DIHK-Umfrage: 4.686 Unternehmen bewerten die Verwaltung mit Note 4,2
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie digitale Transformation bestimmt zunehmend die betrieblichen Abläufe in der deutschen Wirtschaft, wie aus der bundesweiten DIHK-Digitalisierungsumfrage unter 4.686 Unternehmen hervorgeht.
Die Betriebe bewerten ihren eigenen Digitalisierungsstand dabei im Durchschnitt mit der Schulnote 2,8. Deutlich kritischer fällt das Urteil über das institutionelle Umfeld aus: Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung schneidet im Schnitt mit einer Note von 4,2 spürbar schlechter ab.
Der Umbau betrieblicher Prozesse zielt vor allem darauf ab, die Leistungsfähigkeit der Organisationen zu sichern. Hinsichtlich des Einflusses moderner Technologien wie künstlicher Intelligenz auf die betriebliche Produktivität berichten 34 % der befragten Betriebe von einer hohen Wirkung, während 52 % den Effekt als moderat einstufen.
Treiber der Transformation und Anwendungsbereiche moderner Technologien
Die Motivationen für die Umstellung der betrieblichen Arbeitsprozesse sind breit gefächert. Laut der DIHK steht für 65 % der Unternehmen die Flexibilisierung der Arbeit an erster Stelle der Transformationsgründe. Nahezu gleichauf folgen das Ziel der Kostensenkung mit 64 % sowie die Steigerung der Qualität mit 63 %. Die Entwicklung innovativer Produkte betrachten hingegen 36 % der Betriebe als wesentlichen Beweggrund für digitale Vorhaben.
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Beim konkreten Einsatz von künstlicher Intelligenz zeigen sich klare Schwerpunkte im operativen Betriebsalltag. Demnach entfallen 43 % der Anwendungen auf den Bereich der Qualitätssicherung und Prozessüberwachung. Die Erstellung von Texten, Bildern oder Programmcode erreicht einen Anteil von 38 %, während Maßnahmen in der Kundenansprache und im Kundensupport bei 34 % liegen.
Hemmnisse, Netzinfrastruktur und Defizite bei der Absicherung
Trotz der angestrebten Produktivitätsvorteile stoßen Organisationen bei der praktischen Umsetzung auf erhebliche Barrieren. Die DIHK verzeichnet bei den Hemmnissen an vorderster Stelle rechtliche Unsicherheiten, die von 59 % der Betriebe angeführt werden. Zeitprobleme belasten 58 % der Befragten, gefolgt von der Komplexität bestehender Abläufe mit 56 % und technischen Hemmnissen mit 50 %.
Fehlende IT-Fachkräfte werden dagegen von 29 % der Unternehmen als Hürde benannt. Verbesserungen gibt es hingegen bei der digitalen Basisinfrastruktur: Eine bedarfsdeckende Versorgung mit schnellem Internet konstatieren mittlerweile rund 74 % der Betriebe, was einem Zuwachs von fünf Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
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Gleichzeitig verdeutlichen die Erhebungen Risiken bei der Ausfallsicherheit. Cybersicherheitsvorfälle betrafen laut DIHK 18 % der Unternehmen mit bis zu 999 Beschäftigten, während dieser Anteil bei Organisationen ab 1.000 Mitarbeitenden bei 50 % liegt.
Während grundlegende Schutzvorkehrungen wie Datensicherungen von 88 % und regelmäßige IT-Sicherheitsupdates von 85 % der Betriebe umgesetzt werden, mangelt es an weitergehender Vorbereitung: Lediglich 30 % der befragten Unternehmen verfügen über einen dedizierten Notfallplan, und praktische Notfallübungen führen nur 13 % durch.
