Lebenserwartung, International

Weltweite Lebenserwartung wieder auf Vor-Covid-Niveau

12.10.2025 - 16:00:13

Die Lebenserwartung steigt weltweit – mit großen Unterschieden je nach Herkunftsland. Welche Faktoren beeinflussen den Trend?

  • Auch im hohen Alter noch fit genug fĂŒr die Wandertour in den Bergen sein: DafĂŒr können wir schon in jungen Jahren etwas tun. (Symbolbild) - Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-tmn

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  • Die Lebenserwartung ist insgesamt stark gestiegen. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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  • Die Lebenserwartung hĂ€ngt stark davon ab, in welchem Land ein Kind geboren wird. (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpa

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  • Die Lebenserwartung ist insgesamt stark gestiegen. (Symbolbild) - Foto: Kimimasa Mayama/epa/dpa

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  • Frauen in Deutschland haben eine recht hohe Lebenserwartung. (Symbolbild) - Foto: Marijan Murat/dpa

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  • Übergewicht ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko. (Symbolbild) - Foto: Clara Molden/PA Wire/dpa

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Auch im hohen Alter noch fit genug fĂŒr die Wandertour in den Bergen sein: DafĂŒr können wir schon in jungen Jahren etwas tun. (Symbolbild) - Foto: Patrick Seeger/dpa/dpa-tmnDie Lebenserwartung ist insgesamt stark gestiegen. (Symbolbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpaDie Lebenserwartung hĂ€ngt stark davon ab, in welchem Land ein Kind geboren wird. (Symbolbild) - Foto: Elisa Schu/dpaDie Lebenserwartung ist insgesamt stark gestiegen. (Symbolbild) - Foto: Kimimasa Mayama/epa/dpaFrauen in Deutschland haben eine recht hohe Lebenserwartung. (Symbolbild) - Foto: Marijan Murat/dpaÜbergewicht ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko. (Symbolbild) - Foto: Clara Molden/PA Wire/dpa

Die weltweite Lebenserwartung ist 2023 wieder auf das Niveau vor der Covid-19-Pandemie zurĂŒckgekehrt. Sie liegt bei 76,3 Jahren fĂŒr Frauen und 71,5 Jahren fĂŒr MĂ€nner. Das geht aus der neuesten Ausgabe der Studienreihe «Global Burden of Disease» (weltweite Krankheitslast) hervor. Seit 1950 ist die Lebenserwartung fĂŒr Frauen und fĂŒr MĂ€nner demnach um jeweils mehr als 20 Jahre gestiegen. 

WĂ€hrend die Sterblichkeitsraten allgemein rĂŒcklĂ€ufig sind, stiegen sie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Nord- und SĂŒdamerika an, hauptsĂ€chlich wegen Suizid sowie Drogen- und Alkoholkonsum. Die Studie einer Gruppe um Christopher Murray von der University of Washington in Seattle (US-Staat Washington) ist im Fachjournal «The Lancet» erschienen.

«Das rasante Wachstum der alternden Weltbevölkerung und die sich wandelnden Risikofaktoren haben eine neue Ära globaler Gesundheitsherausforderungen eingelĂ€utet», wird Murray in einer Mitteilung seiner UniversitĂ€t zitiert. 

Um Sterblichkeitsraten und andere Zahlen ĂŒber die Jahrzehnte vergleichbar zu machen, haben die Forscher einige Daten altersstandardisiert, also auf einen Standard-Altersaufbau einer fiktiven Referenzbevölkerung bezogen. Insgesamt wertete das Team weltweit 310.000 Datenquellen aus, von denen rund 30 Prozent erstmals in dieser Studienreihe verwendet wurden. In Modellen wurden auf Basis der Daten SchĂ€tzungen fĂŒr 204 LĂ€nder und Territorien vorgenommen.

