Energiesteuer, Autofahrer

Energiesteuer sinkt: Autofahrer sparen bis zu 8,50 Euro pro Tankfüllung

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 21:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt von Oktober bis Dezember 2026. Der geplante Tankpreisdeckel stößt bei Wettbewerbshütern auf Bedenken.

Energiesteuersenkung: Bundesregierung beschließt Entlastung an der Zapfsäule
Eine weitläufige Industrielandschaft mit Raffinerietanks und Rohrleitungssystemen in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt.

Die Bundesregierung hat im September 2026 weitreichende Maßnahmen zur Senkung der Kraftstoffpreise auf den Weg gebracht. Angesichts der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges und der Unterbrechung saudischer Öllieferungen, die den Benzinpreis teilweise über die Marke von 3 Euro pro Liter steigen ließen, zielt das Maßnahmenpaket auf eine unmittelbare finanzielle Entlastung der Verbraucher ab. Das Bundeskabinett beschloss hierzu am 21. September 2026 im Umlaufverfahren eine temporäre Senkung der Energiesteuer.

Rahmenbedingungen und Umfang der Steuersenkung

Die beschlossene Neuregelung sieht vor, dass die Energiesteuer auf Benzin und Diesel im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2026 abgesenkt wird. Die Reduktion beträgt für beide Kraftstoffsorten 14,04 Cent pro Liter.

Unter Berücksichtigung der geringeren Mehrwertsteuer ergibt sich eine rechnerische Entlastung von rund 17 Cent pro Liter. Für die Verbraucher bedeutet dies bei einer Standard-Tankfüllung von 50 Litern eine Ersparnis von bis zu 8,50 Euro.

Die Maßnahme knüpft an eine bereits im Frühjahr 2026 umgesetzte Regelung an, als die Energiesteuer in den Monaten Mai und Juni vorübergehend gesenkt worden war. Der Bund rechnet für das aktuelle Vorhaben mit Steuermindereinnahmen in Höhe von insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro.

Gemäß der Einigung zwischen Bund und Ländern tragen die Bundesländer die Hälfte dieser Ausfälle, wobei die Verrechnung über den Umsatzsteuerfestbetrag erfolgen soll. Am Beispiel Brandenburgs wird deutlich, dass dies zu ungeplanten Haushaltsbelastungen führt; Schätzungen des Ifo-Instituts belaufen sich für dieses Bundesland auf knapp 50 Millionen Euro.

Ausblick auf weiterführende Marktregulierungen

Über die befristete Steuersenkung hinaus plant die Bundeskoalition die Einführung eines Tankpreisdeckels nach Vorbild von Systemen in Luxemburg und Belgien.

Anzeige

Ab dem 1. Oktober sinkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter – mit Mehrwertsteuer rund 17 Cent. Bei einer 50-Liter-Füllung sind das bis zu 8,50 Euro. Doch die Entlastung läuft nur bis zum 31. Dezember, und beim letzten Tankrabatt kam nicht alles an der Zapfsäule an. Jetzt kostenlosen Tank-Ratgeber anfordern

Diese Maßnahme soll spätestens zum 1. Januar 2027 in Kraft treten. Dabei ist kein starrer Höchstpreis vorgesehen, sondern ein gleitendes Maximum, das sich an den Großhandelspreisen orientiert. Das Bundeswirtschaftsministerium wurde beauftragt, die hierfür notwendigen rechtlichen Grundlagen zu entwickeln.

Experten bewerten den geplanten Preisdeckel jedoch differenziert. Die Monopolkommission warnte in einer Analyse, dass ein staatlich festgelegter Höchstpreis in konzentrierten Märkten oft zum Orientierungspunkt für alle Anbieter werde, was den Wettbewerb einschränken und das Risiko von Preisabsprachen erhöhen könne.

Studien zum belgischen Modell deuteten darauf hin, dass die Preise ohne Deckelung unter Umständen sogar niedriger hätten ausfallen können. Auch das Bundeskartellamt äußerte Skepsis und verwies darauf, dass Höchstpreise Fehlanreize setzen könnten.

Analyse der Preisbildung und ergänzende Forderungen

Untersuchungen des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) zeigen, dass die Raffineriemargen zwischen Dezember 2025 und August 2026 deutlich angestiegen sind – bei Benzin um 14 Cent und bei Diesel um 30 Cent pro Liter. Das Bundeskartellamt beobachtet die Preisbildung bereits seit Mai 2026 intensiv und vermutet Marktmanipulationen im Großhandel.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, forderte die Mineralölkonzerne auf, die aktuelle Steuersenkung schnell und vollständig an die Kunden weiterzugeben, räumte jedoch ein, dass eine rechtliche Verpflichtung hierzu schwer durchsetzbar sei.

Anzeige

Die Steuersenkung ist beschlossen – aber ob sie bei Ihnen ankommt, entscheiden die Mineralölkonzerne, nicht das Gesetz. Das Bundeskartellamt mahnt zur vollständigen Weitergabe, eine Pflicht ist kaum durchsetzbar. Unser Ratgeber zeigt, wie Sie die Entlastung selbst kontrollieren und die günstigsten Tankfenster finden. Tank-Strategie jetzt kostenlos sichern

Zusätzlich zur Steuerentlastung fordern Verbände wie der ADAC strukturelle Änderungen. Dazu gehört die Kritik an der seit April 2026 geltenden sogenannten 12-Uhr-Regel, die laut ADAC-Befragungen bei 77 Prozent der Autofahrer keinen preissenkenden Effekt erzielt habe. Analysen des IMK kamen zu dem Ergebnis, dass diese Regelung Benzin sogar um bis zu 6 Cent pro Liter verteuert habe.

Das Umweltbundesamt und das DIW brachten zudem alternative Entlastungsmodelle ins Gespräch, darunter Direktzahlungen an Haushalte mit geringem Einkommen oder verstärkte Hilfen für den Umstieg auf Elektromobilität. Das Bundesfinanzministerium wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass für solche Direktzahlungen noch die Bankverbindungsdaten von rund 80 Prozent der Steuerpflichtigen fehlen würden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70169815 |