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Digitale Kompetenzen: 56 Prozent der Betriebe sehen großen Nachholbedarf

26.06.2026 - 07:42:05 | boerse-global.de

56 Prozent der Betriebe sehen Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen. KI verunsichert vor allem Berufseinsteiger.

TÜV-Studie 2026: Große Digitalisierungslücke in deutschen Firmen
Digitale - Eine Gruppe von Fachleuten, die in einem modernen Büro an Computern und digitalen Bildschirmen arbeiten und zusammenarbeiten. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

56 Prozent der Betriebe sehen großen Nachholbedarf bei digitalen Kompetenzen. KI verändert den Arbeitsmarkt rasant – und verunsichert vor allem den Nachwuchs.

Die TÜV Weiterbildungsstudie 2026 zeigt: Die Digitalisierungslücke in deutschen Unternehmen ist groß. Auf Basis einer Forsa-Umfrage unter 500 Unternehmen im Februar geben 56 Prozent an, dass ihre Belegschaft bei digitalen Anwendungskompetenzen qualifiziert werden muss. Bei Firmen ab 250 Beschäftigten sind es sogar 74 Prozent.

Die Defizite verteilen sich unterschiedlich auf die Branchen. Im Handel sehen 63 Prozent der Betriebe Nachholbedarf, in der öffentlichen Verwaltung 59 Prozent. Der Dienstleistungssektor liegt bei 54 Prozent, die Industrie bei 52 Prozent. Neben grundlegenden Anwendungen fehlen bei 46 Prozent der Unternehmen Fachkenntnisse in IT-Sicherheit, Datenanalyse und KI. Der TÜV-Verband fordert deshalb eine bundesweite Digitalkompetenzoffensive.

KI verunsichert Berufseinsteiger

Der Einfluss künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt ist längst messbar. Ein Report von jobs.ch für den Schweizer Arbeitsmarkt vom Juni 2026 zeigt: Die Zahl der Stellenanzeigen für Berufseinsteiger sank im Vergleich zu 2019–2022 um 32 Prozent. 44 Prozent aller Inserate entfallen auf Rollen, die stark durch KI beeinflusst werden.

Die Folge: Verunsicherung beim Nachwuchs. 41 Prozent der unter 25-Jährigen fürchten, durch Automatisierung beruflich irrelevant zu werden – „AI FOBO“ (Fear of Becoming Obsolete) nennen Experten dieses Phänomen. Während KI-Fachkräfte für 34 Prozent der Unternehmen schwer zu finden sind, hat sich der Fachkräftemangel in anderen Bereichen dramatisch verschärft. Pflegefachkräfte zu rekrutieren, ist heute achtmal schwieriger als 2023.

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Future Skills: Mehr als nur Technik

Neben technologischen Fähigkeiten gewinnen überfachliche Kompetenzen an Bedeutung. Die ReSolTat GmbH & Co. KG hebt in einer Analyse vom Juni 2026 den Bildungsurlaub als strategisches Instrument hervor. Im Fokus stehen Problemlösefähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Selbstorganisation und kritisches Denken.

Die emotionale Bindung der Beschäftigten an ihre Arbeitgeber bleibt schwach. Laut Gallup Engagement Index 2025 weist nur jeder ohne Mitarbeiter eine hohe Bindung zum Unternehmen auf. Coach Karin Lausch empfiehlt eine Kultur der Ehrlichkeit: Wöchentliche Feedback-Runden könnten helfen, Lügen aus Höflichkeit zu vermeiden, die Vertrauen und Entwicklung langfristig schaden.

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Renteneintritt: Baby-Boomer am flexibelsten

Die demografische Entwicklung erschwert die Personalplanung zusätzlich. Die Xing-Wechselwilligkeitsstudie 2026 zeigt: 50 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lehnen eine Weiterarbeit nach Renteneintritt ab. Überraschend offen zeigt sich die Generation der Baby-Boomer (Jahrgänge 1946–1964) – 52 Prozent können sich eine längere Lebensarbeitszeit vorstellen.

Förderungen und Programme für die Praxis

Um den Weiterbildungsbedarf zu decken, gibt es zahlreiche Angebote:

  • Finanzielle Unterstützung: Die Arbeiterkammer Niederösterreich zahlt seit 25 Jahren einen Bildungsbonus – bis zu 50 Prozent der Kurskosten.
  • Akademische Qualifizierung: Die Leibniz Universität Hannover bereitet mit „Promotion plus+ qualifiziert“ Promovierende und Postdocs auf Karrieren außerhalb der Wissenschaft vor. Bewerbungen sind bis Mitte August möglich, Start ist Anfang November 2026.
  • Gesundheitswesen: Die UKE Akademie in Hamburg bietet Fachweiterbildungen für Intensivpflege, Onkologie und Operationsdienst an – neue Termine starten Anfang Juli 2026.
  • Bauwesen: Das VDI Wissensforum listet über 170 Weiterbildungen zu Building Information Modeling (BIM) und nachhaltigem Bauen.

Die Arbeitsagentur Gießen informiert zudem in Online-Veranstaltungen über Beschäftigtenqualifizierung – ein Angebot für Unternehmen, die den Transformationsprozess aktiv gestalten wollen.

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