Kind, Berlin

Kind in Berlin an seltener Diphtherie erkrankt

15.10.2024 - 13:18:45 | dpa.de

Die Impfung gegen Diphtherie gehört zu den Standardimpfungen fĂŒr Kinder. Jedes Jahr gibt es in Deutschland nur noch wenige FĂ€lle der Krankheit. Doch ein Kind aus Berlin ist nun erkrankt.

Die Impfung gegen Diphterie gehört zu den Standardempfehlungen der Stiko (Archivbild). - Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Impfung gegen Diphterie gehört zu den Standardempfehlungen der Stiko (Archivbild). - Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Ein Schulkind in Berlin ist an der lebensgefĂ€hrlichen, durch Impfungen vermeidbaren Infektionskrankheit Diphtherie erkrankt. Die Berliner Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit bestĂ€tigte unter Berufung auf das Gesundheitsamt Spandau einen Fall in einer Gemeinschaftseinrichtung. Zuerst hatte die «MĂ€rkische Allgemeine» berichtet; demnach soll es sich um einen zehn Jahre alten SchĂŒler einer Waldorfschule handeln. 

Das Kind war zunĂ€chst wegen einer akuten EntzĂŒndung der Rachenmandeln in einem Krankenhaus in Brandenburg behandelt worden, wie der Landkreis Havelland mitteilte. Das Krankenhaus habe am 27. September einen Verdacht auf respiratorische Diphtherie bei einem ungeimpften Kind gemeldet. Der Verdacht habe sich durch Laboruntersuchungen bestĂ€tigt.

Aufgrund des Gesundheitszustandes wurde das Kind in eine Berliner Klinik verlegt, wie der Landkreis weiter erklÀrte. Dort werde es invasiv beatmet. Der «Bild»-Zeitung zufolge wird das Kind an der Charité behandelt. Die Charité verwies auf Anfrage auf die Àrztliche Schweigepflicht. 

Kontaktpersonen des Kindes werden untersucht und behandelt

Diphtherie ist eine hochansteckende, bakterielle Infektionskrankheit. Das Gesundheitsamt leitete nach Angaben des Landkreises «Ermittlungen und Maßnahmen zum Schutz der engen Kontaktpersonen im privaten und schulischen Umfeld» ein. Diese umfassten Laboruntersuchungen und eine Antibiotikabehandlung im betroffenen Klassenverband und in der Familie. 

Erkrankte Menschen können, im Fall einer Hautdiphterie, Wunden auf der Haut oder, im Fall einer Rachendiphterie, einen entzĂŒndeten Nasen-Rachen-Raum haben. Symptome einer Rachendiphtherie umfassen laut Robert Koch-Institut (RKI) unter anderem Halsschmerzen, Fieber, pfeifende GerĂ€usche beim Einatmen, Schwellungen der Halslymphknoten, spĂ€ter kann eine MandelentzĂŒndung auftreten. Die Erkrankung kann tödlich enden.

Impfungen senkte Zahl der FĂ€lle rapide

Einst war die Diphtherie als «WĂŒrgeengel der Kinder» bekannt. 1892 erlagen der Infektion in Deutschland mehr als 50.000 meist junge Menschen. 1913 wurde die Impfung eingefĂŒhrt, wodurch die Zahl der Infektionen deutlich sank. 20 Jahre lang galt die Krankheit in Deutschland sogar fast als ausgerottet.

In diesem Jahr gab es dem RKI zufolge in Deutschland bisher 37 bestĂ€tigte FĂ€lle, davon 2 in Berlin. Seit EinfĂŒhrung des Infektionsschutzgesetzes 2001 liegen die Fallzahlen fĂŒr Deutschland jĂ€hrlich im ein- oder zweistelligen Bereich. Lediglich 2022 und 2023 wurden mehr als 100 FĂ€lle registriert. 

Eine Impfung gegen Diphtherie gehört zu den von der StĂ€ndigen Impfkommission (Stiko) empfohlenen Standardimpfungen fĂŒr SĂ€uglinge und Kinder und wird auch als Auffrischungsimpfung fĂŒr Erwachsene alle zehn Jahre empfohlen.

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