Bevölkerung, Naturschutz

Bevölkerung soll fĂŒr den Naturschutz Vögel zĂ€hlen

09.01.2025 - 05:00:38

Einmal im Jahr nehmen sich Tausende Menschen eine Stunde Zeit, um Vögel zu beobachten. Nicht nur fĂŒr Fachleute sind die dabei gewonnenen Erkenntnisse wertvoll.

Spatz, Meise, Amsel oder Star - welche Vögel sind im Winter hierzulande zu beobachten? Das wollen NaturschutzverbÀnde wissen und bitten dabei die Bevölkerung um Mithilfe. Bei der «Stunde der Wintervögel» können Interessierte von Freitag bis Sonntag (10.-12. Januar) eine Stunde lang die Vögel im Garten, im Park oder vor dem Fenster zÀhlen und melden.

Die Fachleute vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in Berlin und dem Landesbund fĂŒr Vogel- und Naturschutz (LBV) in Bayern erhoffen sich dadurch Erkenntnisse ĂŒber langfristige VerĂ€nderungen in der Vogelwelt. Die Mitmachaktion wurde dem LBV zufolge 2006 in MĂŒnchen ins Leben gerufen, bundesweit gibt es sie seit 15 Jahren. Im vergangenen Jahr beteiligten sich nach Nabu-Angaben rund 130.000 Menschen.

Überraschende GĂ€ste am FutterhĂ€uschen?

Interessant sei unter anderem, welche nordischen GĂ€ste sich an den Futterstellen zeigten, sagte LBV-Expertin Angelika Nelson. In manchen Jahren ziehen Arten wie Erlenzeisig oder Bergfink in großen Gruppen nach Deutschland, wenn Schnee und KĂ€lte es ihnen in den nordischen LĂ€ndern zu ungemĂŒtlich machten. Beobachten lasse sich mitunter auch, dass Zugvögel wie Star und Hausrotschwanz zum Teil im Winter gar nicht mehr in den SĂŒden aufbrechen und stattdessen hierzulande ĂŒberwinterten. 

Bei der Mitmachaktion geht es den NaturschutzverbĂ€nden zufolge nicht um die absoluten Zahlen, da diese mit statistischen Fehlern behaftet sein können. Vielmehr gehe es um langfristige Trends - und darum, Menschen fĂŒr die heimische Vogelwelt zu begeistern. «Nur was man kennt, will man auch schĂŒtzen», sagte Nelson.

@ dpa.de