Digitale, Bildung

Digitale Bildung: 500.000 Lehrer und Schüler bis Ende 2026 zertifiziert

20.06.2026 - 06:51:19 | boerse-global.de

Google, UNESCO und die Asiatische Entwicklungsbank investieren massiv in digitale Bildung. In Deutschland fördert die Handwerkskammer Pfalz KI-gestützte Ausbildung.

Globaler Wettlauf: Milliarden für KI-Bildung und digitale Klassenzimmer
Digitale - Students and educators in a modern classroom interacting with holographic digital learning modules and AI interfaces. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von Indien bis Deutschland investieren Regierungen und Konzerne massiv in KI-Trainings und digitale Infrastruktur. Der Bedarf ist enorm – doch die Umsetzung hinkt hinterher.

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Google startet KI-Lehrprogramm für Lehrer

Der Suchmaschinenriese Google hat gemeinsam mit der Bildungsorganisation ISTE+ASCD eine neue Trainingsreihe vorgestellt. Die „Google AI Educator Series" besteht aus kurzen, 15-minütigen Modulen, die speziell für den Unterrichtseinsatz konzipiert sind. Lehrer können nach Abschluss digitale Abzeichen erwerben. Der IT-Dienstleister CDW unterstützt das Programm mit kostenlosen Workshops.

Parallel dazu baut die UNESCO ihre „Global Skills Academy" in Kenia aus. Partner sind Microsoft, KPMG und die Tablet Academy. Das Ziel: Bis Ende 2026 mehr als 500.000 Lehrer und Schüler zertifizieren. Schon jetzt haben über 5.300 Teilnehmer profitiert – die meisten davon Schüler. Nach dem Erfolg in Kenia soll das Programm auf Ghana, Indien, Malaysia, Uganda und Tansania ausgeweitet werden.

In Indien bereitet das staatliche Bildungsforschungsinstitut von Uttar Pradesh eine spezielle Schulung für 900 Lehrer vor. Das IIT Kanpur vermittelt digitale Grundbildung, algorithmisches Denken, Programmieren und Robotik.

Asiatische Entwicklungsbank finanziert 58.000 digitale Klassenzimmer

Große Summen fließen in die digitale Infrastruktur. Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) hat umgerechnet rund 9,2 Millionen Euro für die indische Firma Schoolnet India Limited bewilligt. Es ist die erste private Investition der ADB im indischen Bildungssektor. Das Projekt soll rund 58.000 digitale Klassenzimmer in mindestens 1.000 staatlichen Schulen schaffen. Davon profitieren 4,5 Millionen Schüler – und über 56.000 Lehrer erhalten eine Schulung in digitalen Methoden.

Pfalz investiert in KI-gestützte Ausbildung

Auch in Deutschland tut sich etwas. Die Handwerkskammer (HWK) Pfalz steckt 2,2 Millionen Euro in ihr Bildungszentrum in Kaiserslautern. Ein Schwerpunkt: eine neue Elektronikwerkstatt. Herzstück ist das Projekt „InnoLernKI", entwickelt mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). KI-gestützte Trainingswände vermitteln Inhalte zu Smart-Home-Technologie, Photovoltaik und Wärmepumpen.

Unternehmen tun sich schwer mit KI-Schulungen

Der Bedarf an Weiterbildung ist riesig – doch die Realität sieht anders aus. Der Look4ward-Bericht der italienischen Bank Intesa Sanpaolo und der Universität Luiss zeigt: 31 Prozent der Unternehmen nutzen bereits KI, ein Anstieg von 19 Prozent im Vorjahr. Immerhin 85 Prozent planen Schulungen – aber nur 19 Prozent haben tatsächlich strukturierte Programme. Aktuell haben 46 Prozent der Mitarbeiter keine spezifische KI-Ausbildung. Und 44 Prozent der Firmen wollen in den nächsten ein bis zwei Jahren auch nicht investieren.

Um diese Lücke zu schließen, haben das IIT Roorkee und TeamLease EdTech ein sechsmonatiges Führungskräfteprogramm gestartet. Der Fokus liegt auf KI für den E-Commerce: maschinelles Lernen, generative KI und Sprachverarbeitung. Die Absolventen sollen Betrugserkennung und Empfehlungssysteme managen können.

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Nicht nur in der Wirtschaft, auch im privaten Bereich nutzen immer mehr Menschen die Chancen der künstlichen Intelligenz, um Zeit zu sparen und Prozesse zu vereinfachen. Der kostenlose Ratgeber von Computerwissen erklärt die wichtigsten ChatGPT-Tricks so einfach, dass wirklich jeder sofort starten kann. Diese einfachen ChatGPT-Befehle kennen die wenigsten – dabei erleichtern sie den Alltag enorm

Ukraine: Digitalunterricht als Rettungsanker

In Krisenregionen wird digitale Bildung zur Überlebensfrage. In der Ukraine nehmen Stand Mai 2026 über 285.000 Schüler am Fernunterricht teil. Weitere 315.000 Kinder im Ausland nutzen digitale Plattformen. Dennoch berichten 95 Prozent der Lehrer von Leistungseinbrüchen seit 2022.

Sachsens Handwerk droht der Kollaps

In Sachsen schlagen Experten Alarm: Bis 2034 fehlen voraussichtlich mehr als 120.000 Fachkräfte – demografisch bedingt. Zwar setzen Handwerksbetriebe zunehmend auf KI und Automatisierung, doch die größten Lücken klaffen in der Pflege und in traditionellen Gewerken.

Eine aktuelle Studie aus den Philippinen unterstreicht zudem die Bedeutung von Eigeninitiative: In ländlichen Regionen, wo formale Bildungsangebote rar sind, sind selbstgesteuertes digitales Lernen und professionelle Lerngemeinschaften der Schlüssel zum Erfolg.

de | wissenschaft | 69587589 |