Digitale Kompetenzen: 56% der Unternehmen sehen Nachholbedarf
26.06.2026 - 03:31:44 | boerse-global.de
Das zeigt die aktuelle TÜV Weiterbildungsstudie 2026. In größeren Firmen mit über 250 Beschäftigten liegt der Wert sogar bei 74 Prozent. Besonders betroffen: der Handel mit 63 Prozent und die öffentliche Verwaltung mit 59 Prozent.
IT-Sicherheit und KI-Kompetenzen stufen 46 Prozent der Betriebe als kritisch ein. Die digitale Transformation verändert nicht nur Arbeitsprozesse, sondern stellt auch die Belegschaft vor neue Herausforderungen.
Deutsche bewerten eigene Digitalkenntnisse mit Note 2,6
Eine Bitkom-Erhebung vom 24. Juni 2026 zeigt: Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen (54 Prozent) gibt an, dass technologische Innovationen schneller voranschreiten als ihre eigenen Fertigkeiten. Zum heutigen Digitaltag liegt der Fokus daher auf digitaler Sicherheit. Immerhin: Rund drei Viertel der Bevölkerung können die Preisgabe ihrer Daten bereits fundiert einschätzen.
Der technologische Wandel trifft zunehmend auch Berufseinsteiger. Ein jobs.ch-Report vom 24. Juni 2026 belegt: Die Zahl der Einstiegspositionen in KI-beeinflussten Berufsfeldern ist seit dem Durchbruch generativer KI um 32 Prozent gesunken. Rund 41 Prozent der unter 25-Jährigen sorgen sich um die künftige Relevanz ihrer Qualifikationen.
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Hochschulen setzen auf KI-Studiengänge und unkonventionelle Methoden
Bildungseinrichtungen reagieren mit spezialisierten Angeboten. Die Hochschule Wismar startet im Wintersemester 2026 einen Online-MBA in Angewandter KI. Einschreibungen sind bis Ende Juli möglich. Das Programm soll Führungskräfte zu KI-Strategen umschulen.
Parallel gewinnen unkonventionelle Trainingsmethoden an Bedeutung. Die Hochschule Harz integriert pferdegestützte Trainings in ihren wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereich – zur Förderung von Selbstreflexion und emotionaler Intelligenz. Anbieter wie ReSolTat nutzen Segelyachten als Lernraum für Führungskräfte.
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Der Hintergrund: Der Gallup Engagement Index 2025 zeigte, dass nur jeder zehnte Beschäftigte eine hohe emotionale Bindung zu seinem Arbeitgeber hat. Kontinuierliche Weiterbildung gilt daher auch als Instrument zur Mitarbeiterbindung.
Finanzielle Hürden und neue Führungsspitze an der ETH
Verschiedene Förderinstrumente sollen lebenslanges Lernen ermöglichen. In Niederösterreich feierte die Arbeiterkammer das 25-jährige Bestehen ihres Bildungsbonus – bis zu 150 Euro jährlich pro Person. Allein im Bezirk Mödling wurden 2025 rund 16.818 Euro ausgezahlt. Für spezialisierte Schulungen im Gastgewerbe können Betriebe zudem Lohnkostenerstattungen von bis zu 75 Prozent über das Qualifizierungschancengesetz beantragen.
Zur Einordnung akademischer Weiterbildungen dient das ECTS-System. Ein Punkt entspricht 30 Stunden Arbeitsaufwand. Die Kosten variieren stark: Ein Certificate of Advanced Studies (CAS) kostet zwischen 5.000 und 12.000 CHF, ein Diploma of Advanced Studies (DAS) zwischen 15.000 und 30.000 CHF. MBA-Programme rangieren zwischen 30.000 und 80.000 CHF.
An der ETH Zürich zeichnet sich ein Führungswechsel ab. Der Bundesrat wählte Günther Dissertori zum neuen Präsidenten. Er tritt sein Amt am 1. Januar 2027 an und folgt auf Joël Mesot, der Ende 2026 ausscheidet. Die Hochschule verabschiedete im Juni rund 155 Masterabsolventen in den Agrar- und Umweltnaturwissenschaften.
