Digitale, SouverÀnitÀt

Digitale SouverÀnitÀt: Schleswig-Holstein startet europÀische OSPOs-Initiative

Veröffentlicht: 08.07.2026 um 20:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mehrere BundeslÀnder ersetzen Microsoft-Produkte durch Open-Source-Lösungen. Nextcloud, Linux und eigene Chips treiben die digitale SouverÀnitÀt voran.

Open-Source-Offensive: Deutsche BundeslÀnder treiben Digitalwende voran
Digitale - Leuchtende digitale Karte Deutschlands mit hervorgehobenen Regionen, ĂŒberlagert mit abstrakten Open-Source-Code-Symbolen, die digitale SouverĂ€nitĂ€t darstellen. 08.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Bewegung hin zu digitaler SouverĂ€nitĂ€t gewinnt an Fahrt – mit konkreten Projekten von der KĂŒste bis nach Sachsen-Anhalt.

Mecklenburg-Vorpommern schließt SharePoint-Ära ab

Das nördlichste Bundesland hat einen Meilenstein erreicht: Rund 50.000 Mitarbeiter der Landesverwaltung arbeiten bereits mit Nextcloud statt Microsoft SharePoint. Bis zum vollstÀndigen Rollout sollen insgesamt 50.000 Nutzer folgen.

Die Migration ist Teil einer umfassenden Digitalstrategie. Dazu gehören auch das Projektmanagement-Tool OpenProject und ein KI-gestĂŒtzter Chatbot namens LEA. Getragen wird der Umbruch von einer Kooperation mit Schleswig-Holstein, die seit November 2025 besteht. Die treibende Kraft: geopolitische ErwĂ€gungen und der Wille, AbhĂ€ngigkeiten von US-Anbietern zu reduzieren.

Schleswig-Holstein treibt europÀische Initiative an

Schleswig-Holstein positioniert sich als Vorreiter. Anfang der Woche startete das Land gemeinsam mit Partnern die Initiative „OSPOs for Europe“ in BrĂŒssel. Am 7. Juli kamen 50 Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft aus Italien, Frankreich, den Niederlanden, Irland und DĂ€nemark zusammen.

Landesminister Dirk Schrödter bezeichnet Open Source als „fundamentale SĂ€ule digitaler SouverĂ€nitĂ€t“. Die Praxis untermauert das: Mit der Low-Code-Plattform A12 werden ĂŒber 100 veraltete Microsoft-Access-Systeme ersetzt. Parallel lĂ€uft die Ausstattung von 25.000 bis 30.000 ArbeitsplĂ€tzen mit Linux, LibreOffice und Nextcloud.

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Sicherheitschip aus Dresden und Schulserver aus Magdeburg

Die Bewegung erfasst auch die Hardware-Ebene. Die Fraunhofer-Institute stellten am 6. Juli ein „RISC-V Secure Element“ vor. Der Sicherheitschip basiert auf der OpenTitan-Plattform und nutzt Post-Quanten-Kryptografie. Gefertigt wird er im Globalfoundries-Werk in Dresden – ein Schritt zur Sicherung europĂ€ischer Lieferketten.

Im Bildungsbereich punktet Magdeburg: Die Stadt gewann am 7. Juli den KOMPASS-Wettbewerb in Sachsen-Anhalt fĂŒr ihre Open-Source-Schulserver-Lösung. Acht Grundschulen nutzen das System bereits. Der Code soll auf GitHub und OpenCode veröffentlicht werden – zur Nachnutzung durch andere Kommunen.

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Bayern prĂŒft Alternativen, Europa zieht nach

Bayern fĂŒhrt derzeit einen „SouverĂ€nitĂ€ts-Check“ mit der TU MĂŒnchen durch. Ziel ist die Bewertung von Alternativen zu Microsoft-Produkten. Ein frĂŒherer Milliarden-Deal des Freistaats kam offenbar nicht wie geplant zustande.

Der Trend ist europĂ€isch: Frankreich migriert 2,5 Millionen Beamte auf Linux und setzt Nextcloud fĂŒr 400.000 Nutzer ein. In Österreich arbeiten rund 1.200 BeschĂ€ftigte bereits mit Open-Source-Kollaborationsplattformen. Die deutsche Bewegung ist damit Teil eines grĂ¶ĂŸeren Bildes – und könnte noch an Fahrt gewinnen.

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