DRAMMA-Modell, Faktoren

DRAMMA-Modell: Sechs Faktoren sollen Beschäftigten echte Erholung ermöglichen

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kurze Auszeiten, bewusste Medienregeln und betriebliche Unterstützung fördern Regeneration und Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.

Erholung im Job: Pausen, Atemübungen und Bewegung stärken Resilienz
Ein ruhiger, sonnendurchfluteter Raum mit einer Pflanze und weichen Schatten auf einem Holzboden. Illustration mit AI erstellt.

Das psychologische Wohlbefinden von Beschäftigten hängt maßgeblich davon ab, wie effektiv Erholungsphasen gestaltet werden. In der Arbeits- und Organisationspsychologie beschreibt das sogenannte DRAMMA-Modell sechs zentrale Faktoren, die für eine erfolgreiche Regeneration notwendig sind: mentales Abschalten, körperliches Entspannen, Selbstbestimmung, das Erleben von Kompetenz, Sinnhaftigkeit sowie soziale Verbundenheit.

Laut einem Bericht von watson.de vom 24. September 2026 greift bloße Freizeitgestaltung oft zu kurz. Eine Aktivität kann demnach wirkungslos bleiben, wenn die Gedanken weiterhin um berufliche Aufgaben kreisen oder das persönliche Umfeld während der Pause als unangenehm erlebt wird.

Gezielte Unterbrechungen im Arbeitsalltag

Für eine nachhaltige Erholung spielen bereits kurze Zeitfenster während des Arbeitstages eine entscheidende Rolle. Nach Angaben von blick.ch vom 22. September 2026 stellen Pausen ohne neuen Informationsinput ein menschliches Grundbedürfnis dar.

Fachleute betonen demnach, dass bereits fünf Minuten Pause pro Arbeitsstunde die Kreativität und Produktivität spürbar anheben können. Sogenannte Mikropausen, zu denen schlichtes Aufstehen und Umhergehen zählen, fördern die Leistungsfähigkeit für die jeweils nachfolgende Stunde.

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Gleichzeitig wird der bewusste Umgang mit Reizen diskutiert. Wie der Neurobiologe Martin Korte laut spektrum.de vom 22. September 2026 darlegte, sei das populäre Konzept des Dopaminfastens wissenschaftlich unbegründet.

Dopamin werde für den Antrieb und zentrale Körperfunktionen zwingend benötigt; ein radikaler Verzicht auf Freude, Kontakte und digitale Medien könne vielmehr das Depressionsrisiko steigern. Stattdessen empfahl Korte alltagstaugliche Regeln für den Medienkonsum.

Dazu gehören feste Vereinbarungen wie der Verzicht auf das Mobiltelefon direkt nach dem Aufstehen, bei den Mahlzeiten oder vor dem Einschlafen sowie ein generelles Nutzungslimit von 50 % der bisherigen Smartphone-Zeit.

Körperliche Mechanismen zur Stressreduktion

Neben organisatorischen Anpassungen rücken physiologische Ansätze zur Stressbewältigung in den Fokus. Atemübungen gelten hierbei als effektives Werkzeug zur Beruhigung des Nervensystems.

Laut ferwer.at vom 23. September 2026 zeigt eine Untersuchung in Frontiers in Psychology, dass regelmäßiges Zwerchfellatmen den Cortisolspiegel senkt sowie die Aufmerksamkeit und die emotionale Stabilität verbessert. Empfohlen werden fünf bis zehn Minuten Zwerchfellatmung täglich im Liegen sowie gezielte Dehnübungen für 20 bis 30 Sekunden.

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Ebenfalls verbreitet ist die sogenannte 4-7-8-Atemtechnik, bei der vier Sekunden lang eingeatmet, der Atem sieben Sekunden gehalten und acht Sekunden lang ausgeatmet wird. Ergänzend berichtete birlininsider.de am 22. September 2026, dass fünf Minuten Atmen am Morgen anstelle des Blicks auf den Bildschirm meist schon innerhalb einer Woche spürbare Veränderungen bewirken.

Auch leichte körperliche Bewegung liefert messbare kognitive Effekte. Eine im August 2026 veröffentlichte Studie unter der Leitung von Hideaki Soya an der University of Tsukuba zeigte an 24 gesunden Erwachsenen, dass bereits zehn Minuten extrem langsames Laufen – bei einem Tempo von etwa 10 bis 13 Minuten pro Kilometer – unmittelbar danach die Stimmung sowie kognitive Testergebnisse steigerten.

Begleitende Gehirnmessungen wiesen dabei eine erhöhte Aktivität im präfrontalen Cortex nach, während zehn Minuten Sitzen keinen solchen Effekt hervorriefen.

Rahmenbedingungen für nachhaltige Resilienz

Erholung beschränkt sich jedoch nicht auf individuelle Techniken, sondern erfordert strukturelle Maßnahmen im Arbeitsumfeld. Um Belastungen in anspruchsvollen Branchen zu senken, veröffentlichte das Netzwerk Recherche laut Bericht vom 23. September 2026 den Praxisleitfaden „Stark unter Druck“.

Die drei beteiligten Autorinnen und Autoren befragten hierfür 90 redaktionelle Führungskräfte, Betriebsrätinnen, Betriebsräte und Personalfachleute. Das Vorhaben entstand im Rahmen einer Projektförderung des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien; ein vertiefendes Buch zum Thema Resilienz in Redaktionen ist für 2027 im transcript Verlag angekündigt.

Die Erkenntnisse verdeutlichen, dass Methoden wie das DRAMMA-Modell nur dann ihr volles Potenzial entfalten, wenn Erholungsphasen aktiv in den Arbeitsalltag eingebettet und von passenden betrieblichen Bedingungen gestützt werden.

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de | wissenschaft | 70177503 |