Klimawandel, Resistenzen

Klimawandel und Resistenzen behindern Kampf gegen Malaria

30.11.2023 - 16:09:52

Die WHO sieht seit 2017 keine Fortschritte im BemĂŒhen, Malaria zurĂŒckzudrĂ€ngen, die Zahl der TodesfĂ€lle ist gestiegen. Was sind die GrĂŒnde fĂŒr diese Entwicklung?

Die Zahl der weltweiten MalariafĂ€lle ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Seit 2017 gibt es keine Fortschritte im BemĂŒhen, Malaria zurĂŒckzudrĂ€ngen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem Malaria-Bericht schreibt. 2022 waren es nach SchĂ€tzungen 249 Millionen FĂ€lle, verglichen mit 233 Millionen im Jahr vor der Pandemie, 2019. Die Zahl der TodesfĂ€lle stieg von 576.000 auf 608.000. In den Pandemiejahren waren SchĂ€tzungen schwierig.

Nicht nur die Pandemie hat weitere Fortschritte behindert, berichtete die WHO. Auch der Klimwandel sei eine Herausforderung. Zum einen breiteten sich MĂŒcken mit steigenden Temperaturen in Gebieten aus, etwa im Hochland in Afrika, wo sie bislang nicht vorkamen. Zum anderen böten Katastrophen wie Überschwemmungen mit anschließend stehendem Wasser neue BrutstĂ€tten. Gleichzeitig wĂŒrden Vorsorgemaßnahmen schwieriger, wenn Zehntausende Menschen bei Naturkatastrophen vertrieben werden. Zudem könnten Lieferketten fĂŒr Moskitonetze und Medikamente unterbrochen werden. Ein anderes Problem ist laut WHO, dass Moskitos gegen manche Insektenschutzmittel und Parasiten gegen Anti-Malaria-Medikamente resistent werden.

Rund 94 Prozent aller FĂ€lle wurden 2022 in Afrika registriert. Den grĂ¶ĂŸten Zuwachs verzeichnete aber Pakistan. Dort stieg die Zahl von 500.000 im Jahr 2021 auf 2,6 Millionen FĂ€lle. Schuld waren unter anderem die verheerenden Überschwemmungen im Sommer 2022, die neue BrutstĂ€tten fĂŒr Moskitos boten. Die Zahl der FĂ€lle sei fĂŒnfmal so hoch gewesen wie sonst in der Region zu der Zeit.

Vor 23 Jahren hatte die WHO Malaria den Kampf angesagt. PrÀventionsprogramme wie die Vernichtung von BrutstÀtten, aber vor allem mit Insektiziden behandelte Moskitonetze zum Schlafen verhinderten nach WHO-SchÀtzungen zwischen 2000 und 2022 rund 2,1 Milliarden FÀlle und 11,7 Millionen TodesfÀlle.

Malaria ist eine Infektionskrankheit. Der Erreger wird von der Anopheles-MĂŒcke ĂŒbertragen. Er befĂ€llt die roten Blutkörperchen. Hauptsymptom ist Fieber. Die Krankheit ist heilbar, wenn sie sofort behandelt wird. Vor allem fĂŒr kleine Kinder ist sie lebensgefĂ€hrlich. Seit 2021 hat die WHO zwei Impfstoffe fĂŒr Kleinkinder empfohlen, die die Todesrate bei Kleinkindern um mehr als zehn Prozent senken.

@ dpa.de