Endometriose, Frauen

Endometriose: Frauen mit Regelschmerzen haben 4–5× höheres STI-Risiko

20.06.2026 - 15:12:50 | boerse-global.de

Studien belegen Fortschritte bei pflanzlichen Wirkstoffen gegen Regelschmerzen und nicht-invasive FrĂĽherkennung von Endometriose-Risiken.

Menstruationsforschung: Dill gegen Krämpfe und HPV-Test aus Blut
Endometriose - Eine Hand hält einen Dillzweig, im unscharfen Hintergrund sind medizinische Dokumente und Kräuter zu sehen. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sowohl pflanzliche Wirkstoffe als auch die FrĂĽherkennung mittels HPV-Tests aus Menstruationsblut stehen im Fokus aktueller Studien.

Dill gegen Regelschmerzen?

In der Phytotherapie rückt Dill (Anethum graveolens) als möglicher Ansatz zur Linderung von Menstruationsbeschwerden in den Fokus. Die Pflanze enthält relevante Mengen an Kalzium, Mangan, Eisen sowie Flavonoiden, so Dr. Phung Tuan Giang vom Vietnam Institute for Research and Development of Traditional Medicine.

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Eine Untersuchung der Khon Kaen Universität in Thailand hat die Wirksamkeit pflanzlicher Arzneimittel bei primärer Dysmenorrhoe untersucht. Studien im American Journal of Therapeutics weisen zudem auf antidepressive Eigenschaften von Dillwasserextrakt hin.

Experten mahnen jedoch zur Vorsicht: Während der Schwangerschaft und Stillzeit ist die Anwendung nicht empfohlen. Auch Allergien gegen Doldenblütler und bestehender Diabetes müssen berücksichtigt werden.

Kneipp-Heilkunde auf dem PrĂĽfstand

Parallel dazu wird die wissenschaftliche Einordnung traditioneller Heilmethoden vorangetrieben. Die Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen startet unter der Leitung von Michael Dodel ein Forschungsprojekt zu prämenopausalen und menopausalen Beschwerden.

Ziel ist es, die fünf Säulen der Kneipp-Lehre – Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und Lebensordnung – systematisch auf ihren Nutzen für die Frauengesundheit zu prüfen. Die Lehre ist seit 2015 als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Endometriose-Patientinnen: Höheres Risiko für STI?

Eine im Juni 2026 in PLOS One veröffentlichte Studie aus Japan zeigt signifikante Zusammenhänge zwischen Menstruationsstörungen und sexuell übertragbaren Infektionen. Forscher der Universität Yamanashi werteten Krankenversicherungsdaten von rund 3,4 Millionen Frauen aus.

Das Ergebnis: Patientinnen mit Endometriose oder Dysmenorrhoe – etwa 7,5 Prozent der Stichprobe – wiesen eine vier- bis fünffach höhere Rate an STI-Diagnosen auf. Besonders deutlich war der Unterschied bei Chlamydien-Infektionen.

Während in der Kontrollgruppe lediglich 0,7 Prozent betroffen waren, lag der Anteil bei Frauen mit Menstruationsbeschwerden bei 3,5 Prozent. Bei gesicherter Endometriose stieg der Wert auf 5 Prozent. Die Studienautoren vermuten als Hauptursache die höhere Frequenz von Arztbesuchen und die damit verbesserte Detektionsrate.

HPV-Test aus Menstruationsblut

Bei der Früherkennung gibt es Fortschritte bei weniger invasiven Methoden. Eine im Februar 2026 im BMJ veröffentlichte Studie aus China untersuchte an 3.000 Frauen die Möglichkeit, Menstruationsblut mittels spezieller Pads auf HPV-Viren zu testen.

Das Verfahren weist eine nahezu identische Genauigkeit wie herkömmliche Abstriche auf. Es könnte eine Alternative für Patientinnen darstellen, die klassische Screening-Angebote meiden.

Menstruationsdaten in Krankenakten gefordert

Experten in England fordern bereits seit Juli 2025 eine routinemäßige Erfassung von Menstruationsdaten in elektronischen Krankenakten. Rund 25 Prozent der Frauen in England leiden unter ernsthaften reproduktiven Gesundheitsproblemen.

Informationen über Zykluslänge und Blutungsstärke könnten wichtige Hinweise auf Diabetes, Schilddrüsenstörungen oder das PCO-Syndrom liefern. Aktuelle Zahlen zeigen: Etwa 19 Prozent der Frauen leiden unter starken Regelschmerzen, 40 Prozent unter übermäßigen Blutungen.

Hormone und Schlafqualität

Der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) weist darauf hin, dass der Hormonhaushalt die Schlafqualität in allen Lebensphasen maßgeblich beeinflusst. Dr. Lea-Marie Köhler vom BVF erläuterte, dass insbesondere der Abfall des Progesteronspiegels in der Lutealphase zu Schlafstörungen führen kann.

In der Schwangerschaft steigert ein erhöhter Progesteronspiegel das Schlafbedürfnis. In den Wechseljahren führen Schwankungen von Östrogen und Progesteron häufig zu Unterbrechungen der Nachtruhe. Bei chronischer Insomnie empfiehlt die medizinische S3-Leitlinie eine kognitive Verhaltenstherapie.

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EMS-Training gegen RĂĽckenschmerzen

Physische Trainingsmethoden gewinnen an Bedeutung. Eine Marktstudie zum EMS-Training für 2026 belegt: 74 Prozent der Mitglieder in spezialisierten Studios sind über 40 Jahre alt. Hauptmotive sind neben Muskelaufbau vor allem Rückengesundheit und Lebensqualität im Alter.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat im Juni 2026 die Anforderungen für Disease-Management-Programme bei chronischem Rückenschmerz aktualisiert. Der Fokus liegt verstärkt auf körperlicher Aktivität und dem Abbau von Angst-Vermeidungs-Verhalten.

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