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Digital Services Act: eBay drohen bis zu 600 Millionen Euro Bußgeld

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 17:44 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die Bundesnetzagentur wirft eBay Verstöße gegen das EU-Digitalgesetz vor. Mängel bei Meldeverfahren und Händlerkontrolle stehen im Fokus.

eBay droht Millionenstrafe: Bundesnetzagentur leitet Verfahren ein
Digital - Eine Hand hält ein Smartphone mit einer Online-Marktplatz-Anzeige, im Hintergrund verschwommene Personen an Bildschirmen. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Behörde wirft dem Online-Marktplatz Verstöße gegen das EU-Digitalgesetz (Digital Services Act, DSA) vor. Im Fokus stehen Mängel beim Meldeverfahren für rechtswidrige Inhalte und eine unzureichende Nachverfolgbarkeit von Händlern.

Behördliche Vorwürfe im Detail

Das Verfahren läuft seit Anfang des Jahres. Die Bundesnetzagentur sieht eBay in der Pflicht, Verbraucher besser zu schützen. Ein zentraler Kritikpunkt: Das Meldesystem für rechtswidrige Angebote sei mangelhaft ausgestaltet. Das erschwere die Bekämpfung von Betrug und illegalen Inhalten.

Zudem kritisiert die Aufsichtsbehörde die mangelnde Transparenz bei Plattform-Maßnahmen. Kontosperrungen oder Inhaltsentfernungen seien oft nicht ausreichend begründet worden. Auch die Nachverfolgbarkeit von Händlern sei unzureichend – ein Problem, das die gesetzlichen Vorgaben zum Schutz vor betrügerischen Aktivitäten untergräbt.

Willkürliche Praktiken bei Zahlungen

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Besonders brisant: die internen Konfliktlösungsprozesse. Laut Behörde kam es zu Fällen, in denen Rückerstattungen eingeleitet und Gelder von Verkäuferkonten eingezogen wurden – ohne vorherige Anhörung der Betroffenen. Solche Praktiken verletzen die Transparenzpflichten des Unternehmens.

eBay kann nun zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Bleiben die Mängel bestehen, drohen empfindliche Sanktionen. Das EU-Digitalgesetz sieht Bußgelder von bis zu 6 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Für eBay könnte das eine Summe von bis zu 600 Millionen US-Dollar bedeuten. Das Unternehmen selbst weist die Vorwürfe zurück.

Betrugswelle im Netz

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Die Maßnahmen fallen in eine Zeit steigender Betrugsrisiken. Neben Unregelmäßigkeiten auf Handelsplattformen nehmen auch andere digitale Betrugsmaschen zu. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Fälle bekannt: Kriminelle erbeuteten durch manipulierte E-Mails oder gefälschte Telefonnummern hohe fünfstellige Beträge von Privatpersonen.

Besonders in Sachsen zeigt sich das Ausmaß: Trickbetrüger erbeuteten dort im vergangenen Jahr rund 2,7 Millionen Euro. Behörden und Verbraucherschützer reagieren mit verstärkten Schulungsangeboten. Sie warnen davor, unter Druck Überweisungen zu bestätigen oder sensiblen Daten in E-Mails zu vertrauen, die zur sofortigen Handlung auffordern.

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