigen EU-Behörde Tausende Anmerkungen dazu eingegangen.
WĂ€hrend der sechsmonatigen Konsultationszeit seien ĂŒber 5600 Kommentare von mehr als 4400 Organisationen, Unternehmen und Einzelpersonen eingereicht worden, die meisten davon aus Schweden und Deutschland, teilte die EU-Chemikalienagentur ECHA in Helsinki mit.
NĂ€chster Schritt sind nach ECHA-Angaben nun ĂberprĂŒfungen dieser Anmerkungen durch zwei wissenschaftliche Komitees der Agentur. Auch die fĂŒnf LĂ€nder hinter dem ursprĂŒnglichen Vorschlag - darunter die Bundesrepublik - werden demnach einen Blick darauf werfen und ihren Vorschlag auf dieser Basis ĂŒberarbeiten können.
Die ECHA will die finalen Stellungnahmen der Komitees dann so schnell wie möglich an die EU-Kommission ĂŒbermitteln. Ăber ein mögliches Verbot der Stoffe, die wegen ihrer Langlebigkeit hĂ€ufig auch als «Ewige Chemikalien» bezeichnet werden, entscheidet die Kommission dann letztlich gemeinsam mit den EU-Mitgliedstaaten.
Jeder konnte sich zu Wort melden
Deutschland, die Niederlande, DĂ€nemark, Norwegen und Schweden hatten im Januar vorgeschlagen, Herstellung, Einsatz und Inverkehrbringen von PFAS zum Wohle von Umwelt und Gesundheit im EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) fast komplett zu verbieten. Zum EWR zĂ€hlen die gesamte EU sowie Norwegen, Island und Liechtenstein. Daraufhin hatte die ECHA im MĂ€rz öffentliche Konsultationen aufgenommen, bei denen sich jeder zu Wort melden konnte, der ĂŒber Informationen ĂŒber PFAS verfĂŒgt. Diese Konsultationszeit ging am Montagabend zu Ende.
Zu den PFAS, die die fĂŒnf LĂ€nder verbieten lassen wollen, zĂ€hlen schĂ€tzungsweise 10.000 Einzelsubstanzen. Sie finden sich unter anderem in Jacken und beschichteten Pfannen, aber auch in der Industrie werden sie verwendet. IndustrieverbĂ€nde warnten am Montag erneut vor den Folgen eines umfassenden Verbots: Es wĂ€re fĂŒr Hightech-Industrien wie die Medizin- oder Halbleitertechnik eine enorme Bedrohung, erklĂ€rten der Maschinenbauverband VDMA und der Deutsche Industrieverband fĂŒr Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik Spectaris.


