Studie, Online-Dating

Studie zu Online-Dating: MĂ€nner wollen hoch hinaus

25.07.2025 - 05:00:46

Die Partnersuche im Internet ist lÀngst keine Seltenheit mehr. Doch wie sie funktioniert, ist nicht immer leicht zu erkennen. Zwei Wissenschaftler haben Interessantes herausgefunden.

Millionen Menschen suchen online nach einem Flirt oder sogar der großen Liebe. Wie sie sich dabei verhalten, hat eine im Fachmagazin «PLOS One» prĂ€sentierte Studie unter die Lupe genommen. Die Forschenden ordneten Nutzer einer tschechischen Dating-App danach ein, wie begehrenswert sie waren - anhand der Zahl der Interessenbekundungen, also der Swipes, die sie vom jeweils anderen Geschlecht erhielten. 

Dabei fanden sie heraus, dass MĂ€nner im Schnitt eher Frauen kontaktieren, die begehrenswerter waren als sie selbst. Frauen hĂ€tten eher auf MĂ€nner gezielt, die auf einem Ă€hnlichen oder leicht niedrigeren Niveau waren als sie selbst. Ein Match, also ein gegenseitiger Treffer, habe sich indes ĂŒberwiegend bei Paaren ergeben, bei denen beide Seiten als Ă€hnlich begehrt eingestuft wurden. 

Ziehen sich Àhnlich attraktive Menschen an?

BestĂ€tigt sich also das alte Sprichwort «Gleich und gleich gesellt sich gern»? Nach Annahmen der Forscher spielen hier weniger die vorhandenen Vorlieben eine Rolle, als vielmehr der Ablauf im gesamten Prozess. Dieses Muster sei ĂŒberwiegend das Ergebnis von Ablehnungen durch den begehrenswerteren Partner und nicht das Resultat einer anfĂ€nglichen PrĂ€ferenz fĂŒr Gleichartigkeit, merken sie an. 

Die erfolgreichen Matches entsprĂ€chen eher der PrĂ€ferenz der Frauen als derjenigen der MĂ€nner, kommentiert das Team. «Dies spiegelt wahrscheinlich die stĂ€rkere Position der Frauen auf dem Online-Dating-Markt wider, da MĂ€nner die Frauen in der Anzahl ĂŒbertreffen und oft erwartet wird, dass sie den ersten Schritt machen.»

Mehr Forschung nötig

Das Autorenduo Renata Topinkova von der Ludwig-Maximilians-UniversitĂ€t MĂŒnchen und der Karls-UniversitĂ€t in Prag sowie Tomas Diviak von der britischen UniversitĂ€t Manchester hatte die Daten einer tschechischen Dating-App analysiert, die im Juli 2017 anonymisiert erhoben wurden. Es wertete dabei die Informationen von 2.321 Nutzern aus Prag und 624 aus der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt BrĂŒnn (Brno) aus. Das Team rĂ€umt ein, dass weitere Forschungsarbeiten nötig seien, etwa zu anderen Apps, die ĂŒber raffiniertere Algorithmen verfĂŒgen. Dies sei umso wichtiger, als sich immer mehr Paare ĂŒber Dating-Apps online kennenlernten.

Auf der analysierten App sind deutlich mehr MĂ€nner als Frauen vertreten, so dass Frauen im Schnitt mehr Swipes erhalten. «Das berĂŒcksichtigen wir statistisch, so dass unsere Ergebnisse nicht durch das unausgewogene VerhĂ€ltnis zwischen MĂ€nnern und Frauen verzerrt werden», erlĂ€uterte Forscherin Topinkova. «Konkret standardisieren wir alle Ergebnisse anhand der Anzahl der Nutzer des jeweils anderen Geschlechts.»

Die untersuchte Dating-App erfasste keine Angaben ĂŒber die Motivation der Nutzer und Nutzerinnen. «Diese kann jedoch stark variieren – von der Suche nach einem One-Night-Stand bis hin zum Wunsch nach einer langfristigen Beziehung», rĂ€umt das Team in der Studie ein.

@ dpa.de