Digitalisierung, Gesundheit

Digitalisierung Gesundheit: Nur 56% der Kliniken ePA-ready

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 10:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de

KBV und GKV einigen sich auf Fortführung der ePA-Vergütung bis Ende 2026. Nur 56% der Kliniken haben notwendige Updates abgeschlossen.

ePA-Vergütung verlängert: Digitalisierung im Gesundheitswesen
Digitalisierung - Eine Ärztin verwendet ein Tablet in einem modernen Krankenhausflur, der Digitalisierung im Gesundheitswesen darstellt. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Finanzspritze für die Digitalisierung bleibt: Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) haben sich geeinigt, die Vergütung für die Befüllung der elektronischen Patientenakte (ePA) bis Ende 2026 zu verlängern. Das soll den stockenden Digitalisierungsprozess im deutschen Gesundheitswesen stabilisieren.

Höhere Vergütung bis Jahresende 2026

Ärztinnen und Ärzte werden weiterhin für den Aufwand beim Übertragen von Patientendaten in die ePA entlohnt. Der zentrale Abrechnungscode für den ersten eingepflegten Beleg, GOP 01648, bleibt bei 11,34 Euro. Weitere Dokumente werden unter GOP 01647 mit 15 Punkten abgerechnet, Leistungen ohne direkten Patientenkontakt unter GOP 01431 mit 3 Punkten.

Die Verlängerung gilt als letzte Ausdehnung dieser pauschalen Vergütung. Aktuelle Prognosen der Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass die separate Vergütung zum 1. Januar 2027 ausläuft. Allerdings könnte dieser Zeitplan hinfällig werden, falls die gesetzliche Grundlage – derzeit verankert im GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz – vorher aufgehoben wird.

Krankenhäuser hinken hinterher

Während die niedergelassenen Ärzte weiter gefördert werden, zeigen aktuelle Daten erhebliche Lücken im Krankenhaussektor. Eine Umfrage des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) ergab: Nur 56 Prozent der Kliniken haben die notwendigen Updates ihrer Krankenhausinformationssysteme (KIS) für die ePA-Funktionalität abgeschlossen.

Von den 382 befragten Krankenhäusern gaben 62 Prozent an, Zugang zu ePA-Systemen zu haben – allerdings oft erst seit dem ersten oder zweiten Quartal 2026. Laut Gematik, der nationalen Agentur für digitale Gesundheit, nutzen derzeit nur 650 von rund 1.800 Krankenhäusern die ePA aktiv. Das ist besonders brisant, weil Ärzte bereits seit Oktober 2025 zur Befüllung verpflichtet sind.

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Sicherheitslücken verzögern den Rollout

Der bundesweite Rollout der ePA bleibt ohne festen Zeitplan. Zwar wurden bereits mehr als 70 Millionen elektronische Akten angelegt, doch die Pilotphase wurde verlängert – nachdem der Chaos Computer Club Sicherheitslücken aufgedeckt hatte. Das Bundesgesundheitsministerium wertet derzeit die Ergebnisse dieser Testphasen aus.

Parallel werden neue Funktionen schrittweise eingeführt. Seit Mitte Juli 2025 dürfen Apotheken in ausgewählten Modellregionen rezeptfreie Medikamente und Betäubungsmittelrezepte in die ePA eintragen. Gematik hat zudem angekündigt, dass eine Volltextsuche für die elektronischen Akten bis Ende 2026 verfügbar sein soll.

Internationale Digitalisierungsschübe

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Der Fokus auf die Modernisierung elektronischer Patientenakten zeigt sich auch international. In Norddakota startete das Gesundheitsministerium ein Förderprogramm mit bis zu 500.000 Dollar pro Antragsteller, um ländliche Anbieter bei EMR-Verbesserungen zu unterstützen. Die Bewerbungsfrist endet am 29. Juli 2026. Das Programm ist Teil eines größeren Rural Health Transformation Program, das mit knapp 199 Millionen Dollar von den Centers for Medicare & Medicaid Services (CMS) unterstützt wird.

Auch Wisconsin erhielt kürzlich über 203 Millionen Dollar CMS-Förderung für die ländliche Gesundheitsversorgung. Darin enthalten ist ein Technologietransformations-Zuschuss von bis zu 61 Millionen Dollar, für den Bewerbungen bis zum 1. August 2026 möglich sind. In Nova Scotia wiederum nähert sich das System "One Person One Record" der finalen Umsetzungsphase – der Start für die verbleibenden Gesundheitszonen ist für den 14. November 2026 geplant.

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