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Digitale Kommunikation: 65 Prozent vermissen echte NÀhe im persönlichen Austausch

Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Befragung zeigt mehr MissverstÀndnisse, Erreichbarkeitsstress und KI-Einsatz beim Schreiben privater Nachrichten.

Social-Media-Atlas 2026: Digitale Kommunikation belastet persönliche Kontakte
Ein minimalistischer, leerer Wohnraum mit einem einsamen Stuhl im einfallenden Sonnenlicht, der eine AtmosphÀre von Distanz vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Die digitale Kommunikation bestimmt zunehmend den Alltag, verdrĂ€ngt dabei jedoch immer hĂ€ufiger den unmittelbaren zwischenmenschlichen Kontakt. Eine Untersuchung gibt nun detaillierten Einblick in die Folgen dieser Entwicklung fĂŒr Beziehungen und Wohlbefinden: Der im Januar 2026 erhobene Social-Media-Atlas 2026, den das Marktforschungsunternehmen Toluna im Auftrag von PER Consulting und PER Intelligence durchgefĂŒhrt hat, analysiert das Kommunikationsverhalten von rund 3.600 reprĂ€sentativ befragten Internetnutzern ab 16 Jahren.

Wie das Portal jungezielgruppen.de in einem Bericht vom 05.10.2026 darlegt, fĂŒhrt der hohe zeitliche Aufwand fĂŒr digitale KanĂ€le keineswegs zu einer besseren VerstĂ€ndigung, sondern verstĂ€rkt vielmehr emotionale Distanz und Unsicherheiten.

Fehlende NĂ€he und wachsende HĂŒrden im direkten Kontakt

Den Ergebnissen zufolge verbringen Internetnutzer durchschnittlich 20,7 Stunden pro Woche damit, privat ĂŒber soziale Netzwerke zu chatten. Diese intensive Nutzung geht jedoch mit deutlichen Defiziten im zwischenmenschlichen Erleben einher.

So gaben 65 Prozent der Befragten an, dass sie echte NÀhe beim persönlichen Austausch vermissen. Zudem birgt der digitale Austausch erhebliche Reibungsverluste: 81 Prozent der Teilnehmer beobachten online hÀufiger MissverstÀndnisse als im direkten GesprÀch von Angesicht zu Angesicht.

Gleichzeitig verlagern sich auch zentrale Beziehungen weiter auf digitale Plattformen. Knapp ein Drittel der Befragten kommuniziert mit Freunden bevorzugt per Social Media. Im Kontakt mit Familienmitgliedern liegt dieser Anteil bei 22 Prozent, und innerhalb einer Partnerschaft ziehen 15 Prozent die sozialen Medien vor.

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Diese Schwerpunktverlagerung hinterlĂ€sst Spuren in den kommunikativen FĂ€higkeiten und der Tiefe der Interaktionen. Jede und jeder Zweite fĂŒhrt den Studienergebnissen nach weniger tiefgrĂŒndige GesprĂ€che.

Bei 43 Prozent der Teilnehmer sorgt die Entwöhnung dafĂŒr, dass sie direkte GesprĂ€che bisweilen als ungewohnt oder gar gezwungen empfinden. DarĂŒber hinaus gaben 47 Prozent an, sich durch den Einfluss von Social Media einfacher beziehungsweise weniger gewĂ€hlt auszudrĂŒcken.

Erreichbarkeitsstress und der zunehmende Einsatz von KI-Tools

Neben den qualitativen Einbußen bei GesprĂ€chen erzeugt die permanente Anbindung an Plattformen spĂŒrbare Belastungen. 58 Prozent der Befragten fĂŒhlen sich durch die stĂ€ndige Erreichbarkeit gestresst.

Um diesen Anforderungen gerecht zu werden oder Unsicherheiten abzufedern, greifen viele Nutzer mittlerweile auf automatisierte Hilfsmittel zurĂŒck. 54 Prozent der Befragten lassen ihre Nachrichten vor dem Absenden von kĂŒnstlicher Intelligenz verbessern.

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In den jĂŒngeren Altersgruppen fĂ€llt dieser Trend noch ausgeprĂ€gter aus: Bei der Generation Z liegt der Anteil bei 72 Prozent, wĂ€hrend es in der Generation Y 65 Prozent sind. Zudem lĂ€sst mehr als die HĂ€lfte aller Befragten private Mitteilungen vorab durch KI gegenchecken.

Die Erhebung von PER Consulting und PER Intelligence verdeutlicht damit, wie digitale Vermittlung und automatisierte Korrekturschleifen das Kommunikationsverhalten nachhaltig verÀndern und bestehende persönliche Unsicherheiten verstÀrken können.

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