Digital Governance: Jamaika startet Weltbank-Projekt bis 8. Juni
02.06.2026 - 06:30:22 | boerse-global.deWeltbank-Hilfe für die digitale Wende
Jamaika schaltet einen Gang höher bei der Modernisierung seiner öffentlichen Verwaltung. Im Fokus stehen effizientere Abläufe, besserer Datenschutz und einfacherer Zugang für Bürger. Dafür hat die Regierung nun eine Ausschreibung für einen Digital Governance Rapid Assessment and Action Plan (DGRAAP) gestartet. Finanziert wird das Projekt von der Weltbank. Fünf Ministerien sollen auf ihre digitale Reife geprüft werden, um konkrete Prioritäten für die Digitalisierung festzulegen. Bewerbungsschluss für Beratungsangebote ist der 8. Juni 2026.
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Erst Ende Mai fanden dazu Gespräche zwischen Jamaikas ICT-Behörde, dem Büro des Premierministers und einer Weltbank-Delegation statt. Dabei wurden Erfahrungen aus Japan und Moldau analysiert – zwei Länder, die in der digitalen Verwaltung als Vorreiter gelten.
Bildung als Schlüssel gegen soziale Ungleichheit
Der digitale Wandel soll auch in den Klassenzimmern ankommen. Am 29. Mai eröffnete Vizepremier Dr. Horace Chang ein neues Computerlabor an der New Roads Primary School in Westmoreland. Das „Dr. Horace Chang Digital Learning Centre" ist mit 20 Arbeitsplätzen, Starlink-Satelliteninternet und Laptops für Lehrkräfte ausgestattet.
Chang betonte die Bedeutung von Technologie und Bildung für die Armutsbekämpfung. Die lokale Initiative ist Teil eines größeren Pakets: Die Regierung führt unter anderem digitale Signaturen, sichere Datenaustauschprotokolle zwischen Behörden und strengere Datenschutzgesetze ein.
Fachkräfte aus Ghana – neue Führung beim Staatsinformationsdienst
Um den Personalbedarf zu decken, setzt Jamaika auf internationale Kooperation. Am 1. Juni gab Ghanas Außenminister Samuel Okudzeto Ablakwa bekannt, dass die Verhandlungen über die Entsendung von rund 400 Pflegekräften und Lehrern nach Jamaika kurz vor dem Abschluss stehen. Das Abkommen soll bis August 2026 unterzeichnet werden.
Parallel dazu hat die Jamaica Information Service (JIS) einen neuen CEO: Giovanni Dennis übernimmt die Leitung des staatlichen Informationsdienstes in dieser Umbruchphase.
Karibik im Digitalisierungsfieber
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Jamaika ist mit seinen Reformen nicht allein. Auch andere Karibikstaaten treiben die digitale Transformation voran:
- Grenada ernannte am 1. Juni Ron Livingston Redhead zum Minister für digitale Transformation – mit Zuständigkeit für KI-Politik, Cybersicherheit und E-Government.
- St. Kitts und Nevis unterzeichnete am 31. Mai einen Vertrag zur Entwicklung eines nationalen digitalen Gesundheitsinformationssystems. Die erste Investition liegt bei umgerechnet rund 560.000 Euro.
- St. Vincent und die Grenadinen vergab einen Fünf-Jahres-Auftrag für das DRIVE-Projekt zur digitalen Inklusion – finanziert mit umgerechnet rund 540.000 Euro.
Die Inselstaaten der Region setzen damit ein klares Zeichen: Die Zukunft der Verwaltung ist digital – und Jamaika will ganz vorne mitmischen.
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