Musks SpaceX will mit Milliardenverlusten an die Börse
21.05.2026 - 02:31:26 | dpa.de
Vor dem geplanten Rekord-Börsengang von SpaceX zeigen frisch veröffentlichte Zahlen, dass die Weltraumfirma von Tech-MilliardĂ€r Elon Musk Milliardenverluste schreibt. So gab es im vergangenen Jahr rote Zahlen von rund 4,94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18,67 Milliarden Dollar (16 Milliarden Euro). Ein Grund fĂŒr das Minus sind die hohen Kosten fĂŒr die Entwicklung der groĂen Rakete Starship.
An groĂen und gewagten PlĂ€nen fehlt es Musk nicht: Er will den Mars besiedeln, spricht von einer Stadt auf dem Mond und von KI-Rechenzentren im All. Der MultimilliardĂ€r setzt darauf, dass Investoren an seine Visionen glauben werden: SpaceX will bei dem Börsengang Medienberichten zufolge eine Bewertung von rund zwei Billionen Dollar anstreben. Mit demnach erhofften Erlösen von bis zu 80 Milliarden Dollar wĂ€re es der mit Abstand gröĂte Börsengang.Â
Angaben von SpaceX dazu wird es erst spĂ€ter geben. Der Börsengang wird laut Medienberichten fĂŒr Mitte Juni angepeilt. SpaceX hatte die Aktienplatzierung zunĂ€chst vertraulich beantragt, ohne GeschĂ€ftszahlen vorzulegen.
Musk hat die Kontrolle
Tech-MilliardĂ€r Musk kontrolliert SpaceX dem Börsenprospekt zufolge mit einem Stimmrechtsanteil von gut 85 Prozent. Grundlage dafĂŒr sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Laut dem Prospekt wird Musk auch nach dem Börsengang das Sagen haben. Musk ist Chef von SpaceX - und auch des Elektroautobauers Tesla. Aktien der beiden Unternehmen sind die Basis fĂŒr sein Vermögen, das ihn zum mit Abstand reichsten Menschen der Welt macht. Der Finanzdienst Bloomberg schĂ€tzt sein Vermögen aktuell auf rund 667 Milliarden Dollar.
Raketen und KI
SpaceX spielt mit seinen Raketen eine SchlĂŒsselrolle fĂŒr das amerikanische Raumfahrtprogramm. Das Unternehmen betreibt zudem den Satelliten-Internetdienst Starlink. Musk brachte in SpaceX auch seine KI-Firma xAI samt der Online-Plattform X ein. Der Konzern wurde bei dieser Fusion laut Medienberichten insgesamt mit 1,25 Billionen Dollar bewertet.Â
Weitere Details zum SpaceX-GeschĂ€ft, die nun erstmals bekannt wurden:Â
- Im ersten Quartal dieses Jahres schrieb SpaceX einen Verlust von 4,28 Milliarden Dollar bei rund 4,7 Milliarden Dollar Umsatz.
- Starlink ist ein zentraler Geldbringer: Im ersten Quartal stammten aus dem GeschĂ€ft mit Satelliten-Internet Erlöse von 3,26 Milliarden Dollar. Starlink hat inzwischen rund 10,3 Millionen Kunden in 164 LĂ€ndern.Â
- In die Riesen-Rakete Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar. SpaceX geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle FlĂŒge machen kann. Sie soll die Kosten fĂŒr die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, mit denen Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar wird.
- Die KI-Firma Anthropic, die sich jĂŒngst ein ganzes Rechenzentrum von SpaceX mietete, zahlt dafĂŒr 1,25 Milliarden Dollar im Monat. Der Deal lĂ€uft vorerst bis Mai 2029.
Rechenzentren im AllÂ
JĂŒngst gab Musk bekannt, dass xAI kein eigenstĂ€ndiges Unternehmen mehr sei, sondern seine KI-Produkte wie den Chatbot Grok unter der Marke SpaceXAI vermarkten werde. Der MultimilliardĂ€r stellt fĂŒr die Zukunft KI-Rechenzentren im All in Aussicht. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann und die KĂŒhlung im All einfacher ist. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschĂ€digen könne.
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