HÀufigste Todesursache Durchblutungsstörungen am Herzen

Weltweit ist die Lebenserwartung bei Frauen von 51,2 Jahren (1950) auf 76,3 Jahre (2023) gestiegen, bei MĂ€nnern von 47,9 Jahren (1950) auf 71,5 Jahre (2023). Die durchschnittliche Lebenserwartung fĂŒr beide Geschlechter ist dabei im Jahr 2023 global sehr unterschiedlich, von etwa 83 Jahren in LĂ€ndern mit hohem Durchschnittseinkommen bis rund 62 Jahre in afrikanischen LĂ€ndern sĂŒdlich der Sahara. Die Lebenserwartung bezieht sich dabei auf Babys, die im entsprechenden Jahr geboren wurden.

Einer bereits im Mai auf Basis der Studiendaten veröffentlichten Prognose werden bis 2050 MĂ€nner im Schnitt 4,9 Lebensjahre hinzugewinnen, bei Frauen sind es 4,2 Jahre – der positive Trend wird sich also voraussichtlich fortsetzen, wenn auch mit einer geringeren Rate. 

Nachdem 2021 Covid-19 die hÀufigste Todesursache war, stand die Erkrankung 2023 nur noch auf Rang 20. Wie vor der Pandemie waren die ischÀmischen Herzkrankheiten (Durchblutungsstörungen am Herzen), der Schlaganfall und die Lungenkrankheit COPD im Jahr 2023 die hÀufigsten Todesursachen. Zu diesen zÀhlen zudem Infektionen der Lunge, Erkrankungen von Neugeborenen, Alzheimer-Demenz, Lungenkrebs, Diabetes, chronische Nierenkrankheiten und bluthochdruckbedingte Herzkrankheiten.

Risikofaktoren: hoher Blutdruck, Feinstaubbelastung und Rauchen

Die Forscher blickten jedoch nicht nur auf TodesfĂ€lle, sondern auch auf die Jahre mit Behinderungen und gesundheitlichen EinschrĂ€nkungen. Diese Jahre und die nicht erlebten Jahre aufgrund eines frĂŒhzeitigen Todes werden als Dalys (disability-adjusted life-years) zusammengefasst. Die Quote der Dalys sank von 1990 bis 2023 um 36 Prozent. 

Außerdem untersuchte das Team 88 Faktoren, die auf Krankheiten Einfluss nehmen können, denn fast die HĂ€lfte der Dalys waren auf solche Faktoren zurĂŒckzufĂŒhren. Die sieben Risikofaktoren mit dem höchsten Anteil an Gesundheitsverlusten waren 2023 hoher Blutdruck, Feinstaubbelastung, Rauchen, hoher Blutzuckerspiegel, niedriges Geburtsgewicht und kurze Schwangerschaft, hoher Body-Mass-Index und hoher LDL-Cholesterinspiegel.

Lebenserwartung der Frauen in Deutschland auf 83 Jahre gestiegen

In Deutschland ist die Lebenserwartung bei der Geburt bei Frauen von 78,62 Jahren (1990) auf 83,37 Jahre (2023), bei MĂ€nnern von 72,14 Jahren (1990) auf 78,51 Jahre (2023) gestiegen. Hier konnte die moderne Medizin die Sterblichkeitsrate bei ischĂ€mischen Herzerkrankungen altersstandardisiert von 186 auf 70 senken. Hoher Blutdruck, Rauchen und Übergewicht zĂ€hlten in Deutschland 2023 zu den grĂ¶ĂŸten Risikofaktoren fĂŒr eine BeeintrĂ€chtigung der Gesundheit und einen frĂŒhzeitigen Tod.

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung in den mehr als 30 Jahren, in denen es die Studienreihe gibt, befĂŒrchten die Forscher auch RĂŒckschritte in den kommenden Jahren. «Jahrzehntelange Arbeit, um die LĂŒcke anhaltender gesundheitlicher Ungleichheit in einkommensschwachen Regionen zu schließen, droht sich aufgrund der jĂŒngsten KĂŒrzungen der internationalen Hilfe aufzulösen», sagte Emmanuela Gakidou von der University of Washington. Diese LĂ€nder seien auf die globale Gesundheitsfinanzierung fĂŒr lebensrettende Grundversorgung, Medikamente und Impfstoffe angewiesen.

@ dpa.de