HPV-Impfquote, Jugendlichen

HPV-Impfquote bei Jugendlichen «besorgniserregend niedrig»

10.11.2023 - 06:21:36

Die Impfung gegen Humane Papillomviren kann vor GebĂ€rmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum schĂŒtzen. Aber warum wird die Impfung nicht gut angenommen?

Impfungen gegen bestimmte Krebserkrankungen gehen einer neuen Analyse zufolge bei Kindern und Jugendlichen stark zurĂŒck. Besonders deutlich ist dies bei 15- bis 17-jĂ€hrigen Jungen, wie eine Auswertung der Krankenkasse DAK-Gesundheit unter ihren Versicherten ergab, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Hier sanken die Erstimpfungen gegen Humane Papillomviren (HPV) 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 42 Prozent. In der gesamten Altersspanne von 9 bis 17 Jahren habe es bei Jungen ein Minus von 31 Prozent und bei MĂ€dchen einen RĂŒckgang von 21 Prozent gegeben.

Wogegen hilft die Impfung?

Humane Papillomviren (HPV) werden sexuell ĂŒbertragen und können unter anderem GebĂ€rmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen. Die StĂ€ndige Impfkommission empfiehlt die Impfung fĂŒr MĂ€dchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren. Ist sie bis dahin nicht erfolgt, rĂ€t sie, diese bis zum Alter von 17 Jahren nachzuholen. Es sind jeweils zwei oder drei Impfstoffdosen erforderlich.

Der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte bezeichnet die Impfquote als «besorgniserregend niedrig». DarĂŒber, wie dieser massive RĂŒckgang zu erklĂ€ren sei, könne er nur spekulieren, sagte PrĂ€sident Thomas Fischbach.

«Sicherlich hat die HPV-Impfung im Zuge der hohen medialen Aufmerksamkeit rund um die Corona-Schutzimpfung zeitweise weniger Beachtung erfahren. Auch kann ich eine leicht erhöhte Impfskepsis beobachten, ausgelöst durch die vielen Diskussionen um vermeintliche FolgeschÀden der Corona-Schutzimpfung.» Das habe ganz bestimmt auch Auswirkungen auf die HPV-Impfung.

Wie hoch ist das Risiko?

Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland im Jahr ĂŒber 6000 Frauen und rund 1600 MĂ€nner an HPV-bedingtem Krebs. Die Impfung - die im Jugendalter verabreicht wird - kann im großen Umfang davor schĂŒtzen. In den Jahren 2020 und 2021 erhielten laut DAK-Bericht jeweils rund 10 Prozent der 9- bis 17-JĂ€hrigen eine Erstimpfung gegen HPV. 2022 waren es nur noch 7,4 Prozent.

@ dpa.de