Zahl, Ehec-Infektionen

Zahl der Ehec-Infektionen in MV steigt - Einsatz in Kita

29.08.2025 - 16:58:40 | dpa.de

Die Zahl der Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern wÀchst weiter. Ob auch Kinder einer Kita betroffen sind, ist unklar. Vorsorglich wurde aber entschieden gehandelt.

  • Die Zahl der registrierten Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf 17 erhöht. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
    Die Zahl der registrierten Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich auf 17 erhöht. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
  • In Kavelstorf bei Rostock kam es wegen Ehec-Verdachts zu einem Großeinsatz des Rettungsdienstes.     - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
    In Kavelstorf bei Rostock kam es wegen Ehec-Verdachts zu einem Großeinsatz des Rettungsdienstes. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
  • Ehec ist meldepflichtig. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
    Ehec ist meldepflichtig. (Archivbild) - Foto: Guido Kirchner/dpa
  • Die Zunahme von HUS-FĂ€lle ließen Alarmglocken lĂ€uten, so Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Landesamt fĂŒr Gesundheit und Soziales (LAGuS). - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
    Die Zunahme von HUS-FĂ€lle ließen Alarmglocken lĂ€uten, so Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Landesamt fĂŒr Gesundheit und Soziales (LAGuS). - Foto: Jens BĂŒttner/dpa
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Die Zahl der bestĂ€tigten Ehec-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern hat sich weiter erhöht. Wie das Landesamt fĂŒr Gesundheit und Soziales (Lagus) am Freitag in Rostock mitteilte, kamen 5 weitere FĂ€lle hinzu, so dass nun insgesamt 17 Menschen betroffen sind. Zum Großteil handelt es sich um Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 1 und 15 Jahren. Die Infektionsquellen und -wege sind weiterhin unklar.

Proben aus Kita noch in der Auswertung

Angesicht der HÀufung von Ehec-FÀllen im Osten Mecklenburg-Vorpommerns besteht der Verdacht, dass sich die toxinbildenden Bakterien weiter in Richtung Westen ausgebreitet haben könnten. Nachdem bei elf Kleinkindern in Kavelstorf bei Rostock starkes Erbrechen und vereinzelt auch Durchfall festgestellt worden war, wurden diese per Rettungswagen vorsorglich aus der Kita direkt in die Notaufnahme der Kinderklink in Rostock gebracht. 

Ob es sich in Kavelstorf tatsĂ€chlich um Ehec- oder etwa weniger gefĂ€hrliche Norovirus-Infektionen handelt, stand zunĂ€chst nicht fest. Die Proben seien noch in der Auswertung, Ergebnisse seien frĂŒhestens fĂŒr Samstag zu erwarten, hieß es. FĂŒnf der Kita-Kinder blieben nach Angaben der Kreisverwaltung in stationĂ€rer Behandlung, da sie starke Dehydrierungserscheinungen zeigten und stabilisiert werden mĂŒssten. 

Auch wieder zwei Urlauber-Kinder betroffen 

Unter den bestĂ€tigten Neuerkrankungen sind nach Angaben des Landesgesundheitsamtes vier Kinder im Alter von 1 bis 12 Jahren. Zwei von ihnen wĂŒrden in KrankenhĂ€usern stationĂ€r behandelt. Hinzu komme ein Ehec-Fall bei einer erwachsenen Person, die wie zwei der betroffenen Kinder aus Vorpommern stamme. Die anderen beiden Kinder kommen laut Lagus aus anderen BundeslĂ€ndern und weilten mit ihren Familien zum Urlaub im Nordosten. 

Wie das Gesundheitsamt weiter mitteilte, weisen nun insgesamt sechs der Kinder ein hĂ€molytisch-urĂ€misches Syndrom (HUS) auf. Da dies zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, Blutgerinnungsstörungen und Funktionsstörungen der Nieren fĂŒhren kann, werden die Betroffenen in der Regel intensivmedizinisch versorgt. Drei von ihnen mussten an eine Dialyse.

Normalerweise wĂŒrden in MV pro Jahr ein oder zwei Ehec-FĂ€lle mit HUS registriert, aber nicht so viele in relativ kurzer Zeit mit teils schweren VerlĂ€ufen, sagte Martina Littmann, Leiterin der Abteilung Gesundheit beim Lagus. «Da gehen schon die Alarmglocken an.» Es gebe aber keinen Grund fĂŒr Panik, betonte sie. 

RKI: Keine Hinweise auf flÀchendeckende HÀufung von FÀllen

Das Robert Koch-Institut (RKI) sieht aktuell keine Hinweise auf eine HĂ€ufung von Ehec-FĂ€llen in anderen Regionen Deutschlands. Gleiches gelte fĂŒr das sogenannte hĂ€molytisch-urĂ€mische Syndrom (HUS), sagte eine Sprecherin. Das RKI beobachte die Situation aber weiter sehr genau. Ein Expertenteam aus dem Bereich der Infektionsepidemiologie stehe in engem Kontakt mit den lokalen Gesundheitsbehörden.

Aktuell sorgen auch in Belgien Ehec-Infektionen fĂŒr Aufsehen. In Seniorenheimen dort sind etwa 20 Menschen erkrankt. Der Nachrichtenagentur Belga zufolge starben bislang fĂŒnf von ihnen. 

Kinder besonders gefÀhrdet

Ehec steht fĂŒr enterohĂ€morrhagische Escherichia coli und bezeichnet bestimmte krankmachende StĂ€mme dieses Darm-Bakteriums, das vor allem bei WiederkĂ€uern vorkommt. Die Mikroben produzieren sogenannte Shigatoxine: starke Zellgifte, die bei Menschen schwere Durchfallerkrankungen bis hin zu blutigen DurchfĂ€llen sowie HUS verursachen können. Kinder sind besonders gefĂ€hrdet, weil ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht ausgereift sind.

Die Krankheitserreger können direkt oder indirekt von Tieren auf den Menschen ĂŒbertragen werden. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist ĂŒber eine Schmierinfektion möglich. Vom Verzehr eines verunreinigten Lebensmittels bis zum Ausbruch der Erkrankung dauert es im Durchschnitt drei bis vier Tage, wie es beim Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) heißt. Schon wenige Bakterien reichen aus, um eine Infektion anzustoßen. Ehec ist meldepflichtig.

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