DuckDuckGo-KI manipuliert: Falschmeldung über Trump verbreitet
26.06.2026 - 10:15:49 | boerse-global.de
Das System verbreitete daraufhin die Falschmeldung, dass US-Präsident Donald Trump an Tollwut gestorben sei – gebissen von seinem eigenen Vizepräsidenten.
Die erfundene Geschichte erschien am 25. und 26. Juni 2026 in den KI-generierten Zusammenfassungen der Suchmaschine. Demnach sei Präsident Trump bereits am 7. Juni 2026 verstorben. Die absurde Behauptung: Vizepräsident JD Vance habe Trump gebissen, woraufhin beide an Tollwut gestorben seien. Trump und Vance sind nachweislich gesund und im Amt.
Ursprung im Reddit-Forum r/poisonai
Die Desinformation stammt aus der Reddit-Community r/poisonai, die rund 45.000 Mitglieder zählt. Die Gruppe verbreitet gezielt erfundene Geschichten, um KI-Modelle zu „vergiften". Ziel ist es, die Trainingsdaten der Systeme so zu manipulieren, dass sie Fiktion als Wahrheit ausgeben.
Die Falschmeldung wurde durch sogenannte „Pink Slime"-Websites verstärkt – automatisch generierte KI-Inhalte, die auf Social-Media-Trends basieren. Suchmaschinen indexierten diese Seiten, woraufhin KI-Tools die Falschinformationen synthetisierten.
Zur Untermauerung der Behauptung erfand die KI einen Artikel der Website „WKNA News" sowie eine nicht existierende Verbindung zu einem ABC-News-Bericht. Die erfundene Meldung enthielt sogar die absurde Behauptung, der Biss sei auf Anraten von RFK Jr. erfolgt – angeblich, um übernatürliche Kräfte zu erlangen.
DuckDuckGo setzt auf fremde KI-Modelle
DuckDuckGo's KI-Funktion Duck.ai verwendet keine eigenen Modelle. Stattdessen greift die Suchmaschine auf Drittanbieter zurück: Anthropics Claude 4.5 und Claude 4.5 Haiku, Mistral Small 3 sowie verschiedene OpenAI-Modelle wie GPT-5.4 nano und gpt-oss-120b.
Der Fall zeigt eindrucksvoll, welche rechtlichen Risiken die Nutzung von KI-Systemen in Unternehmen mit sich bringt. Welche Regeln der EU AI Act für die Risikodokumentation und Qualitätssicherung vorschreibt, erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden. EU AI Act in 5 Schritten verstehen: Fristen, Pflichten und Risikoklassen kompakt erklärt
Der Vorfall ist brisant, weil DuckDuckGo sich lange als KI-freie Alternative zu Google positionierte. Diese Strategie brachte dem Unternehmen Berichten zufolge 30 Prozent mehr App-Installationen. Trotz des „No AI"-Marketings bleiben die KI-Funktionen aktiv und anfällig für Manipulation.
Branchenweites Problem und rechtliche Folgen
Die Falschmeldung beschränkte sich nicht auf DuckDuckGo. Auch die KI-Suche des Browsers Brave wiederholte die erfundenen Behauptungen. Ein Brave-Sprecher betonte, die Verantwortung für die Faktenprüfung liege beim Nutzer.
Der Vorfall fällt in eine Zeit zunehmender rechtlicher und politischer Kontrolle von KI-Anbietern. Erst im Juni 2026 entschied ein Münchner Gericht, dass Google für Falschaussagen in seinen KI-Übersichten haftet. Die Begründung: Da KI-Zusammenfassungen eigenständige und substanzielle Aussagen produzieren, trage der Dienstanbieter die Verantwortung für deren Richtigkeit.
Während Gerichte die Haftung für KI-Inhalte verschärfen, müssen Unternehmen jetzt die neuen gesetzlichen Anforderungen der EU-KI-Verordnung umsetzen. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche KI-Systeme als Hochrisiko gelten und was Verantwortliche nun konkret tun müssen. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act jetzt herunterladen
Parallel dazu verschärft die Trump-Administration die Regulierung des Sektors. Am 25. Juni 2026 kündigte OpenAI-CEO Sam Altman an, die US-Regierung habe eine Verzögerung der Veröffentlichung von GPT-5.6 verlangt. Als Grund nannte Altman Sicherheitsbedenken – die Regierung bevorzuge eine eingeschränkte Vorschau für staatlich genehmigte Unternehmenspartner.
