Wesentlich, Kliniken

Wesentlich mehr in Kliniken behandelte HautkrebsfÀlle

13.05.2025 - 08:52:55

Die Sonne und höhere Temperaturen locken ins Freie. Doch Sonnenschein birgt auch Gesundheitsrisiken. Die Zahl der Hautkrebsbehandlungen etwa steigt stetig.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Zahl der Krankenhausbehandlungen von Hautkrebs immens gestiegen. Waren es nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Destatis) im Jahr 2003 noch rund 62.000 stationÀre Behandlungen, lag die Zahl im Jahr 2023 bei 116.900. Das waren fast 88 Prozent mehr FÀlle, wie Destatis mitteilte. 

Insbesondere die Behandlungen aufgrund des sogenannten hellen Hautkrebses nahmen demnach zu. Sie haben sich binnen 20 Jahren mehr als verdoppelt: von 41.900 FÀllen im Jahr 2003 auf 91.000 im Jahr 2023 (plus 117 Prozent). Wegen des sogenannten schwarzen Hautkrebses gab es 2023 rund 26.000 stationÀre Behandlungen und damit gut ein Viertel (27 Prozent) mehr als 2003. 

Der bedeutendste Risikofaktor fĂŒr fast alle Hautkrebsarten ist die UV-Strahlung der Sonne. Auch schwache UV-Strahlen, die nicht zu einem Sonnenbrand fĂŒhren, schĂ€digen die Haut langfristig. 

Ein wesentlicher Teil des Anstiegs ist Experten zufolge auf demografische VerĂ€nderungen in der Gesellschaft zurĂŒckzufĂŒhren. «Wir haben eine Ă€lter werdende Bevölkerung und Hautkrebs tritt vorwiegend bei Ă€lteren Menschen auf», hatte Hautarzt Jochen Utikal vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) kĂŒrzlich erklĂ€rt. Bei schwarzem Hautkrebs gebe es aber auch viele jĂŒngere Patienten.

Die HautschĂ€den, die man heute sehe, stĂŒnden hĂ€ufig im Zusammenhang mit SchĂ€den in den 70er und 80er Jahren. Damals habe man noch weniger auf Sonnenschutz geachtet. Außerdem seien die Lichtschutzfilter der Sonnencremes noch nicht so gut gewesen, so Utikal. Schwere SonnenbrĂ€nde von Kindern und Jugendlichen in dieser Zeit könnten daher der Grund dafĂŒr sein, dass Menschen, die heute 50 oder 60 Jahre alt sind, besonders von schwarzem Hautkrebs betroffen sind.

Eine Rolle fĂŒr den Anstieg spielt der Barmer Krankenkasse zufolge auch, dass Versicherte seit 2008 ab einem Alter von 35 Jahren Anspruch auf eine FrĂŒherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs haben. Die Krankheit wird also seltener ĂŒbersehen als frĂŒher.

GrĂ¶ĂŸtes Risiko im Alter von 30 bis 34

MĂ€nner seien hĂ€ufiger betroffen als Frauen, hieß es von Destatis. Auf sie entfielen zuletzt 56 Prozent der stationĂ€ren Behandlungen wegen Hautkrebs, hingegen nur 48 Prozent aller Krankenhausbehandlungen insgesamt. 

Auch die Zahl der TodesfÀlle durch Hautkrebs stieg den Statistikern zufolge: Im Jahr 2023 wurden rund 4.500 an Hautkrebs gestorbene Menschen erfasst, knapp 61 Prozent mehr als im Jahr 2003 (2.800 TodesfÀlle). 

Mehr als die HĂ€lfte (53 Prozent) der 2023 an Hautkrebs Verstorbenen war 80 Jahre und Ă€lter. Relativ gesehen sei allerdings das Risiko, an Hautkrebs zu sterben, in der Altersgruppe der 30- bis 34-JĂ€hrigen am höchsten. Bei ihnen war Hautkrebs in einem Prozent der TodesfĂ€lle die Todesursache, wĂ€hrend der Anteil ĂŒber alle Altersgruppen hinweg bei nur 0,4 Prozent lag, wie die Statistiker mitteilten.

@ dpa.de