Digitale, SouverÀnitÀt

Digitale SouverĂ€nitĂ€t: Dortmund grĂŒndet Open-Source-Board am 18.09.

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 10:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

NDR, Volkshochschulen und Kommunen fördern digitale Selbstbestimmung, wĂ€hrend Bitkom-Daten WissenslĂŒcken bei Phishing und Passkeys zeigen.

Digitale SouverÀnitÀt: Kommunen setzen auf Open Source
Ein heller, leerer Seminarraum mit Holztischen und StĂŒhlen in einem modernen Bildungszentrum. Illustration mit AI erstellt.

In der Bildungslandschaft und auf kommunaler Ebene lĂ€sst sich eine verstĂ€rkte Ausrichtung auf digitale SouverĂ€nitĂ€t beobachten. Verschiedene Institutionen in Deutschland und der Schweiz haben Programme entwickelt, die BĂŒrgern Methoden zur digitalen Selbstbestimmung vermitteln und Alternativen zu den Angeboten globaler Technologieunternehmen aufzeigen. Diese Initiativen reagieren auf ein wachsendes BedĂŒrfnis nach Datenschutz und technischer UnabhĂ€ngigkeit.

Kooperationen fĂŒr Medienkompetenz in Norddeutschland

Ein Schwerpunkt dieser Entwicklung liegt in Norddeutschland, wo der NDR und vier VolkshochschulverbĂ€nde aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg unter dem Titel „Auf Kurs bleiben – NDR und vhs im Norden“ zusammenarbeiten. Das Projekt widmet sich der Medienkompetenz und Demokratiebildung. Den Auftakt bildet laut einem Bericht vom 11.09.2026 eine Veranstaltung am 23.09.2026 im NDR Landesfunkhaus Hannover.

Die Kooperation umfasst verschiedene Formate bis zum Ende des Jahres 2026. Geplant sind PrĂ€senz-Fortbildungen in Stralsund am 05.10.2026, in Meldorf am 05.11.2026 sowie in Oldenburg am 19.11.2026, jeweils im Zeitraum von 10 bis 15 Uhr. ErgĂ€nzt wird das Programm durch Online-VortrĂ€ge, die fĂŒr den 08.10.2026, den 04.11.2026 und den 02.12.2026 terminiert wurden.

Kommunale Strategien fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t

Parallel zu den Bildungsangeboten setzen Kommunen verstĂ€rkt auf strukturelle VerĂ€nderungen. Die Stadt Dortmund plant laut einem Bericht vom 11.09.2026 die GrĂŒndung eines Open-Source-Boards wĂ€hrend der Digitalen Woche Dortmund am 18.09.2026. FĂŒr Oktober 2026 ist zudem vorgesehen, dem Stadtrat eine umfassende Strategie fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t vorzulegen.

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Diese Strategie basiert auf den vier Handlungsfeldern Technologie, Sicherheit, Wissen und Kooperation. Ein wesentlicher Bestandteil ist die EinfĂŒhrung von Open-Source-Lösungen und InteroperabilitĂ€t als verbindliche Kriterien fĂŒr die öffentliche Beschaffung.

Auch im lokalen Raum werden praktische Hilfestellungen angeboten. In Köln bietet die Stadtteilbibliothek MĂŒlheim eine offene Werkstatt fĂŒr digitale MĂŒndigkeit und SouverĂ€nitĂ€t an. In diesem Rahmen werden Themen wie Datenschutz und der Einsatz von Alternativen zu großen IT-Konzernen behandelt, um die Teilnehmer bei der Loslösung von proprietĂ€ren Systemen zu unterstĂŒtzen.

Internationaler Kontext und aktueller Wissensstand

Ähnliche Bestrebungen zeigen sich in der Schweiz. In Luzern bieten zwei lokale Anbieter Kurse an, die erste Schritte zur digitalen Selbstbestimmung vermitteln.

Hintergrund dieser Initiative ist laut Medienberichten vom 12.09.2026 ein wachsendes Misstrauen gegenĂŒber US-amerikanischen Technologiekonzernen. Insbesondere die Debatte um die Nutzung von Microsoft Office 365 im Kanton Luzern habe die Diskussion ĂŒber das Vertrauen in diese Anbieter verstĂ€rkt.

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Die Relevanz solcher Bildungsangebote wird durch Daten zur digitalen Kompetenz untermauert. Eine im Juni 2026 veröffentlichte Befragung des Branchenverbandes Bitkom unter 1.005 Personen ab 16 Jahren untersuchte die SelbsteinschĂ€tzung der BĂŒrger zu IT-Sicherheitsthemen.

Den Ergebnissen zufolge gaben 75 Prozent der Befragten an, den Begriff Cyberangriff erklÀren zu können. Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung lag dieser Wert bei 60 Prozent, wÀhrend 51 Prozent angaben, die Funktion eines Passwort-Managers zu kennen.

Deutlich geringer fiel das Wissen in anderen Bereichen aus: Lediglich 43 Prozent konnten Phishing erlĂ€utern, 35 Prozent Malware und 28 Prozent den Begriff Passkeys. Die Erhebung verdeutlicht, dass trotz einer breiten Sensibilisierung fĂŒr Sicherheitsfragen in spezifischen technologischen Feldern weiterhin AufklĂ€rungsbedarf besteht.

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de | wissenschaft | 70091932 |