Zahl der Ebola-VerdachtsfĂ€lle im Kongo steigt auf ĂŒber 900
25.05.2026 - 14:35:38 | dpa.deDie Demokratische Republik Kongo zĂ€hlt bei dem aktuellen Ausbruch des tödlichen Ebola-Virus mittlerweile mehr als 900 VerdachtsfĂ€lle. Das teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Wochenende mit, die sich dabei auf Zahlen und Daten der Regierungen in den betroffenen LĂ€ndern stĂŒtzt.Â
Nach Angaben der kongolesischen Regierung von Sonntagabend sind seit Beginn des Ausbruchs 204 Erkrankte gestorben. Das sind gut 30 TodesfĂ€lle und mehr als 100 zusĂ€tzliche Infektionen als noch am Vortag. Im Labor bestĂ€tigt wurden nach kongolesischen Regierungsangaben bisher 91 Infektionen, darunter 10 mit tödlichem Verlauf.Â
Im Nachbarland Uganda sind bislang sieben weitere bestĂ€tigte FĂ€lle bekannt, die mit dem Ausbruch im Ostkongo in Zusammenhang stehen. Zahlen zu VerdachtsfĂ€llen veröffentlicht das Land nicht. Die Gesundheitsminister der Region hatten sich am Wochenende in der ugandischen Hauptstadt Kampala getroffen, um ein koordiniertes Vorgehen zu beraten.Â
Verzögerte Entdeckung des Ausbruchs
Die vom Ausbruch betroffene Region im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist geprĂ€gt von bewaffneten Konflikten und hoher MobilitĂ€t einer Bevölkerung mit mehreren Millionen BinnenflĂŒchtlingen. Auch die Behandlung der hochansteckenden Patienten ist fĂŒr das medizinische Personal im tropischen Klima Zentralafrikas eine groĂe Herausforderung. Um Kreislaufprobleme im Hochrisikobereich zu vermeiden, können sie in der Regel nur eine Stunde am StĂŒck im Schutzanzug arbeiten.Â
Der Ausbruch wurde erst verzögert entdeckt â auch, weil nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums das zustĂ€ndige Labor in Bunia in der Grenzregion zu Uganda zunĂ€chst nicht den verantwortlichen Virus-Typ Bundibugyo als Erregerstrang entdecken konnten. Dies sei erst bei der Untersuchung der Proben in einem Labor in Kinshasa geschehen. Die ersten Ebola-FĂ€lle waren erst Mitte Mai im Labor bestĂ€tigt worden, nachdem der Ausbruch wohl wochenlang unentdeckt geblieben war. Kurz darauf erklĂ€rte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite.
Ein amerikanischer Ebola-Patient, der sich im Kongo infiziert hatte, wird weiterhin in der Berliner Charité behandelt. Das UniversitÀtsklinikum hatte seinen Zustand zuletzt als sehr geschwÀcht, aber aktuell nicht kritisch bezeichnet.
Bislang weder Impfung noch Therapie fĂŒr seltene Ebola-Variante
Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudĂ€mmen, weil es fĂŒr den seltenen Bundibugyo-Typ bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Die WHO betrachtet das Risiko einer Ansteckung im Kongo als sehr hoch, in der Region als hoch, weltweit aber als gering. Ebola ĂŒbertrĂ€gt sich anders als etwa das Coronavirus nicht durch Tröpfchen in der Luft, sondern durch engen Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten eines Infizierten.
Angehörige fordern Herausgabe der Leichen
Bereits mehrmals wurden in den vergangenen Tagen Behandlungszelte in Ebola-Zentren in Brand gesetzt, weil Angehörige die Herausgabe der Leichen mutmaĂlicher Ebola-Patienten erreichen wollten. Auch verstorbene Ebola-Patienten gelten als hochansteckend und mĂŒssen unter besonderen Sicherheitsbedingungen beigesetzt werden. Im Kongo und vielen afrikanischen Gesellschaften spielt der Abschied von den Toten und ihre Begleitung auf dem letzten Weg mit Totenwache und Abschied am offenen Sarg eine wichtige Rolle.
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