Studie: Ursprung des Mpox-Ausbruchs liegt lĂ€nger zurĂŒck
03.11.2023 - 06:07:44Der Ursprung des internationalen Mpox-Ausbruchs (vormals Affenpocken) 2022 liegt laut einer Studie schon lĂ€nger zurĂŒck.
Aufgrund einer markanten VerĂ€nderung des Musters und der HĂ€ufigkeit von Mutationen sei anzunehmen, dass der Erreger mindestens seit 2016 unter Menschen zirkuliert, berichten Forschende im Fachjournal «Science». Anhand der Beobachtungen sollte dem Team zufolge etwa der Umgang mit AusbrĂŒchen angepasst werden. Weltweite Ăberwachung sei nötig, wenn man das Virus beim Menschen eliminieren wolle.
Wie die WHO kĂŒrzlich berichtet hatte, stiegen die registrierten Mpox-Fallzahlen in der europĂ€ischen Region zuletzt wieder deutlich an: 229 FĂ€lle seien dort im September beobachtet worden, eine Zunahme um 660 Prozent im Vergleich zu August. In der Hochphase von 2022 gab es in der Region mehr als 8000 registrierte FĂ€lle pro Monat.
Die WHO hob fĂŒr diesen September insbesondere Portugal, Spanien, das Vereinigte Königreich, Deutschland und Irland hervor. Es gebe keine offizielle Information darĂŒber, dass die in diesen LĂ€ndern berichteten FĂ€lle und Cluster mit einem bekannten Event in Zusammenhang stĂŒnden. Ansonsten berichtet die WHO von uneinheitlichen Entwicklungen je nach Region. In Deutschland spielt sich der Ausbruch mittlerweile insbesondere noch in Berlin ab, die dortigen Behörden meldeten rund drei Dutzend Nachweise seit der letzten Juli-Woche.
Mehr als 91.000 Mpox-Infektionen in 115 LĂ€ndern
Mpox sei lange Zeit als Krankheit betrachtet worden, die beim Kontakt mit Nagetieren in West- und Zentralafrika auf Menschen ĂŒbertragen wird, schreibt das Team in «Science». FĂ€lle seien als voneinander unabhĂ€ngige EintrĂ€ge aus dem Tierreich mit anschlieĂend begrenzter Weitergabe unter Menschen behandelt worden. Das sei fĂŒr eine der Mpox-Virus-Kladen bislang auch weiterhin zutreffend, schreibt das Team um Ăine O'Toole von der University of Edinburgh. FĂŒr Klade IIb jedoch seien die meisten FĂ€lle seit 2016 wahrscheinlich das Ergebnis von Mensch-zu-Mensch-Ăbertragung. In zahlreichen Staaten fehle es an Möglichkeiten zum Erkennen von FĂ€llen.
Von Mai 2022 an steckten sich in vielen LÀndern ohne bekannte Reservoire in der Tierwelt unerwartet viele Menschen mit Mpox an - auch in Deutschland. AuffÀllig in damaligen Proben waren zahlreiche Mutationen im Vergleich zu Àlteren Virus-Sequenzen. In der Studie wird die mehrfach erhöhte Mutationsrate als Folge der anhaltenden Auseinandersetzung mit dem menschlichen Immunsystem beschrieben.
Das auffÀlligste Symptom der Krankheit sind BlÀschen und Pusteln auf der Haut. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte wegen Mpox vergangenes Jahr einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Dieser wurde im Mai 2023 wieder beendet, nachdem die Fallzahlen deutlich gesunken waren. Insgesamt erfasste die WHO von Januar 2022 bis Ende September 2023 mehr als 91.000 Mpox-Infektionen in 115 LÀndern und knapp 160 Tote.
Mpox-Viren werden durch engen Körperkontakt ĂŒbertragen. Ăberwiegend betroffen waren im Zuge des Ausbruchs nach WHO-Angaben MĂ€nner, die Sex mit MĂ€nnern haben. Hierzulande wurden laut einer Datenbank des Robert Koch-Instituts insgesamt bislang knapp 3740 FĂ€lle bekannt, davon 3671 im Jahr 2022.


