DRAM-Krise, Apple-Preise

DRAM-Krise treibt Apple-Preise: MacBook Air +200, Mac Studio +500 Euro

28.06.2026 - 14:13:00 | boerse-global.de

Apple reagiert auf die DRAM-Verknappung mit Preiserhöhungen um bis zu 500 Euro. Die Aktie fällt daraufhin um über sechs Prozent.

DRAM-Krise: Apple erhöht Mac- und iPad-Preise massiv
DRAM-Krise - Nahaufnahme eines leuchtenden RAM-Riegels, mit verschwommenen Apple MacBooks und iPads im Hintergrund, Symbol für steigende Technologiekosten. 28.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Betroffen sind fast alle Modelle.

Preisschock für die gesamte Produktpalette

Apple hat am 25. Juni eine Reihe von Preiserhöhungen für seine Mac- und iPad-Modelle umgesetzt. Die Anpassungen betreffen sowohl Einsteigergeräte als auch High-End-Produkte. Der MacBook Neo verteuert sich um 100 Euro auf 699 Euro. Noch deutlicher fällt der Aufschlag beim MacBook Air 512GB aus: Hier steigt der Preis um 200 Euro auf 1.299 Euro. Das MacBook Pro 1TB kostet nun 1.999 Euro – ein Plus von 300 Euro.

Besonders hart trifft es Käufer des Mac Studio M4 Max: Der Aufpreis beträgt stolze 500 Euro, der Neupreis liegt jetzt bei 2.499 Euro. Auch die iPad-Reihe bleibt nicht verschont. Das Basismodell iPad kostet nun 449 Euro, das iPad mini 599 Euro – jeweils 100 Euro mehr. Das iPad Air 128GB verteuerte sich um 150 Euro auf 749 Euro, das iPad Pro 256GB sogar um 200 Euro auf 1.199 Euro.

KI-Boom treibt Speicherchip-Preise in die Höhe

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist eine dramatische Verknappung auf dem Speichermarkt. Die Preise für DRAM-Chips sind allein im ersten Quartal 2026 um 98 Prozent gestiegen. Für das zweite Quartal werden weitere Zuwächse zwischen 58 und 63 Prozent erwartet. Apples interne Kosten für RAM-Upgrades haben sich während dieser globalen Krise laut Branchenkreisen effektiv verdoppelt.

Hintergrund ist der rasante Ausbau von Künstlicher Intelligenz: Hochleistungsspeicher wird zunehmend in Rechenzentren verbaut, während Hersteller von Endkundengeräten um die verbleibenden Kapazitäten konkurrieren müssen. Selbst Unternehmen wie Framework, die versuchen, durch Lieferantenwechsel Kosten zu senken, warnen vor möglichen CPU-Preissteigerungen von zehn bis 15 Prozent in naher Zukunft.

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Börse reagiert mit heftigem Kurssturz

Die Ankündigung der Preiserhöhungen ließ die Apple-Aktie einbrechen. Die Papiere verloren am 25. Juni mehr als sechs Prozent und schlossen bei rund 279,88 Euro. Der Börsenwert des Konzerns schrumpfte schätzungsweise um 263 Milliarden Euro. Analysten von Wedbush, Evercore und JPMorgan bezeichnen die Preiserhöhungen als notwendige, aber schmerzhafte Schutzmaßnahme gegen die explodierenden Speicherkosten.

Apple sucht Ausweg bei chinesischen Lieferanten

Um die Versorgungsengpässe zu lindern, hat Apple offenbar Kontakt zur US-Regierung aufgenommen. Der Konzern will die Genehmigung erhalten, Speicherchips von chinesischen Herstellern wie CXMT zu beziehen. Das Problem: CXMT steht auf der schwarzen Liste des Pentagon als Unternehmen mit Verbindungen zum chinesischen Militär. Apples Antrag beim Handelsministerium dürfte auf erheblichen Widerstand im Kongress stoßen.

Günstigere Alternativen und politische Kritik

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Noch am Tag der Preiserhöhung brachte Apple refurbished M5 Pro und M5 Max MacBook Pros auf den Markt. Diese generalüberholten Geräte bieten Ersparnisse von bis zu 480 Euro gegenüber den neuen, teureren Modellen. Ein refurbished 14-Zöller kostet 2.119 Euro, ein 16-Zoll-Modell 2.549 Euro.

Die Preisrunde hat auch politische Wellen geschlagen. Senator Bernie Sanders kritisierte Apples Entscheidung scharf und verwies auf die Gewinne des Konzerns von umgerechnet 112 Milliarden Euro sowie umfangreiche Aktienrückkäufe. Nach Prüfung der Finanzberichte für 2025 beliefen sich diese Rückkäufe auf rund 89,3 Milliarden Euro. Branchenbeobachter rechnen nun damit, dass die Preiserhöhungswelle auch den Mobilfunksektor erreicht – mit möglichen Aufschlägen für das iPhone 18 im Herbst dieses Jahres.

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