Digital-Gipfel, Berlin

Digital-Gipfel in Berlin: Merz besucht NEURA-Robotics-Roboter

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 03:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Beim Berliner Gipfel stehen KI-Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit im Fokus; für 2027 kündigt die Bundesregierung eine europäische Digitaldialog-Initiative an.
Innenansicht der Wilhelm Hallen in Berlin mit hohen Industriedecken und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Bundeskanzler Merz besucht am Montagnachmittag den diesjährigen Digital-Gipfel der Bundesregierung in Berlin. Auf dem Programm des Regierungschefs stehen neben einer Grundsatzrede die Besichtigung eines humanoiden Roboters des Unternehmens NEURA Robotics sowie die Teilnahme an einem Gesprächskreis mit führenden Wirtschaftsvertretern. Zum Abschluss des ersten Gipfeltages tritt Merz gemeinsam mit Bundesdigitalminister Wildberger vor die Presse.

Der Digital-Gipfel findet am 2. und 3. November 2026 in den Berliner Wilhelm Hallen im Bezirk Reinickendorf statt. Die Veranstaltung steht unter dem Leitmotiv, Künstliche Intelligenz sicher, souverän und wettbewerbsfähig zu gestalten.

Mehr als 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nehmen an der Konferenz teil, darunter Digitalminister aus europäischen Staaten und Kanada sowie Vertreter der EU-Kommission, des Deutschen Bundestags und der Bundesländer.

Die Bundesregierung stellt Livestreams des Programms auf Deutsch, Englisch und in Gebärdensprache bereit. Das Eröffnungspanel des von Minister Wildberger eröffneten Treffens widmet sich den Lehren aus den Berichten von Mario Draghi und Enrico Letta zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit.

Technologische Innovationen und Initiativen

Im Zentrum des Kanzlerbesuchs steht unter anderem die Präsentation von NEURA Robotics. Die vom Unternehmen entwickelten humanoiden Roboter verfügen über Seh-, Hör- und Tastfähigkeiten und sind für den Einsatz in Industrie und Privathaushalten konzipiert.

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Die Bundesregierung legt den inhaltlichen Schwerpunkt der diesjährigen Konferenz auf politisch-strategische Fragen zur Anwendung und Sicherheit von KI sowie auf technologische Neuentwicklungen. Für das erste Quartal 2027 kündigte die Bundesregierung zudem den Start einer Europäischen Digitaldialog-Initiative an.

Begleitend zum Gipfel meldeten sich Branchenvertreter und Institutionen mit strategischen Vorschlägen zu Wort. Bundesbank-Vorständin Köhler-Geib, die Präsidentin des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Plattner, sowie die hessische Digitalministerin Sinemus regen an, dass die EU-Kommission den Cloud-Bedarf der öffentlichen Hand in zwei Großverträgen bündeln solle.

Ein Vertrag solle mit europäischen Anbietern, der andere mit außereuropäischen Betreibern inklusive Hyperscalern geschlossen werden. Sie verwiesen darauf, dass Europa im Jahr 2025 noch 80 Prozent seiner IT-Infrastruktur und Technologien von außereuropäischen Anbietern bezogen habe.

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Stimmen aus der Digitalwirtschaft

Aus den Unternehmen kommen konkrete Forderungen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. SAP-Vorstand Thomas Saueressig hob vor der Konferenz hervor, dass verstärkte Investitionen in KI notwendig seien, um hohe heimische Produktionskosten auszugleichen.

Als zentrale Dimensionen von Souveränität nannte er Daten, Technologie, Betrieb und Recht, dämpfte zugleich aber Erwartungen an eine vollständige Autarkie bei Halbleitern, Rechenzentren und Cloud-Software.

Das Softwareunternehmen verwies zudem auf bereits umgesetzte Partnerschaften mit den KI-Unternehmen Mistral und Cohere, eine neu entstandene KI-Fabrik in München sowie die Behörden-Cloud Delos, die sich nach technischer Umsetzung in der behördlichen Zertifizierung durch das BSI befinde.

Der Bundesverband Breitbandkommunikation (BREKO) forderte durch Geschäftsleitungsmitglied Sven Knapp Vorrang für Investitionen vor neuen regulatorischen Auflagen, ein klares Verfahren für den Wechsel von Kupfer auf Glasfaser sowie den Ausbau regionaler Edge-Rechenzentren.

Der Verband vertritt 550 Mitgliedsunternehmen, darunter mehr als 260 Netzbetreiber, die für über die Hälfte des deutschen Glasfaserausbaus stehen und im Jahr 2025 Investitionen von 4,4 Milliarden Euro tätigten.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verlangte flankierend eine Vertiefung des digitalen Binnenmarkts, mehr Wagniskapital und rechtssichere Vorgaben für das Trainieren von KI-Modellen.

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