Einbeinstand, Sekunden

Einbeinstand: Wer 10 Sekunden nicht schafft, hat hohes Sterberisiko

12.06.2026 - 02:22:24 | boerse-global.de

Studien zeigen: Ältere Sportler haben weniger Muskelkater, aber höheres Risiko für Sehnen- und Knochenschäden. Das "Stop X"-Programm soll Knieverletzungen vorbeugen.

Sport ab 40: Neue Trainingsrisiken und Präventionsstrategien
Einbeinstand - Eine Gruppe von Erwachsenen über 40 führt Hüftbeweglichkeitsübungen in einem hellen Studio durch, konzentriert und aktiv. 12.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Muskeln, Sehnen und Gelenke reagieren anders als mit 20. Wer das ignoriert, riskiert nicht nur Verletzungen, sondern langfristig auch chronische Schäden.

Prävention: Das „Stop X“-Programm soll Knieverletzungen verhindern

Knieverletzungen passieren oft ohne Fremdeinwirkung. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) warnt vor allem vor abrupten Richtungswechseln oder falschen Landungen. Ein besonderes Risiko: die X-Bein-Position.

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Der DGOU-Präsident Prof. Dr. Frank Hildebrand wies in einer aktuellen Stellungnahme darauf hin. Zur Prävention wurde das Programm „Stop X“ entwickelt – kostenfrei und gezielt auf Elastizität, Mobilität und Kraft ausgelegt. Das Training soll die Gelenkstabilität erhöhen und Fehlbelastungen entgegenwirken.

Muskelkater? Fehlanzeige. Die wahre Gefahr liegt woanders

Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 im Journal of Aging and Physical Activity hat eine weitverbreitete Annahme widerlegt: Ältere Erwachsene leiden nach dem Training nicht stärker unter Muskelschäden als jüngere. Im Gegenteil – Muskelkater fällt bei ihnen oft schwächer aus.

Doch die Entwarnung trügt. Die eigentlichen Engpässe liegen bei Sehnen, Bändern und Knochen. Sie sind schlechter durchblutet als die Muskulatur. Zudem tritt eine anabole Resistenz auf: Das Zeitfenster für Anpassungsprozesse öffnet sich verzögert. Die Folge: Ermüdungsbrüche und Überlastungsschäden drohen, wenn die Regenerationsphasen nicht angepasst werden.

Der Einbeinstand verrät mehr als jeder Fitnesstest

Die neuromuskuläre Fitness ist ein zentraler Gesundheitsindikator im Alter. Eine Studie aus dem Jahr 2022 im British Journal of Sports Medicine mit 1.702 Teilnehmern zwischen 51 und 75 Jahren zeigt: Wer nicht mindestens zehn Sekunden sicher auf einem Bein stehen kann, hat ein nahezu doppelt so hohes Risiko für einen vorzeitigen Tod.

Der britische Gesundheitsdienst NHS veröffentlichte daraufhin 2023 Richtwerte:

  • 18 bis 39 Jahre: 43 Sekunden
  • 40 bis 49 Jahre: 40 Sekunden
  • 50 bis 59 Jahre: 37 Sekunden
  • 60 bis 69 Jahre: 30 Sekunden
  • 70 bis 79 Jahre: 18 bis 19 Sekunden
  • Über 80 Jahre: mehr als 5 Sekunden

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Bewegungsmangel ist die größte Gefahr – neue Hilfsmittel für die Pflege

Über 60 Prozent der Menschen über 65 in Deutschland bewegen sich zu wenig, so das Robert Koch-Institut. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) veröffentlichte am 11. Juni neue Arbeitsmaterialien für die Langzeitpflege. Sie enthalten 30 Interventionen zur Bewegungsförderung, darunter das Otago-Übungsprogramm und die MAKS-Therapie.

Bei bestehender Arthrose empfehlen Experten eine Kombination aus Gewichtsmanagement, angepasster Ernährung und sanften Bewegungsformen wie Gymnastik oder Yoga. Dass körperliche Vitalität bis ins hohe Alter möglich ist, zeigt ein prominentes Beispiel: Der 82-jährige Mick Jagger trat im Juni überraschend bei einer Musik-Session in Oxford auf und plant für Juli die Veröffentlichung eines neuen Studioalbums.

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