Elternstress, Kostenfreier

Elternstress: Kostenfreier Impulskurs in Mönchengladbach startet am 5. November

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Drei Termine vermitteln Eltern und Großeltern Wissen zu Stressreaktionen, mentaler Entlastung und individuellen Bewältigungsstrategien.
Ein ruhiger, minimalistischer Raum mit sanftem Tageslicht und einem bequemen Sessel, der eine Atmosphäre von Entspannung vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Der Alltag mit Kindern stellt viele Familien vor erhebliche organisatorische und emotionale Herausforderungen. Um Methoden für mehr Ruhe und Ausgeglichenheit zu vermitteln, bietet das Familienzentrum MoBiLee in Kooperation mit der Familienbildungsstätte (FBS) Mönchengladbach einen dreiteiligen Impulskurs an. Die Einheiten finden am 05.11., 12.11. und 19.11.2026 jeweils von 14:15 bis 15:45 Uhr im Familienzentrum MoBiLee statt.

Das Angebot richtet sich an Mütter, Väter, Elternpaare sowie Großeltern. Eine begleitende Kinderbetreuung ist vor Ort nicht vorgesehen. Die Teilnahme ist kostenfrei, da das Familienzentrum MoBiLee die anfallenden Kosten vollständig übernimmt. Für die Teilnahme ist eine vorherige Anmeldung bei der FBS Mönchengladbach über Frau Freihöver telefonisch unter 02166/186679 oder per E-Mail an tfk.altenbroicher_str@moenchengladbach.de erforderlich.

Physische Stressreaktionen und mentale Entlastung

Inhaltlich gliedert sich die dreiteilige Reihe in spezifische Schwerpunkte: Während der erste Termin die physiologischen Stressreaktionen des Körpers thematisiert, widmet sich der zweite Teil Strategien zur Reduzierung der mentalen Last im Alltag. Die abschließende Einheit fokussiert praxisnahe Methoden zur individuellen Stressbewältigung und Selbstfürsorge.

Dass gezielte Angebote für Erziehende notwendig sind, unterstreichen auch Erhebungen zur familiären Gesundheit. Laut einer im Mai veröffentlichten Studie der R+V-Versicherung fühlt sich ein großer Anteil der befragten Eltern mit minderjährigen Kindern mental stark belastet.

Fachleute weisen darauf hin, wie entscheidend bereits kleine Unterbrechungen sein können. Die Bielefelder Gesundheitswissenschaftlerin Carolin Tarrach rät Eltern dazu, sich im turbulenten Alltag regelmäßig selbst zu fragen, wie es ihnen im aktuellen Moment geht.

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Auch Podcast-Formate widmen sich dem Phänomen schwindender Energiereserven. Kristin Palm führt in ihrem Podcast aus, dass Wutausbrüche von Eltern gegenüber ihren Kindern – besonders in den späten Nachmittagsstunden zwischen 17 und 18 Uhr – meist nicht auf das Verhalten des Nachwuchses zurückzuführen seien, sondern auf einen völlig erschöpften Energiespeicher.

Das Brüllen diene dem Körper als Ventil. Zur Entlastung stellt sie kurze Übungen von unter einer Minute sowie Reflexionsfragen vor. Leonie Ries thematisiert in einer knapp zwanzigminütigen Folge ihres Eltern-Podcasts geführte Meditationen, die insbesondere Müttern helfen sollen, gezielt innere Rückzugsorte anzusteuern und körperliche Anspannung abzubauen.

Strukturelle Ansätze und feste Alltagsrituale

Neben individuellen Methoden rücken strukturelle Fragen der innerfamiliären Organisation zunehmend in den Fokus. Autorin Alexandra Klobouk analysiert in ihrem Buch über partnerschaftliche Elternschaft Aspekte wie gewaltfreie Kommunikation, finanzielle Folgen und die faire Verteilung der mentalen Organisation.

Laut ihren Ausführungen verlieren Frauen durch eine Mutterschaft im Durchschnitt mehr als die Hälfte ihres Lebenseinkommens im Vergleich zu kinderlosen Frauen. Klobouk behandelt zudem die Bedeutung von Netzwerken außerhalb der Kernfamilie sowie den Umgang mit Schlafmangel.

Im unmittelbaren Zusammenleben mit jüngeren Kindern gelten verlässliche Routinen als wirksame Entlastung. Nach Angaben der Fachplattform des Lugert Verlags erleichtern wiederkehrende musikalische Abläufe Kindern im Alter von etwa 1 bis 6 Jahren Orientierung und Übergänge, etwa beim Zubettgehen oder Aufräumen.

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Zudem tragen gezielte Gestaltungselemente des Wohnraums zur Beruhigung bei. Empfohlen werden unter anderem dimmbares Licht, Naturmaterialien, kurze gemeinsam Aufräumeinheiten sowie reizarme Rückzugsbereiche.

Darüber hinaus spielen individuelle Persönlichkeitsmerkmale eine Rolle für das Stresserleben. Die Psychologin Eva Asselmann von der Health and Medical University Potsdam stellte im Rahmen früherer Forschungsarbeiten fest, dass extravertiertere Personen eher Eltern werden.

Treffen unterschiedliche Wesenszüge bei Partnern aufeinander, bedürfen insbesondere introvertierte Personen gezielter Pausen abseits von Lärm und Reizen, um ihre Energiereserven zu regenerieren.

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