Trendwende, CO2-Konzentration

Keine Trendwende bei CO2-Konzentration in der AtmosphÀre

28.10.2024 - 10:00:36

Die Treibhausgaskonzentration in der AtmosphÀre kennt bislang nur eine Richtung: nach oben. Das Fatale: Was schon jetzt in der AtmosphÀre ist, hat auf Jahrhunderte hinaus Auswirkungen auf das Klima.

  • CO2 ist nach 1000 Jahren noch in der AtmosphĂ€re (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpa

    Marijan Murat/dpa

  • WaldbrĂ€nde setzten 2023 zusĂ€tzlich CO2 frei (Archivbild) - Foto: Michael Risinger/Zuma Press/dpa

    Michael Risinger/Zuma Press/dpa

  • CO2 trĂ€gt 64 Prozent zur ErwĂ€rmung bei (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa

    picture alliance / dpa

CO2 ist nach 1000 Jahren noch in der AtmosphÀre (Archivbild) - Foto: Marijan Murat/dpaWaldbrÀnde setzten 2023 zusÀtzlich CO2 frei (Archivbild) - Foto: Michael Risinger/Zuma Press/dpaCO2 trÀgt 64 Prozent zur ErwÀrmung bei (Archivbild) - Foto: picture alliance / dpa

Mit der rekordhohen Treibhausgaskonzentration in der AtmosphĂ€re ist der Temperaturanstieg auf der Erde laut einem UN-Bericht fĂŒr Jahrzehnte hinaus vorprogrammiert. Seit Beginn der Menschengeschichte sei die Konzentration der klimaschĂ€dlichen Gase noch nie so schnell so stark gestiegen wie in den vergangenen 20 Jahren, berichtet die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Der CO2-Anstieg betrug seit 2004 etwa 11,4 Prozent - und 2023 lag der Anstieg höher als im Jahr davor. 

Im vergangenen Jahr hĂ€tten neben einem weiterhin hohen menschengemachten CO2-Ausstoß auch Wald- und BuschbrĂ€nde zu dem Anstieg beigetragen, heißt es im jĂ€hrlichen Treibhausgas-Bulletin. Möglich sei auch, dass die CO2-AufnahmefĂ€higkeit der WĂ€lder gesunken sei. 

So werden die Klimaziele von Paris verfehlt

Bei Kohlendioxid (CO2) lag die Konzentration 2023 bei 420 ppm (parts per million - Teilchen pro Millionen Teilchen). Das entspreche 151 Prozent des Niveaus vor der Industrialisierung (um das Jahr 1750). Der Anstieg gegenĂŒber dem Vorjahr betrug 2,3 ppm. 

Bei Methan (CH4) waren es im vergangenen Jahr 1934 ppb (parts per billion - Teilchen pro Milliarden Teilchen) und bei Lachgas (Distickstoffoxid - N2O) 336,9 ppb. Bei Methan waren es damit 265 Prozent des vorindustriellen Niveaus, bei Lachgas 125 Prozent. 

«Wir sind eindeutig nicht auf dem richtigen Weg, um die globale ErwĂ€rmung deutlich unter zwei Grad und möglichst bei 1,5 Grad ĂŒber vorindustriellem Niveau zu begrenzen», sagt WMO-GeneralsekretĂ€rin Celeste Saulo. Die Ziele wurden bei der Weltklimakonferenz 2015 in Paris festgelegt. Die nĂ€chste Konferenz findet diesen November in Aserbaidschan statt.

Problem: Verbrennung fossiler EnergietrÀger

CO2 ist das weitaus hÀufigste Treibhausgas. Es wird nur sehr langsam in der AtmosphÀre abgebaut. Nach 1.000 Jahren sind davon noch etwa 15 bis 40 Prozent in der AtmosphÀre, so das Umweltbundesamt. CO2 entsteht etwa bei der Verbrennung fossiler EnergietrÀger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas - etwa bei der Strom- und WÀrmeerzeugung, im Verkehr, in der industriellen Produktion sowie in Haushalten. 

Von allen CO2-Emissionen bleibt nach Angaben der WMO knapp die HĂ€lfte in der AtmosphĂ€re. Gut ein Viertel wird von den Ozeanen aufgenommen, der Rest von anderen Ökosystemen. «Angesichts der extrem langen Lebensdauer von CO2 in der AtmosphĂ€re wird das bereits beobachtete Temperaturniveau noch mehrere Jahrzehnte anhalten, selbst wenn die Emissionen rasch auf null reduziert werden», berichtet die WMO.

Ähnlich hohe Treibhausgaskonzentrationen wie derzeit habe es in der AtmosphĂ€re vor 3 bis 5 Millionen Jahren gegeben, heißt es weiter. Damals sei es durchschnittlich zwei bis drei Grad wĂ€rmer gewesen als vor der Industrialisierung und der Meeresspiegel habe 10 bis 20 Meter höher gelegen als heute. Um zu ermitteln, wie die Konzentrationen vor so langer Zeit waren, analysieren Wissenschaftler unter anderem Luftblasen in Eisbohrkernen, die Chemie von Meeressedimenten und Fossilien.

@ dpa.de