Elterngeld-Reform, Einsatz

Elterngeld-Reform: 14 Monate nur noch bei hälftigem Einsatz

26.06.2026 - 14:34:56 | boerse-global.de

Bundesfamilienministerin Prien plant Pflicht zur paritätischen Elternzeit für vollen Bezug. Einsparziel: 500 Millionen Euro jährlich.

Elterngeld-Reform: Künftig 14 Monate nur bei hälftiger Aufteilung
Elterngeld-Reform - Ein stilisiertes Sparschwein in Hausform mit Familiensilhouette, überlagert von einem Abwärtstrend-Diagramm, vor einem Bürohintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der volle Anspruch von 14 Monaten soll künftig nur noch bestehen, wenn beide Partner genau sieben Monate Elternzeit nehmen. Das ist Teil eines größeren Sparpakets.

Bisher reichen zwei Monate eines Partners für den Maximalbezug. Künftig wäre die hälftige Aufteilung Pflicht. Ziel: Die Erziehungsarbeit gerechter verteilen und den Bundeshaushalt entlasten. Für 2027 sind Einsparungen von rund 500 Millionen Euro eingeplant.

Der Koalitionsausschuss berät Anfang Juli über die Details. Die Vorgabe kommt von Finanzminister Lars Klingbeil.

Was bleibt gleich?

Die grundlegenden Parameter des Elterngelds ändern sich nicht. Der Satz liegt weiter bei 65 Prozent des Nettoeinkommens. Der Rahmen bleibt zwischen 300 und 1.800 Euro pro Monat. Auch die Einkommensgrenze bleibt stabil: 175.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen.

Digitalisierung als zweite Säule

Anzeige

Die neue Regelung ab 2026 verlangt von beiden Partnern genau sieben Monate Elternzeit – sonst gibt es nur 12 statt 14 Monate Elterngeld. Unser kostenloser Plan zeigt Ihnen, wie Sie die Aufteilung optimal gestalten. Jetzt Elternzeit-Plan anfordern

Parallel zur Reform treibt die Regierung die Modernisierung der Verwaltung voran. Eine zentrale IT-Infrastruktur soll die oft langen Bearbeitungszeiten verkürzen. Das ist Teil eines Pakets mit 60 Modernisierungsschritten von Bund und Ländern.

Ab März 2027 soll das Kindergeld für Bestandsfälle automatisch ausgezahlt werden – ohne erneuten Antrag. Für Neueltern folgt dieser Schritt im November 2027. Eine bundesweite „Deutschland-App“ und eine digitale Brieftasche sind ebenfalls für 2027 geplant.

Der Sparzwang im Hintergrund

Die Elterngeld-Reform ist kein Einzelfall. Bauministerin Verena Hubertz hat bereits Kürzungen beim Wohngeld angekündigt. Ab 2027 soll die Heizkostenpauschale halbiert werden, die Berechnungsformel ändert sich. Einsparung: jährlich über 1,5 Milliarden Euro.

Anzeige

Wer bisher mit zwei Partnermonaten den Maximalbezug erreichte, muss umdenken: Ab 2026 sind sieben Monate pro Partner Pflicht. Unser Rechner hilft Ihnen, die finanziellen Auswirkungen zu verstehen und die beste Strategie für Ihre Familie zu finden. Elternzeit-Rechner jetzt nutzen

Bund und Länder haben zudem eine Finanzreform beschlossen. Ab September 2026 greift das Prinzip der Veranlassungskonnexität. Bei neuen Leistungsgesetzen mit Mehrkosten über 200 Millionen Euro übernimmt der Bund künftig 80 Prozent. Das entlastet die Kommunen mit ihren Milliardendefiziten.

Die Elterngeld-Reform ist also ein Baustein in einem komplexen Gefüge aus Haushaltskonsolidierung, Verwaltungsdigitalisierung und neuen Finanzbeziehungen zwischen den staatlichen Ebenen.

de | wissenschaft | 69633241 |