Energiekosten: Strom kostet 37,97 Cent, Gas 11,58 Cent je Kilowattstunde
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 02:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Energiekosten für private Haushalte in Deutschland haben sich in der ersten Jahreshälfte 2026 spürbar verringert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der durchschnittliche Strompreis im ersten Halbjahr 2026 bei 37,97 Cent pro Kilowattstunde, während für Gas durchschnittlich 11,58 Cent pro Kilowattstunde fällig wurden. Trotz dieser kurzfristigen Entspannung bewegen sich die Ausgaben im längerfristigen Vergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.
Entlastung durch Netzentgelte und Umlagenabbau
Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 verzeichnete das Statistische Bundesamt beim Strom einen Rückgang um 6,4 Prozent und beim Gas um 5,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr sanken die Preise für Gas um 4,5 Prozent und für Strom um 4,9 Prozent.
Maßgeblich für diese Entwicklung waren vor allem staatliche Maßnahmen: Neben niedrigeren Netzentgelten durch eine Bezuschussung des Bundes trug auch die Abschaffung der Gasspeicherumlage zur Senkung bei.
Die konkrete Belastung hängt jedoch stark von der Verbrauchsmenge ab. Bei geringem Stromverbrauch unter 1.000 Kilowattstunden lag der Preis im ersten Halbjahr 2026 bei 57,99 Cent pro Kilowattstunde (ein Minus von 2,5 Prozent), während Großverbraucher mit über 15.000 Kilowattstunden 30,55 Cent pro Kilowattstunde zahlten (minus 6,9 Prozent).
Beim Gas zahlten Haushalte mit einem Verbrauch unter 20 Gigajoule 15,17 Cent pro Kilowattstunde (minus 6,1 Prozent), während Verträge über 200 Gigajoule bei 10,92 Cent pro Kilowattstunde lagen (minus 3,5 Prozent).
Im Mehrjahresvergleich bleibt das Niveau dennoch hoch: Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 liegt Strom um 16,4 Prozent und Gas um 80,7 Prozent höher.
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Marktlage und Ausblick auf die Heizperiode
Auf den Beschaffungsmärkten zeigen sich unterschiedliche Tendenzen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur wirkt sich der Iran-Krieg derzeit nicht unmittelbar auf die Strom- und Gaspreise der Haushalte aus. Die Strompreise seien seit mehr als zweieinhalb Jahren stabil; nach einem Rückgang habe es Anfang 2026 einen Anstieg gegeben, wobei Kunden mit Festverträgen kurzfristige Spitzen nicht spürten.
Für Neukunden lag der günstigste Stromanbieter laut Erhebungen von Verivox im Sieben-Tage-Mittel zuletzt bei 30,9 Cent pro Kilowattstunde (basierend auf einer Musterfamilie mit 4.000 Kilowattstunden Strom sowie Verträgen mit zwölf Monaten Preisgarantie abseits der Grundversorgung).
Für die anstehende Heizperiode 2026/2027 zeichnen sich allerdings erneute Teuerungen bei vielen Versorgern ab. Eine Umfrage des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) unter 225 Stadtwerken, die von Anfang August bis Anfang September durchgeführt wurde, ergab, dass 49 Prozent der Unternehmen ihre Strompreise erhöhen wollen, 45 Prozent planen stabile Tarife und 6 Prozent Senkungen.
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Bei den Gaspreisen kündigten 65 Prozent der befragten Stadtwerke Erhöhungen an, bei der Fernwärme 54 Prozent. Als wesentliche Treiber wurden steigende Netzentgelte, Großhandelspreise und bürokratische Vorgaben genannt. Branchenexperten weisen vor diesem Hintergrund darauf hin, bestehende Tarife zu prüfen und Wechselmöglichkeiten zu nutzen.
