Verkehrssicherheit, Auszeichnung

DVR Vision Zero Award 2025: Fraunhofer Accident Prevention School erhÀlt Hauptpreis

10.12.2025 - 07:55:11

Berlin - Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hat am 9. Dezember drei innovative Projekte mit dem DVR Vision Zero Award ausgezeichnet. Der Preis wĂŒrdigt herausragende Initiativen, die einen wirksamen Beitrag zur Vision Zero leisten - dem Ziel, die Zahl der im Straßenverkehr getöteten und schwerverletzten Menschen auf null zu senken. Die begehrten Vision Zero-TrophĂ€en wurden ebenso vergeben wie Preisgelder in Höhe von insgesamt 9.000 Euro. Die Preisverleihung fand im Rahmen der Veranstaltung "DVR Arena" in der Wartehalle Berlin statt. Nach seiner Premiere 2024 wurde der DVR Vision Zero Award zum zweiten Mal verliehen.

Hauptpreis: Fraunhofer Accident Prevention School

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Fraunhofer Accident Prevention School (FAPS) in Dresden. Das 2020 initiierte Projekt des Fraunhofer-Instituts fĂŒr Verkehrs- und Infrastruktursysteme vermittelt Jugendlichen, die in der Verkehrsbildung derzeit kaum reprĂ€sentiert sind, Wissen ĂŒber unfallspezifische ZusammenhĂ€nge. Dabei werden Unfalldaten, moderne Technik und pĂ€dagogische Methoden kombiniert. Mit Virtual-Reality-Brillen erleben SchĂŒlerinnen und SchĂŒler im Alter von 13 bis 15 Jahren reale Unfallszenarien aus der Perspektive verschiedener Verkehrsteilnehmender. Anschließend analysieren sie Unfallursachen und entwickeln LösungsansĂ€tze - basierend auf Unfalldaten aus ihrem eigenen Schulumfeld.

Manfred Wirsch, PrÀsident des DVR und Mitglied der Preisjury, betont: "Die Fraunhofer Accident Prevention School macht aus Verkehrserziehung einen aktiven Lernprozess. Jugendliche erleben nicht nur, wie ein Unfall entsteht - sie verstehen ihn. Genau dieses VerstÀndnis schafft wirksame PrÀvention."

Zweiter Platz: Kinderverkehrsgarten "Immer oben auf"

Der mit 3.000 Euro dotierte zweite Platz ging an den Kinderverkehrsgarten "Immer oben auf" in Mönchengladbach. Das 2022 initiierte Projekt bietet Kita- und Vorschulkindern zwischen zwei und sechs Jahren einen sicheren Ort, um spielerisch und realitĂ€tsnah den Straßenverkehr kennenzulernen. Unter geschulter Aufsicht lernen die Kinder, sich im Verkehr zu orientieren, Gefahren einzuschĂ€tzen und selbststĂ€ndig Entscheidungen zu treffen.

Christiane Leonard, VizeprĂ€sidentin des DVR und Mitglied der Jury, sagt: "Der Kinderverkehrsgarten setzt neue MaßstĂ€be fĂŒr frĂŒhe Verkehrserziehung. Er vermittelt Kindern Sicherheit und Orientierung - FĂ€higkeiten, die sie auf ihrem Weg zu selbststĂ€ndigen Verkehrsteilnehmenden dringend brauchen."

Dritter Platz: "Radfahrtraining fĂŒr Migrantinnen"

Der mit 1.000 Euro dotierte dritte Platz ging an das Projekt "Radfahrtraining fĂŒr Migrantinnen", das seit 2013 von der Verkehrswacht Kreis Kleve in Kooperation mit der Stadt Goch durchgefĂŒhrt wird. In acht- bis zehnwöchigen Kursen lernen die Teilnehmerinnen grundlegende Radfahrtechniken, die Regeln der Straßenverkehrsordnung und sicheres Verhalten im Straßenverkehr. Bis heute haben mehr als 200 Frauen durch das Radfahrtraining ihre MobilitĂ€t verbessert und zugleich neue SelbststĂ€ndigkeit gewonnen.

Kurt Bodewig, VizeprĂ€sident des DVR und Mitglied der Jury, erklĂ€rt: "Das Radfahrtraining fĂŒr Migrantinnen eröffnet Frauen MobilitĂ€t - und damit neue Möglichkeiten fĂŒr einen selbstbestimmten Alltag. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie praktische Verkehrssicherheitsarbeit gesellschaftliche Teilhabe stĂ€rken kann."

Die Jury

Die Entscheidung ĂŒber die PreistrĂ€ger traf eine achtköpfige Jury, bestehend aus den Mitgliedern des DVR-Hauptausschusses:

Prof. Kurt Bodewig, VizeprÀsident des DVR

Prof. Dr. JĂŒrgen Bönninger, Vorsitzender des Vorstandsausschusses Fahrzeugtechnik beim DVR

Siegfried Brockmann, GeschĂ€ftsfĂŒhrer Verkehrssicherheit der Björn-Steiger-Stiftung

Gerhard Hillebrand, VerkehrsprÀsident des ADAC

Christiane Leonard, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrerin des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen

Dr. Matthias Schubert, Bereichsvorstand MobilitĂ€t des TÜV Rheinland

Pierre-Enric Steiger, PrÀsident der Björn-Steiger-Stiftung

Manfred Wirsch, PrÀsident des DVR

DVR Vision Zero Award 2026: Bewerbungen ab sofort möglich

Ab sofort können Vereine, Unternehmen, Institutionen, Bildungseinrichtungen, VerkehrsverbĂ€nde, WohlfahrtsverbĂ€nde sowie StĂ€dte und Gemeinden in Deutschland ihre Projekte fĂŒr den DVR Vision Zero Award 2026 einreichen. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Mai 2026. Der Preis ist erneut mit insgesamt 9.000 EUR dotiert.

WeiterfĂŒhrende Informationen

Zu Pressefotos: DVR Vision Zero Award und Preisverleihung

Zur Website: DVR Vision Zero Award

Zum PreistrÀger-Video: Fraunhofer Accident Prevention School

Zum PreistrÀger-Video: Kinderverkehrsgarten "Immer oben auf"

Zum PreistrĂ€ger-Video: Radfahrtraining fĂŒr Migrantinnen

Über den DVR

Der DVR ist Deutschlands unabhĂ€ngiger Vorreiter und KompetenztrĂ€ger in allen Belangen der Straßenverkehrssicherheit. Mit dem Ziel der Vision Zero ("Alle kommen an. Niemand kommt um.") setzt er sich fĂŒr die gemeinsame Verantwortung aller Gesellschaftsgruppen ein, um den Straßenverkehr sicher zu machen. Durch die hohe Sachkenntnis und die Erfahrung seiner Mitglieder bildet der DVR ein effizientes Netzwerk fĂŒr Verkehrssicherheit.

Pressekontakt:

Christoph Rieger
Pressesprecher
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