Digitale, Transformation

Digitale Transformation: 48% der Unternehmen nutzen KI, nur 20% schulen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 01:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lean-Six-Sigma-Programme, digitale Fabriken und KI-Anwendungen sollen Abläufe verbessern, während Schulungen und Regulierung zentrale Herausforderungen bleiben.

Industrie digitalisiert Prozesse mit KI, Sensorik und SAP
Moderne, aufgeräumte Produktionshalle einer Industrieanlage mit präzisen Fertigungsmaschinen und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

In der modernen Industrielandschaft gewinnt die systematische Optimierung von Geschäftsprozessen zur Kostensenkung und Qualitätssteigerung zunehmend an Bedeutung. Ein zentrales Element bilden dabei spezialisierte Ausbildungsprogramme, wie sie die UMS Academy im Bereich Lean Six Sigma anbietet.

Mit Qualifizierungen zum Green Belt und Black Belt fokussiert sich die Akademie auf die Vermittlung des DMAIC-Zyklus (Define, Measure, Analyze, Improve, Control) sowie die Integration von Künstlicher Intelligenz (KI) in Optimierungsprozesse.

Das Angebot erstreckt sich bis zur Stufe des Master Black Belt und wird bereits in Branchen wie der Automobilindustrie, der Chemie- und Pharmasparte sowie in der Logistik angewendet, wie aus Berichten vom September 2026 hervorgeht.

Digitale Infrastruktur als Basis für Prozessqualität

Die methodische Ausbildung korrespondiert mit weitreichenden technologischen Modernisierungen in der Industrie. Das Unternehmen Munksjö modernisierte in einem Zeitraum von 15 Monaten bis zum Go-live seine ERP- und MES-Landschaft. Durch den Einsatz von SAP Cloud ERP Private und der T.CON MES SUITE wurde eine durchgängige Prozesslandschaft über mehrere Werke hinweg geschaffen, die eine gemeinsame Datenbasis für schnellere Rückmeldungen nutzt.

Parallel dazu setzt der Memminger Spezialist Magnet-Schultz, der mit 2.400 Mitarbeitern einen Umsatz von 400 Mio. € erwirtschaftet, auf das System SAP Digital Manufacturing. Ziel ist die Ablösung papierbasierter Abläufe durch eine digitale Werkerführung und Echtzeit-Rückmeldungen an das ERP-System. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt ist ein Rollout auf weitere Unternehmensbereiche vorgesehen.

Technologische Hebel: KI-Agenten und Sensorik

Die Integration fortschrittlicher Technologien ermöglicht signifikante Zeit- und Kosteneinsparungen. Das Berliner Startup Limetax, das kürzlich eine Finanzierung in Höhe von 36 Mio. € – bestehend aus 6 Mio. € Pre-Seed-Kapital und einer Kreditlinie über 30 Mio. € – erhielt, setzt KI-Agenten ein. Diese reduzieren die Bearbeitungszeit in steuerlichen Prozessen von ursprünglich 20 auf 6 Stunden.

Anzeige

Wer sich mit der Optimierung von Geschäftsprozessen durch künstliche Intelligenz befasst, muss auch die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Fachabteilungen jetzt dringend brauchen. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Auch in der Produktion und Logistik zeigen sich messbare Erfolge. Minebea Intec berichtet über den Einsatz dynamischer Kontrollwaagen und Inspektionssysteme wie Flexus Combi, die den Durchsatz erhöhen und Überfüllungen reduzieren. Am Beispiel von Premier Foods wird eine Ersparnis von 80.000 £ pro Jahr durch Röntgeninspektion angeführt; zudem seien Verbesserungen der Gesamtanlageneffektivität (OEE) von bis zu 15% realisierbar.

Im Bereich der Transportlogistik analysiert COSYS mittels Process Mining Ereignisdaten, um Engpässe und Leerfahrten sichtbar zu machen. Die Technologie lässt sich mit Smart Lockern und Business Intelligence verknüpfen. Hapag-Lloyd stattet unterdessen 2 Millionen Container mit IoT-Trackern aus. Diese Daten werden in S/4HANA integriert, wobei die KI Joule zur Berechnung von Alternativrouten bei Störungen genutzt wird.

Strategische Ausrichtung und der Faktor Mensch

Neben der rein technischen Umsetzung rücken strategische Konzepte in den Fokus. Die Otto Group verfolgt unter Supply-Chain-Chef Martin Umland das Ziel, bis 2030 autonome Prozesse unter menschlicher Aufsicht zu etablieren. Hierbei hilft ein Digital Twin an 120 Standorten, Synchronisationsdefizite zu identifizieren.

Für einfachere Materialbewegungen wird zudem der Einsatz von Karakuri und Low Cost Automation (LCA) empfohlen, da hochkomplexe Lösungen wie autonome mobile Roboter (AMR) vor allem bei anspruchsvollen Transporten wirtschaftlich sinnvoll seien.

Anzeige

Die zunehmende Vernetzung und der Einsatz von KI-Systemen in der Industrie stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen bei der Risikodokumentation. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche jetzt konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act anfordern

Die Implementierung von KI-Methoden stößt jedoch auf unterschiedliche Rahmenbedingungen. Laut einer Bitkom-Studie aus dem Jahr 2026 nutzen zwar 48% der Unternehmen in der DACH-Region KI, jedoch sind nur 20% der Beschäftigten geschult. Eine Umfrage von Syndicom unter 492 ICT-Beschäftigten unterstreicht dieses Bild: Während 52% eine erhöhte Produktivität wahrnehmen, berichten 46% von einer höheren Arbeitsintensität.

Telekom-Chef Tim Höttges warnte in diesem Zusammenhang vor einer Skepsisblase in Deutschland und bezeichnete KI als Chance. Das Unternehmen plane, sich für ein EU-KI-Rechenzentrum zu bewerben, und wickle bereits 60% der Kundenanfragen über KI-Systeme ab.

Ergänzend dazu veröffentlichen Springer Fachmedien aktuelle Erkenntnisse zur sogenannten Dunkelverarbeitung, die eine vollständige Automatisierung von Geschäftsprozessen ohne manuelle Eingriffe in der Gesundheitsbranche zum Ziel hat.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70078201 |