Energydrinks, Jugendliche

Energydrinks fĂŒr Jugendliche: EFSA meldet Konsum bei 68 Prozent

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 18:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Deutsche Erhebungen zeigen mehr Energydrink-Erfahrung bei jungen Menschen; Fachleute warnen vor gesundheitlichen Folgen und fordern strengere Regeln.
Ein steriler, leerer Untersuchungsraum in einer Klinik mit einem ausgeschalteten Herzfrequenzmonitor im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Der ErnÀhrungsmediziner und TV-Arzt Dr. Matthias Riedl warnt eindringlich vor dem Konsum von Energydrinks und bezeichnet die Produkte als potenziell tödlich. Dabei verweist er auf dokumentierte FÀlle besonders junger MÀdchen, die nach der Einnahme starben.

Vor allem vor sportlichen AktivitĂ€ten sei der Konsum hochgradig riskant, da Inhaltsstoffe wie Koffein das Auftreten schwerer Herzrhythmusstörungen begĂŒnstigen können. Die Bedenken reihen sich in weltweite Warnungen von Fachgesellschaften und KinderĂ€rzten ein, die strengere Regeln fordern.

Hohe Koffeindosen und kardiovaskulÀre Risiken

US-Medizinexperten weisen darauf hin, dass Energydrinks fĂŒr Kinder und Heranwachsende gravierende gesundheitliche Gefahren bergen und im Einzelfall lebensbedrohlich wirken können. Viele der GetrĂ€nke weisen einen Gehalt von 80 bis 300 mg Koffein pro Portion auf.

Ein derart hoher Pegel kann unregelmĂ€ĂŸigen Herzschlag, erhöhten Blutdruck, Schlaflosigkeit sowie KrampfanfĂ€lle auslösen. ZusĂ€tzliche Gefahren entstehen durch Palpitationen, Übelkeit, Tremor, Dehydrierung, AngstzustĂ€nde und eine mögliche KoffeinabhĂ€ngigkeit. Der hohe Zuckergehalt fördert zudem Adipositas, Insulinresistenz, Typ-2-Diabetes und Zahnerosion.

Die American Academy of Pediatrics empfiehlt MinderjĂ€hrigen daher eine vollstĂ€ndige Abstinenz von Energydrinks. FĂŒr die Altersgruppe der 12- bis 18-JĂ€hrigen wird eine Obergrenze von höchstens 100 mg Koffein pro Tag als Richtwert genannt, wĂ€hrend jĂŒngere Kinder gĂ€nzlich auf Koffein verzichten sollten.

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Zum Vergleich enthĂ€lt eine herkömmliche Tasse Kaffee mit 240 ml etwa 80 bis 100 mg, Softdrinks maximal 50 mg. Fachleute betonen zudem den Unterschied zu elektrolythaltigen SportgetrĂ€nken und raten Eltern, Produktetiketten sorgfĂ€ltig zu prĂŒfen.

Kritik an Sponsoring und Proteste aus der Ärzteschaft

In den Vereinigten Staaten formiert sich auch organisierter Protest gegen die Vermarktung. Eine US-Ärztekoalition forderte nach einer Sponsoringvereinbarung der Marke Monster Energy mit der Hochschulliga Big 12 die Aussetzung des Deals und eine ÜberprĂŒfung der Werbemaßnahmen durch die NCAA.

Die Mediziner verwiesen auf drei TodesfÀlle von Kindern, darunter der Fall des 16-jÀhrigen Davis Cripe aus South Carolina, der 2017 an einer Arrhythmie nach dem Konsum von Energydrinks verstarb.

Die American Beverage Association, die 94 Prozent des US-Marktes vertritt, verweist demgegenĂŒber auf freiwillige Kennzeichnungen und den Verzicht auf ProduktverkĂ€ufe an Grund- und Sekundarschulen. Auswertungen der Monitoring-the-Future-Umfrage verdeutlichen dennoch die Verbreitung im Schulalltag: Demnach greifen 23 Prozent der Highschool-Seniors, 20 Prozent der Juniors und 18 Prozent der AchtklĂ€ssler tĂ€glich zu Energydrinks.

Alarmierende Konsumdaten in Europa

In Europa zeigen Erhebungen der EuropĂ€ischen Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA), dass rund 68 Prozent der Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren bereits Energydrinks konsumiert haben. UngefĂ€hr 12 Prozent gelten als chronische Konsumenten, ein Ă€hnlicher Anteil trinkt große Mengen auf einmal.

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Über die HĂ€lfte der konsumierenden Jugendlichen kombiniert Energydrinks zudem mit Alkohol. In Spanien belegte die Erhebung ESTUDES 2025, dass 38,4 Prozent der SchĂŒler zwischen 14 und 18 Jahren innerhalb eines Monats entsprechende GetrĂ€nke nutzten; 15,2 Prozent mischten diese im selben Zeitraum mit Alkohol.

Forscherin Gema Aonso von der UniversitĂ€t Deusto stellte einen Zusammenhang zwischen frĂŒhem Konsum vor dem 14. Lebensjahr und spĂ€terem Substanzkonsum fest, betonte dabei jedoch den Querschnittscharakter der Daten ohne direkten KausalitĂ€tsnachweis.

In Deutschland belegen Daten des PrĂ€ventionsradars aus den Schuljahren 2020/21 bis 2025/26 bei 107.413 befragten SchĂŒlern mit einem Durchschnittsalter von 12,9 Jahren einen deutlichen Zuwachs. Der Anteil der 9- bis 12-JĂ€hrigen mit Konsumerfahrung stieg um 16,4 Prozentpunkte auf 46,0 Prozent, bei den 13- bis 15-JĂ€hrigen um 11,6 Prozentpunkte auf 71,7 Prozent.

RegelmĂ€ĂŸig trinken 13,0 Prozent der Kinder und 33,2 Prozent der Jugendlichen mindestens monatlich Energydrinks, 19,2 Prozent der Jugendlichen wöchentlich. TĂ€glich konsumieren 1,9 Prozent der Kinder und 6,1 Prozent der Jugendlichen die Produkte.

TÀglicher Konsum korreliert demnach mit der Einnahme von Nikotin, Alkohol und Cannabis sowie höherer Bildschirmzeit und psychischen AuffÀlligkeiten. Angesichts dieser Entwicklungen fordern italienische Fachleute unter Verweis auf die Risiken von Koffein, Taurin und Zucker ein Verkaufsverbot der GetrÀnke an MinderjÀhrige.

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