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Entra Agent ID: Microsoft erweitert Erkennung auf rund 60 Agententypen

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 18:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Microsoft führt aufgabengebundene Zugriffe, Risikoüberwachung und Erkennung für autonome Agenten ein; mehrere Funktionen sind noch in der Preview.
Dunkler, modern gestalteter Serverraum mit metallischen Schaltschränken in einer industriellen Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Am 19. Oktober 2026 kündigte Microsoft neue Sicherheitskontrollen im Rahmen von Microsoft 365 E7 für autonome Agenten an. Die neuen Funktionen sollen Unternehmen dabei unterstützen, die wachsende Zahl an KI-gestützten Assistenten und Automatisierungen in Firmennetzwerken abzusichern und deren Risiken einzudämmen. Berichte von Branchenmedien wie eyeon.ai und incityrock.com griffen die Details zum Monatsende auf.

Dynamische Zugriffsrechte und risikobasierte Kontrollen

Im Zentrum der neuen Sicherheitsarchitektur steht das Konzept der Dynamic Permissions. Statt wie bisher Berechtigungen statisch von menschlichen Nutzern zu erben, erhalten autonome Agenten damit künftig ausschließlich aufgabenspezifische und zeitlich begrenzte Zugriffsrechte. Ergänzt wird dieser Ansatz durch Dynamic Agent Risk und Dynamic Conditional Access.

Dieses risikobasierte Kontrollsystem ermöglicht es Sicherheitsverantwortlichen, Berechtigungen je nach Bedrohungslage flexibel anzupassen. Erkennt das System ein erhöhtes Risiko, kann der bedingte Zugriff den Aktionsradius des Agenten einschränken, potenziell gefährliche Aktionen automatisch blockieren oder das vollständige Stoppen des Agenten veranlassen. Zudem sieht das System vor, dass riskante Entscheidungen einer manuellen Freigabe durch menschliche Administratoren bedürfen.

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Microsoft Defender und Entra Agent ID erfassen Dutzende Agententypen

Um Schatten-KI und unbekannte Agenten im Unternehmensnetzwerk sichtbar zu machen, erweiterte Microsoft die Erkennung in Entra Agent ID. Die Discovery-Funktion wurde um rund 35 weitere lokale Agententypen ausgebaut und deckt nun insgesamt rund 60 verschiedene Typen ab.

Auch Microsoft Defender erkennt inzwischen bis zu 60 Agententypen, darunter Entwickler- und Codierungswerkzeuge wie Claude Code, OpenAI Codex, GitHub Copilot sowie OpenClaw. Das Sicherheitssystem begrenzt den Daten- und Systemzugriff dieser Tools und passt Berechtigungen aufgabenbezogen an.

Überwachung durch Guardian Agents und Branchenallianz

Zur fortlaufenden Kontrolle unternehmenseigener Systeme setzt der Konzern auf sogenannte Guardian Agents sowie spezialisierte Playbooks im Rahmen von Project Perception. Diese überwachen Risikoänderungen bei aktiven KI-Agenten und können automatisiert Gegenmaßnahmen einleiten. Mehrere Komponenten dieser neuen Sicherheitsarchitektur befinden sich gegenwärtig noch in der Preview-Phase.

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Die Notwendigkeit strenger Kontrollmechanismen begründet Microsoft mit den inhärenten Eigenheiten moderner KI-Systeme. Sicherheitschefin Hayete Gallot erklärte, sogenannte Frontier-Modelle seien unabhängig von ihrer Herkunft nicht grundsätzlich vertrauenswürdig. Die Modelle seien nicht bösartig, verhielten sich jedoch unvorhersehbar und folgten keinen festgelegten Organisationsnormen.

Microsoft-CEO Satya Nadella warnte in einem Blogbeitrag davor, autonome Agenten als potenzielles Insider-Risiko zu unterschätzen. Der Bedrohungsakteur könne im praktischen Alltag das eigene Unternehmen beziehungsweise dessen eingesetzte Software sein.

Unternehmen dürften die Verantwortung für Sicherheit und Betrieb nicht einfach an externe KI-Labore auslagern. Neben den eigenen Kontrollmechanismen engagiert sich Microsoft als Gründungsmitglied an Nvidias Open Agent Safety Platform, einer Sicherheitsinitiative, an der sich über 100 Technologieunternehmen beteiligen.

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