Erstes Land: Nigeria fĂŒhrt 5-in-1-Meningitis-Impfstoff ein
13.04.2024 - 13:11:29Afrikas bevölkerungsreichster Staat Nigeria hat als erstes Land der Welt einen 5-in-1-Impfstoff gegen Meningitis, auch HirnhautentzĂŒndung genannt, eingefĂŒhrt. Das PrĂ€parat Men5CV schĂŒtzt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor fĂŒnf sogenannten Serotypen von Meningokokken zugleich. Meningokokken sind Bakterien und werden durch Tröpfchen, etwa beim Husten oder Niesen, auf andere Menschen ĂŒbertragen.
Der neue Kombinations-Impfstoff biete einen umfassenderen Schutz als bislang verwendete Vakzine, die jeweils nur gegen einen Serotyp des Erregers wirksam sind, sagte WHO Generaldirektor Tedros Ghebreyesus. Er habe das Potenzial, «kĂŒnftige AusbrĂŒche zu verhindern und viele Leben zu retten». Die EinfĂŒhrung in Nigeria bringe die Welt nĂ€her an das Ziel, Meningitis bis 2030 zurĂŒckzudrĂ€ngen.
Das westafrikanische 220-Millionen-Einwohner Land Nigeria liegt im sogenannten Meningitis-GĂŒrtel Afrikas, der 26 LĂ€nder einschlieĂt. Im vergangenen Jahr erlebte der Kontinent laut WHO einen 50-prozentigen Anstieg gemeldeter Meningitis-FĂ€lle. Ein Meningokokken-Ausbruch in Nigeria fĂŒhrte demnach zwischen dem 1. Oktober und 11. MĂ€rz zu 1742 VerdachtsfĂ€llen, darunter 101 bestĂ€tigte FĂ€lle und 153 TodesfĂ€lle. Um den Ausbruch einzudĂ€mmen, sei im MĂ€rz eine Impfkampagne fĂŒr zunĂ€chst eine gute Million Menschen bis 29 Jahren initiiert worden, hieĂ es von der WHO.
Ersten Symptome Àhneln denen eines grippalen Infekts
Die ersten Symptome einer Meningitis Ă€hneln denen eines grippalen Infekts. Die Erkrankung verschlimmert sich sehr schnell - innerhalb weniger Stunden kann sich ein lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln. Eine HirnhautentzĂŒndung kann zwar auch von anderen Erregern wie Viren verursacht werden, die bakterielle Meningitis ist aber die schwerwiegendste, sie kann auch zu einer Sepsis (Blutvergiftung) fĂŒhren. Erkrankte können binnen 24 Stunden schwere Behinderungen davontragen oder sterben. Betroffen sind meist Kleinkinder.
Meningokokken lassen sich gut mit Antibiotika behandeln, allerdings mĂŒssen dafĂŒr schon die ersten, eher unspezifischen Symptome wie Kopfschmerzen, Fieber, SchĂŒttelfrost und Schwindel richtig gedeutet werden, was oft nicht der Fall ist.
Der FĂŒnffach-Impfstoff wirkt gegen die Serotypen A, C, W, Y und X, die in Afrika viele Erkrankungen verursachen. Bei Meningokokken-Infektionen in Deutschland tritt am hĂ€ufigsten die Serogruppe B auf, gefolgt von C. FĂŒr C empfiehlt die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) bereits seit 2006 eine Impfung fĂŒr Kinder, fĂŒr Meningokokken B seit Anfang des Jahres.


