Deutschland, Krankheit

SchÀtzung: 2.300 neue HIV-Infektionen im Jahr 2024

21.11.2025 - 04:30:10

Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist laut SchÀtzung des RKI gestiegen. Welche Gruppen besonders betroffen sind - und wie Therapien helfen.

GeschÀtzt rund 2.300 Menschen in Deutschland haben sich im vergangenen Jahr neu mit HIV infiziert. Der Wert liege um etwa 200 Neuinfektionen höher als 2023, erklÀrte das Robert Koch-Institut (RKI) in einer neuen SchÀtzung. Eine Ansteckung mit dem HI-Virus kann unbehandelt die ImmunschwÀche-Krankheit Aids hervorrufen.

Das RKI schÀtzt die Zahlen jedes Jahr. Betrachtet werden Neuinfektionen in Deutschland und von Menschen deutscher Herkunft, die sich im Ausland angesteckt haben.

Mehr Neuinfektionen nach Drogengebrauch

Die Anzahl der geschĂ€tzten HIV-Neuinfektionen bei MĂ€nnern, die Sex mit MĂ€nnern haben, lag im Jahr 2024 bei etwa 1.300 und damit um etwa 100 höher als 2023, meldet das RKI. Nach der SchĂ€tzung haben sich im Jahr 2024 etwa 400 Menschen durch das Spritzen von Drogen mit Nadeln neu mit HIV infiziert (60 mehr als 2023). In dieser Gruppe steigen die geschĂ€tzten Neuinfektionszahlen dem RKI zufolge seit 2010 langsam aber kontinuierlich an. Etwa 590 Menschen steckten sich laut der RKI-SchĂ€tzung im vergangenen Jahr außerdem bei heterosexuellen Kontakten an (45 mehr als 2023). 

Da HIV in der Regel nicht mehr zum Tod fĂŒhrt, stieg bis Ende 2024 die Zahl der Menschen, die mit einer HIV-Infektion in Deutschland leben, laut RKI auf 97.700. Davon seien etwa 8.200 HIV-Infektionen noch nicht diagnostiziert, so die SchĂ€tzung.

98 Prozent der HIV-Infizierten erhalten eine Therapie

Fast alle Menschen mit bekannter HIV-Infektion erhalten mittlerweile eine sogenannte antiretrovirale Therapie: FĂŒr das Jahr 2024 wird der Anteil auf 98 Prozent geschĂ€tzt. Von diesen Therapien verliefen etwa 96 Prozent erfolgreich - HIV ist dann sexuell nicht mehr ĂŒbertragbar.

Der Anstieg der HIV-Neuinfektionen zeige, dass es weiterer Anstrengungen bedarf, vor allem um die zielgruppenspezifischen Testangebote und den Zugang zu Therapie und Prophylaxe in der FlÀche zu verbessern, so das RKI.

HIV-Diagnosen werden oft erst Jahre nach der Infektion gestellt. Datengrundlage der RoutineĂŒbersicht sind Labormeldungen. Das RKI weist darauf hin, dass sie nur begrenzte Informationen zur aktuellen Ausbreitung von HIV in Deutschland liefern. Die Anzahl der HIV-Neuinfektionen und die Gesamtzahl der Menschen, die mit HIV in Deutschland leben, können demnach nur mit Hilfe von Modellrechnungen abgeschĂ€tzt werden.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Studie: Klimawandel könnte WeideflĂ€chen bis 2100 halbieren. Doch mit dem Klimawandel könnte sich das bis zum Jahr 2100 drastisch Ă€ndern. Besonders betroffen wĂ€re Afrika. Rund ein Drittel der LandoberflĂ€che ist Weideland - etwa fĂŒr Rinder, Schafe oder Ziegen. (Wissenschaft, 10.02.2026 - 04:30) weiterlesen...

Weltweit fĂŒnftwĂ€rmster Januar der Geschichte. Doch weltweit war der erste Monat des Jahres der fĂŒnftwĂ€rmste seit Beginn der Messungen. Teile Deutschlands hatten im Januar mit Schnee und Eis zu kĂ€mpfen. (Wissenschaft, 10.02.2026 - 04:00) weiterlesen...

Wohl mehr Drogentote durch bestimmte Opioide als bekannt. Zum Opfer werden vielfach sehr junge Menschen. Die Todeszahl wird wohl stark unterschÀtzt. Bei synthetischen Opioiden wie Fentanyl oder Nitazenen liegt die wirksame Dosis oft nah an der tödlichen. (Wissenschaft, 09.02.2026 - 01:02) weiterlesen...

Neue Expedition des Forschungsschiffs «Polarstern». Das Gebiet ist von zentraler Bedeutung fĂŒr das globale Klima- und Ozeansystem. Geplant sind Untersuchungen zum rapiden Wandel von Meereis und Ökosystemen im antarktischen Weddellmeer. (Wissenschaft, 07.02.2026 - 12:10) weiterlesen...

Großer Salzwassereinbruch aus Nordsee in Ostsee möglich. Als Binnenmeer ist die Ostsee auf SalzwassereinbrĂŒche aus der Nordsee angewiesen. Derzeit stehen die Chancen dafĂŒr außergewöhnlich gut. Der Wasserstand der Ostsee ist auf einem historischen Tiefstand. (Wissenschaft, 06.02.2026 - 13:00) weiterlesen...

FrĂŒhjahrszug startet: Kraniche kehren in Brutreviere zurĂŒck. Mehr als 10.000 Kraniche sind schon in Deutschland unterwegs. Im Nordosten erwarten sie klirrende KĂ€lte und Schnee. Sie sind Vorboten des FrĂŒhjahrs und werden sehnlichst erwartet. (Wissenschaft, 06.02.2026 - 04:30) weiterlesen...