Atlantischer Lachs nun global als «gefÀhrdet» eingestuft
11.12.2023 - 16:10:21 | dpa.de
Der Atlantische Lachs ist auf der neuen Roten Liste der bedrohten Arten global nun als «potenziell gefÀhrdet» eingestuft. Die weltweite Population sei zwischen 2006 und 2020 um 23 Prozent geschrumpft, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Montag.
BeschrĂ€nkt auf Europa galt er auf der Roten Liste bereits als «gefĂ€hrdet». Die IUCN veröffentlichte ihre neueste Version der Roten Liste der bedrohten Arten am Montag auf der Weltklimakonferenz in Dubai. Insgesamt seien 25 Prozent der rund 15.000 untersuchten SĂŒĂwasserfischarten bedroht.
«Potenziell gefĂ€hrdet» ist Stufe zwei der siebenstufigen Skala, die die IUCN verwendet. Sie reicht von «nicht gefĂ€hrdet» ĂŒber «potenziell gefĂ€hrdet», «gefĂ€hrdet», «stark gefĂ€hrdet», «vom Aussterben bedroht», «in der Natur ausgestorben» bis «nach dem Jahr 1500 ausgestorben». In zwei weiteren Kategorien sind die Arten, die noch nicht untersucht wurden oder fĂŒr die nicht genĂŒgend Daten vorhanden sind. Die Rote Liste gibt es seit 1964. Sie umfasst inzwischen fast 160.000 Tier- und Pflanzenarten, von denen 44.000 bedroht sind.
Die Bedrohungen fĂŒr den Lachs
Der Atlantische Lachs (Salmo salar), der in FlĂŒssen geboren wird und dann ins Meer wandert, sei vielfĂ€ltig bedroht: fĂŒr die Jungfische gehe die Beute zurĂŒck, wĂ€hrend sich invasive fĂŒr sie gefĂ€hrliche Arten ausbreiteten. DĂ€mme fĂŒr Wasserkraftwerke erschwerten ihren Weg zu den LaichgrĂŒnde an den OberlĂ€ufen der FlĂŒsse. Wilde Lachse seien auch bedroht durch LachslĂ€use (Lepeophtheirus salmonis), die oft in Lachszuchten vorkommen. Zudem mache der aus dem Pazifik stammende Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha) dem Atlantischen Lachs den Lebensraum streitig. Er breite sich in Nordeuropa aus.
Zahlreiche SĂŒĂwasserfischarten bedroht
Von allen 15.000 analysierten SĂŒĂwasserfischarten seien 17 Prozent direkt durch den Klimawandel gefĂ€hrdet, berichtete die IUCN. Der Ausdruck «gefĂ€hrdet» umfasst in diesem Zusammenhang Stufe 3 bis 5. Dabei gehe es etwa um Wassermangel in manchen FlĂŒssen, den Meeresspiegelanstieg, der Salzwasser in FlussmĂŒndungen drĂŒckt, und Verschiebungen der Jahreszeiten. Insgesamt 57 Prozent der SĂŒĂwasserfische seien durch Umweltverschmutzung gefĂ€hrdet, 45 Prozent durch Dammbau und Wasserentnahme, 33 Prozent durch invasive Arten und Krankheiten und 25 Prozent durch Ăberfischung. Bei einigen Arten gibt es mehrere GrĂŒnde zugleich.
Erfolge beim Artenschutz
Die IUCN vermeldete auch seltene Erfolge: Die Ende der 1990er Jahre in der Wildnis ausgestorbene SÀbelantilope (Oryx dammah) der Sahara wurde im Tschad erfolgreich wieder angesiedelt. Die Art gilt nun als «stark gefÀhrdet» - Stufe 4. Eine andere Antilopenart, die Saiga (Saiga tatarica), die vor allem in Kasachstan vorkommt, ist nicht mehr «vom Aussterben bedroht» (Stufe 5) sondern nur noch «potenziell gefÀhrdet» (Stufe 2). Die IUCN ist ein Dachverband von staatlichen und nichtstaatlichen Naturschutzorganisationen.
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