Entzündungshemmende Ernährung: 28 Gramm Ballaststoffe täglich empfohlen
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 16:03 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Fachvortrag des VdK Ortsverbands Innen-Südwest und Mühlburg widmet sich der Frage, wie eine gezielte Lebensmittelauswahl chronischen Entzündungen entgegenwirken kann. Unter dem Titel „Gesundheit beginnt auf dem Teller – entzündungshemmend essen, Wohlbefinden stärken!“ vermittelt die Karlsruher Wissenschaftsjournalistin und Gesundheitscoach Regina Kratt praktische Ansätze für den Alltag.
Im Zentrum steht eine Ernährung ohne komplizierte Diäten. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich nicht nur an Mitglieder, sondern steht allen Interessierten offen; Anmeldungen nimmt der VdK Kreisverband Karlsruhe per E-Mail unter kv-karlsruhe@vdk.de oder telefonisch unter 0721 359799 entgegen. Das Thema berührt zugleich ein breit erforschtes Feld der modernen Ernährungsmedizin.
Das Ernährungsmuster als Basis gegen stille Entzündungen
Wissenschaftliche Analysen von Institutionen wie Harvard Health betonen regelmäßig, dass kein einzelnes Nahrungsmittel alleine vor Entzündungen schützt. Ausschlaggebend sei vielmehr das gesamte Ernährungsmuster. Chronische Low-Grade-Entzündungen stehen in engem Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes.
Entscheidend sei das Prinzip der Substitution statt bloßer Addition: Raffinierte Getreideprodukte lassen sich durch Vollkorn wie Hafer, Bulgur oder braunen Reis ersetzen. Zudem liefern fettreiche Fische wie Lachs, Makrele oder Sardinen wertvolle Omega-3-Fettsäuren, während Hülsenfrüchte und Nüsse den Speiseplan sinnvoll ergänzen.
Auch der Zellbiologe Stephan Barth verweist auf die Vorzüge einer mediterranen oder nordischen Kost. Er warnt zugleich vor dem Ziel, das Immunsystem künstlich zu stärken: Eine dauerhaft überschießende Aktivierung könne Allergien und Autoimmunerkrankungen begünstigen.
Für die normale Funktion der körpereigenen Abwehr nennt Barth zehn Mikronährstoffe mit wissenschaftlich beschriebenem Bezug: Vitamin A, C, D, B6, Folsäure, B12 sowie Zink, Selen, Eisen und Kupfer. Bei ausreichend versorgten Personen bringe eine Nahrungsergänzung jedoch keinen überzeugenden Zusatznutzen.
Was haben Gelenkschmerzen, Blutzuckerspitzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort steckt in einem kostenlosen Ratgeber, der bereits tausende Deutsche beim Kampf gegen stille Entzündungen unterstützt hat. Kostenlosen Ratgeber zur antientzündlichen Ernährung herunterladen
Barth gibt zudem zu bedenken, dass Vitamin D bei einer Überdosierung toxisch wirken kann und hohe Zinkmengen die Aufnahme von Kupfer beeinträchtigen. Vitamin C und Zink könnten allenfalls den Verlauf einer Erkältung geringfügig verkürzen.
Rolle des Darms und Risikofaktoren im Alltag
Die Bedeutung der Darmflora für entzündliche Prozesse unterstreichen auch Fachleute aus der Gastroenterologie. Paolo Gionchetti von der Universität Bologna empfiehlt insbesondere bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eine mediterrane Ernährungsform als antientzündliche Basis.
In Italien gibt es rund 250.000 Betroffene, wobei Prognosen von einer Verdopplung der Zahlen binnen 10 bis 20 Jahren ausgehen. Gionchetti rät dazu, ultraverarbeitete Lebensmittel, raffinierten Zucker, zuckerhaltige Getränke sowie rotes und verarbeitetes Fleisch zu meiden.
Bei akuter Erkrankung könnten Mängel an Eisen, Folsäure, Vitamin B12 und Vitamin D auftreten, die ärztlich verordnet ausgeglichen werden sollten. Weltweit leiden mindestens 4 Millionen Menschen an CED; in Deutschland sind bis zu 600.000 Betroffene erfasst, bei jährlich rund 10.000 Neudiagnosen.
Wer sich mit der Entzündungshemmung beschäftigt, sollte auch die eigenen Vitalstoff-Werte im Blick behalten. Erfahren Sie in diesem kostenlosen 25-Seiten-Report, welche Laborwerte wirklich wichtig sind und wie Sie Mängel frühzeitig erkennen können. Gratis-Report: Laborwerte-Selbstcheck jetzt sichern
Einen weiteren zentralen Faktor stellt die Zufuhr von Ballaststoffen dar, die nützliche Darmbakterien nähren. Laut offiziellen Empfehlungen sollten Erwachsene mindestens 28 Gramm täglich aufnehmen – viele Menschen erreichen jedoch nur etwa die Hälfte dieser Menge. Gemüse wie gekochter Butternusskürbis liefert pro Tasse rund 7 Gramm, Brokkoli etwa 5 Gramm und eine halbe Tasse Haferflocken circa 4 bis 5 Gramm.
Zusätzlich mahnen Fachleute zur Mäßigung beim Salzkonsum: Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt für Erwachsene maximal 5 Gramm Salz täglich. Etwa 70 bis 80 Prozent des täglichen Konsums stammen aus verarbeiteten Industrieprodukten wie Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichten.
Auch gesättigte Fettsäuren und Transfette gelten als Treiber von Arteriosklerose und ungünstigen Cholesterinwerten. Eine gezielte Umstellung auf naturbelassene Lebensmittel bietet somit vielfältige Ansatzpunkte, um Entzündungen zu dämpfen und das Wohlbefinden nachhaltig zu stärken.
