Weniger Nashörner gewildert â aber ihre Zahl sinkt trotzdem
08.08.2025 - 00:07:36 | dpa.de
Die Zahl gewilderter Nashörner in Afrika ist rĂŒcklĂ€ufig â doch die Erfolge werden durch andere Bedrohungen wie DĂŒrren oder unzureichende Naturschutzpolitik zunichtegemacht. Davor warnen die Internationale Union fĂŒr Naturschutz (IUCN) und die Organisation Traffic in einem neuen Bericht.
Seit 2021 sei ein RĂŒckgang von durch Wilderer getöteten Nashörnern verzeichnet worden. Die Wildereiquote afrikanischer Nashörner sank im letzten Jahr auf 2,15 Prozent und erreichte damit ihren niedrigsten Stand seit 2011, heiĂt es in dem Bericht. Trotzdem sei die Zahl der Nashörner auf dem afrikanischen Kontinent insgesamt gesunken. Im Jahr 2024 ging die Population um 6,7 Prozent auf schĂ€tzungsweise 22.540 Tiere zurĂŒck. Dazu gehören 15.752 von der IUCN als «potenziell gefĂ€hrdet» eingestufte Breitmaulnashörner sowie 6.788 als «vom Aussterben bedroht» eingestufte Spitzmaulnashörner.
Erfolge sind kurzlebig
Die positiven Entwicklungen im Tierschutz seien sehr fragil, betonte Dave Balfour, der Vorsitzende der IUCN African Rhino Specialist Group. In den ersten drei Monaten dieses Jahres sei die Wilderei in Afrika beispielsweise in einigen Regionen wieder angestiegen. In SĂŒdafrika, wo die groĂe Mehrheit aller afrikanischen Nashörner lebt, wurden in dem Zeitraum demnach 150 Nashörner fĂŒr ihr Horn getötet. Im Tschad wurden zwei weibliche Spitzmaulnashörner gewildert, so dass in dem zentralafrikanischen Land nur noch zwei Spitzmaulnashorn-MĂ€nnchen ĂŒbrig seien.
Leichter Anstieg bei asiatischen Nashörnern
In Asien gibt es laut dem Bericht einen positiven Trend: In Indien, Nepal und Indonesien wird die Zahl der Nashörner auf bis zu 4.172 Tiere geschĂ€tzt - das sind 0,3 Prozent mehr als 2022. Die Panzernashörner in Indien und Nepal gelten als «gefĂ€hrdet», wĂ€hrend die indonesischen Java- und Sumatra-Nashörner als «vom Aussterben bedroht» eingestuft sind, da von ihnen nach Angaben der Wissenschaftler jeweils nur 50 Tiere oder weniger ĂŒbrig sind.
Mangelnde Daten und Transparenz
Aufgrund groĂer LĂŒcken in den Daten bleibt es laut dem Bericht schwierig, das tatsĂ€chliche AusmaĂ des Hornschmuggels zu bemessen. Es fehle an standardisierter Ăberwachung und Transparenz. Die Wirksamkeit von SchutzmaĂnahmen fĂŒr Nashörner könne daher nur eingeschrĂ€nkt bewertet werden. Um Wilderei dauerhaft zu bekĂ€mpfen und Handelsnetze zu zerschlagen, seien informationsgestĂŒtzte Polizeiarbeit, sicheres Lebensraummanagement, starker politischer Wille und enge globale Zusammenarbeit notwendig.
Obwohl der internationale Handel mit Nashorn-Hörnern verboten ist, findet der Schmuggel â vor allem von Afrika nach Vietnam, Malaysia und China - weiter statt. Das Horn ist in SĂŒdostasien aus kulturellen und vermeintlichen medizinischen GrĂŒnden gefragt, der Wert kann Zehntausende US-Dollar pro Kilogramm betragen.
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