Digitale Packungsbeilagen: KrankenhÀuser testen ab Herbst 2026
28.05.2026 - 11:12:38 | boerse-global.de
Digitale Packungsbeilagen sollen ab Herbst 2026 in deutschen KrankenhÀusern getestet werden.
Das âdiGItal-Pilotprojekt" startet im dritten Quartal 2026 und untersucht, ob sich die elektronischen Beipackzettel aus 14 anderen EU-Staaten auf das deutsche Gesundheitssystem ĂŒbertragen lassen. Getragen wird die Initiative von einem breiten BĂŒndnis: dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Pharma Deutschland, Pro Generika und dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller (vfa). Die technische Umsetzung liegt bei ACS PharmaProtect. UnterstĂŒtzung kommt zudem von der EU-Kommission, dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) und den Landesbehörden.
Kliniken als Vorreiter der digitalen Wende
Anzeige: Ab Herbst {DYNAMICYEAR} startet das Pilotprojekt zu digitalen Packungsbeilagen in Kliniken. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, wie Sie Ihre Apotheke Schritt fĂŒr Schritt auf ePI umstellen â von der Bestandsaufnahme bis zur Integration in die ePA. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden anfordern
HerzstĂŒck des Projekts ist der sogenannte âKrankenhauspilot". Hier sollen fĂŒr ausgewĂ€hlte Medikamente die gedruckten Papierbeipackzettel durch digitale Versionen ersetzt werden. Möglich macht dies das EU-Pharmapaket, das den rechtlichen Rahmen fĂŒr elektronische Patienteninformationen schafft.
Die Umstellung verspricht Vorteile: Kliniken könnten ihre internen AblĂ€ufe verschlanken, wenn das lĂ€stige Entfernen von Papierbeipackzetteln aus der Klinikverpackung entfĂ€llt. Gleichzeitig hĂ€tten Ărzte und PflegekrĂ€fte stets Zugriff auf die aktuellsten Produktinformationen â ohne auf veraltete Druckversionen angewiesen zu sein.
Digitale Patientenakte als Fundament
Das Krankenhausprojekt baut auf bereits bestehenden digitalen Strukturen auf. Seit Dezember 2025 sind elektronische Patienteninformationen (ePI) fĂŒr verschiedene Medikamente in rund 35 Millionen elektronischen Patientenakten (ePA) abrufbar â angeboten von zwölf verschiedenen Krankenkassen.
Der nÀchste logische Schritt ist nun die Ausweitung auf den Kliniksektor. Behörden und Industrie arbeiten derzeit daran, die digitalen Formate zu standardisieren und nahtlos in die verschiedenen Bereiche des Gesundheitswesens zu integrieren. Patientensicherheit und gesetzliche Vorgaben stehen dabei im Fokus.
Anzeige: LieferengpĂ€sse und RĂŒckrufe wie bei Sertralin zeigen: Echtzeit-Datenmanagement wird immer wichtiger. Digitale Packungsbeilagen liefern aktuelle Produktinformationen direkt in Ihre Systeme. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie von veralteten Druckversionen zu dynamischen ePI wechseln. ePI-Umstellungsleitfaden jetzt sichern
Apothekenreform und LieferengpÀsse
Die Digitalisierungsoffensive fĂ€llt in eine Zeit des Umbruchs fĂŒr die gesamte Branche. Erst Anfang Mai 2026 verabschiedete der Bundestag das Apotheken-VergĂŒtungs- und Verwaltungsgesetz (ApoVWG). In einer Stellungnahme nach dem Beschluss vom 22. Mai skizzierten Experten der Unionsfraktion einen Zweistufenplan fĂŒr höhere Apothekenhonorare: Zum 1. Juli soll das Fixum auf neun Euro steigen, zum 1. Januar dann auf 9,50 Euro. Gefordert wird zudem die Aufhebung des Skonto-Verbots sowie strengere Auflagen fĂŒr Versandapotheken â besonders bei temperatursicheren Lieferketten.
Doch nicht alles lĂ€uft rund: LieferengpĂ€sse bei Sertralin-PrĂ€paraten werden voraussichtlich bis Ende Juni 2026 anhalten. Hinzu kommt ein RĂŒckruf bestimmter Chargen von Sertralin Winthrop durch Zentiva â Grund sind verkĂŒrzte Haltbarkeitszeiten, da der Gehalt an N-Nitroso-Sertralin vor dem ursprĂŒnglichen Verfallsdatum kritische Werte erreichen könnte. Solche VorfĂ€lle unterstreichen, wie dringend die Branche zuverlĂ€ssige Echtzeit-Datenmanagement-Systeme benötigt.
