Demokratische Republik Kongo, Afrika

Gesundheitsbehörde: Ebola-Ausbruch im Kongo

15.05.2026 - 10:51:59 | dpa.de

Ebola-Fieber fordert erneut Leben in Zentralafrika, diesmal an der Grenze zu Uganda und dem SĂŒdsudan. Behörden und auch die Weltgesundheitsorganisation haben Sorge vor rascher Ausbreitung.

  • In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefĂ€hrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
    In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefÀhrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
  • In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefĂ€hrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
    In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefÀhrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa
In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefÀhrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa In der Demokratischen Republik Kongo ist das gefÀhrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Behörden sind in Sorge. (Archivbild) - Foto: Jerome Delay/AP/dpa

   In der Demokratischen Republik Kongo ist erneut das gefĂ€hrliche Ebola-Fieber ausgebrochen. Die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa CDC meldete vier Tote in der Provinz Ituri, die im Nordosten des Landes an Uganda und den SĂŒdsudan grenzt. Bislang seien demnach 13 Ebola-FĂ€lle von einem Labor in der Hauptstadt Kinshasa bestĂ€tigt worden. Insgesamt gebe es aktuell 246 VerdachtsfĂ€lle sowie 65 gemeldete TodesfĂ€lle, wie die Africa CDC mitteilte.  

Erste Laborergebnisse deuteten darauf hin, dass es sich nicht um den am hÀufigsten vorkommenden Zaire-Ebolavirus handele, sondern um eine andere Art des Virus. Ergebnisse einer Sequenzierung, um den Stamm weiter zu charakterisieren, werden laut Africa CDC innerhalb der nÀchsten 24 Stunden erwartet.

Nachbarland Uganda meldete einen ersten nachgewiesenen Ebola-Fall bei einem kongolesischen BĂŒrger, der in einem Krankenhaus in Kampala gestorben ist.

«Wenn es so losgeht, ist es meistens katastrophal», sagte Maximilian Gertler, Tropenmediziner der Berliner CharitĂ©, der bereits selbst mehrfach bei Ebola-AusbrĂŒchen im Einsatz war. Angesichts von fast 250 VerdachtsfĂ€llen mĂŒsste der Ausbruch seit Monaten unentdeckt vorangeschritten sein, falls sich die Zahlen bestĂ€tigen. «Vermutlich kommt es aus einer sehr abgelegenen Gegend.»

WHO bereits vor Ort

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe bereits am 5. Mai erste Hinweise auf mögliche FĂ€lle erhalten und Experten in das betroffene Gebiet geschickt, berichtete WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressekonferenz in Genf. Erste Testresultate seien negativ gewesen, nun seien die FĂ€lle bestĂ€tigt worden. FĂŒr Sofortmaßnahmen stellt die WHO 500.000 US-Dollar (431.000 Euro) zur VerfĂŒgung. Die Nachverfolgung der Infektionswege sowie PrĂ€ventionsmaßnahmen und LaborkapazitĂ€ten mĂŒssten verstĂ€rkt werden, sagte Tedros.

Da sich der Ausbruch der tödlichen Fieberkrankheit in einer stĂ€dtischen Grenzregion mit intensiven Bevölkerungsbewegungen befinde, Ă€ußerte sich die Gesundheitsbehörde CDC besorgt ĂŒber das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus. «Das erhöht natĂŒrlich die Übertragungsrate», sagte auch WHO-Afrika-Direktor Mohamed Yakub Janabi in Genf mit Blick auf diese Faktoren. Außerdem stelle es eine Herausforderung dar, die betroffene Region zu erreichen, die 1.700 Kilometer von der Hauptstadt Kinshasa entfernt liege, meinte Janabi.

Eine dringende Sitzung zur Koordinierung mit Gesundheitsbehörden aus dem Kongo, Uganda und dem SĂŒdsudan sowie internationalen Gesundheitsorganisationen ist einberufen worden.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Uganda gab es dort bereits einen ersten Fall. Demnach handelte es sich um einen 59 Jahre alten Mann aus der Demokratischen Republik Kongo, der in einem Krankenhaus in Kampala behandelt wurde und dort am 14. Mai starb. Bei ihm sei die seltene Ebola-Bundibugyo-Variante nachgewiesen worden. Lokale Infektionen seien bislang nicht bestÀtigt. Die Behörden verstÀrkten nach eigenen Angaben Grenzkontrollen, isolierten Kontaktpersonen und aktivierten Notfallteams in gefÀhrdeten Regionen.

Hohe Sterblichkeitsrate

Ebola ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen. Wenn Infizierte nicht sofort behandelt werden, liegt die Sterblichkeit nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei bis zu 90 Prozent. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einem Ausbruch in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. 

In dem zentralafrikanischen Land wurden zuletzt im September 2025 Ebola-FĂ€lle bekannt. Der damalige Ausbruch, bei dem 45 Menschen starben, ereignete sich in der Provinz Kasaï im SĂŒdwesten des Landes und wurde drei Monate spĂ€ter fĂŒr beendet erklĂ€rt. Es handelte sich um den insgesamt 16. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo seit 1976.

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