DMA-Öffnung: WhatsApp-Integration scheitert an Datenschutz-Widerstand
28.06.2026 - 20:13:41 | boerse-global.de
Die Frist lief bereits im Frühjahr 2024 ab – passiert ist bislang wenig.
Beta-Test läuft, Vollzug offen
Meta veröffentlichte im Herbst 2024 die technischen Grundlagen für die Öffnung. Aktuell laufen Beta-Tests: Nutzer können erste Chats von Drittanbietern innerhalb von WhatsApp empfangen. Die EU-Kommission prüft derzeit, ob die vorgeschlagenen Lösungen den DMA-Anforderungen genügen.
Ziel der Verordnung: Die Marktmacht großer Gatekeeper begrenzen, kleineren Anbietern den Marktzugang erleichtern. Künftig sollen Nutzer Nachrichten zwischen verschiedenen Diensten austauschen können – ohne bei jedem Anbieter ein eigenes Konto zu brauchen.
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Datenschützer blocken ab
Der Vorstoß stößt auf Widerstand. Signal und Threema verweigern die Verbindung zu WhatsApp – aus Sicherheits- und Datenschutzbedenken. Kritiker warnen: Die nötigen Schnittstellen könnten die hohen Verschlüsselungsstandards gefährden.
Hinzu kommt die Angst vor Datenerfassung. Berichten zufolge könnte WhatsApp auch Daten von Personen erfassen, die den Dienst gar nicht nutzen – sofern sie über Drittanbieter mit WhatsApp-Konten kommunizieren. Die Metadaten-Problematik gilt als zentraler Streitpunkt in der EU-Prüfung.
Teil einer größeren Digitalstrategie
Die Messenger-Öffnung ist nur ein Baustein der EU-Strategie für digitale Souveränität. Parallel dazu:
- Kryptowährungen: Kurz vor der MiCA-Frist Anfang Juli vergab die EU rund 230 Lizenzen. Deutschland führt mit 56 Lizenzen, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich. Rund 80 Prozent der betroffenen Unternehmen haben den Prozess noch nicht abgeschlossen.
- Künstliche Intelligenz: Die Politik diskutiert, KI-Unternehmen wie Anthropic gezielt in der EU anzusiedeln. Grund: Die US-Regierung schränkt den Export neuester Modelle ein, und europäische Digitalpolitik könnte besser mit ethischen KI-Standards harmonieren.
Neben der Messenger-Regulierung stellt vor allem die neue EU-KI-Verordnung Unternehmen vor große Herausforderungen bei der rechtssicheren Umsetzung. Ein kostenloser Download verschafft Ihnen den nötigen Überblick über Fristen, Pflichten und Risikoklassen, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Kostenloser Umsetzungsleitfaden
- Internationaler Druck: Die USA drohen mit massiven Zöllen auf europäische Waren als Reaktion auf Digitalsteuern. Gleichzeitig wird über ein Gremium beraten, in dem die USA bei der Durchsetzung europäischer Digitalgesetze mitwirken könnten – ein Vorhaben, das in der EU-Politik auf Kritik stößt.
Während die Regulierung voranschreitet, entwickeln Messenger-Dienste eigene Funktionen weiter. Google Messages führt neue Personalisierungsoptionen für Chat-Hintergründe und Farbpaletten ein. Doch die grundlegende Frage bleibt offen: Wie lassen sich große Plattformen mit kleineren, verschlüsselten Diensten verbinden – ohne die Sicherheit zu opfern?
