Blutiges, Gelage

Blutiges Gelage: So feierten die Wikinger zur Weihnachtszeit

22.12.2023 - 06:41:09

Die Wikinger feierten im Winter Feste mit Tieropfern, deren Blut an WĂ€nde und auf GĂ€ste spritzte. Eine Forscherin beschreibt, was sonst noch geschah.

Traditionelle Feste zu unserer Weihnachtszeit waren bei den Wikingern eine blutige wie feucht-fröhliche Angelegenheit. Wie die norwegische UniversitÀt von Agder (UiA) mitteilte, gehörten Blut, Opfergaben und Trunkenheit zu den Festlichkeiten der Wikinger dazu, ehe die Christianisierung Norwegens den brutalsten Bestandteilen von Festen dieser Art ein Ende bereitete.

«Die Opferzeremonien und Gemeinschaftsfeste mit reichlich Essen und Trinken waren die wichtigsten Aspekte der Festlichkeiten der Wikinger», berichtete die UiA-Professorin Helje Kringlebotn SĂždal. Kindertauglich waren diese Feste im Gegensatz zum modernen Weihnachten demnach ganz und gar nicht. Weihnachtsgeschenke wie heute habe es nicht gegeben, auch an GemĂŒtlichkeit habe es gefehlt.

Göttern wurde mit Tieropfer gehuldigt

Wer jemandem in Norwegen wie in DĂ€nemark und Schweden heute «Frohe Weihnachten» wĂŒnscht, der sagt «God jul». Der Begriff «jul» kommt dabei nach UiA-Angaben vom altnordischen «jĂłl», einer winterlichen Opferzeremonie, die zwischen der Wintersonnenwende im Dezember und Mitte Januar gefeiert wurde. Die Wikinger tranken dabei zu Ehren der Götter und huldigten ihnen mit Tieropfern. Opferblut wurde bei den Zeremonien an WĂ€nde, auf Statuen und die FeiergĂ€ste gespritzt. 

Getrunken und verspeist wurden dabei geweihtes Bier und Fleisch, wie Kringlebotn SĂždal in einer Mitteilung ihrer UniversitĂ€t zitiert wurde. Ansonsten sei «jĂłl» ein Fest im eigenen Zuhause und erweiterten Familienkreis gewesen. Es sei auch dort viel angestoßen und getrunken worden - in gewisser Weise also so Ă€hnlich wie bei vielen heutigen weihnachtlichen Familienfeiern.

@ dpa.de