Entzündungsmarker IL-17: Curcumin senkte den Wert bei COPD um 72 Prozent
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 21:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deBei der Behandlung chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) rücken antientzündliche Wirkstoffe aus Naturstoffen verstärkt in den Fokus der klinischen Forschung.
Eine auf der Fachtagung CHEST 2026 in Phoenix vorgestellte Studie liefert nun neue Erkenntnisse zur Häufigkeit akuter Krankheitsschübe: Unter der Gabe von Curcumin verzeichneten COPD-Patienten einen deutlichen Rückgang von Exazerbationen.
Vor Beginn der Untersuchung lag die Rate bei 1,65 Ereignissen pro Patient in der Verum-Gruppe und bei 1,26 unter Placebo (P=.036). Im Zeitraum zwischen Tag 14 und Tag 60 sank dieser Wert unter Curcumin auf 0,35 im Vergleich zu 0,71 in der Kontrollgruppe (P=.025). Nach sechs Monaten betrug die Exazerbationsrate 0,59 gegenüber 1,03 in der Placebogruppe (P=.006).
Die dreifach verblindete, randomisierte und kontrollierte Untersuchung wurde von Oktober 2025 bis Juli 2026 am Dr. H. Abdul Moeloek General Hospital in Bandar Lampung in Indonesien durchgeführt.
An der Studie nahmen 68 Männer mit COPD teil, von denen 34 über einen Zeitraum von 60 Tagen täglich 1 g Curcumin und 34 ein Placebo einnahmen. Die Studie kam ohne externe Finanzierung aus, unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet.
Neben der Verringerung der Krankheitsschübe reduzierte Curcumin den primären Endpunkt, das Entzündungszytokin Interleukin-17 (IL-17), von einem Ausgangswert von 72,03 pg/mL auf 20,08 pg/mL an Tag 60, was einem Rückgang um 72 Prozent entspricht. In der Placebogruppe stieg der Wert von 42,22 auf 103,95 pg/mL an.
Wer sich mit dem Einfluss von Entzündungen auf die Gesundheit befasst, sollte die Rolle einer gezielten Ernährung nicht unterschätzen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt, welche 12 Lebensmittel als natürliche Entzündungs-Killer fungieren und wie Sie Ihren Körper sanft unterstützen können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung sichern
Parallel dazu besserten sich die klinischen Beschwerden: Der auf einer Skala von 0 bis 5 erfasste Husten-Score sank in der Curcumin-Gruppe von 3,79 auf 1,94 an Tag 60, während die Kontrollgruppe bei 3,82 lag (P<.0001). Der Dyspnoe-Score verringererte sich von 3,44 auf 1,56 gegenüber 3,56 unter Placebo (P<.001).
Experimentelle Befunde bei Autoimmunreaktionen und Stoffwechsel
Auch in anderen Bereichen der Entzündungsforschung werden Curcumin-Verbindungen analysiert. Eine im Iranian Journal of Allergy, Asthma and Immunology veröffentlichte Laboruntersuchung an Blutproben von 24 Personen mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) und 15 Gesunden zeigte, dass eine Kombination aus Vitamin D und Curcumin CXCR3-, CCR4- und CCR6-tragende T-Zell-Populationen stärker reduzierte als jede Einzelsubstanz.
Bei Proben während eines Schubs sank zudem die Dichte von CXCR3- und CCR6-Rezeptoren auf CD4-T-Zellen. Aufgrund des experimentellen Designs und kleiner Fallzahlen bewerten Forscher dies vorerst nur als theoretischen adjuvanten Ansatz.
Zurückhaltender fällt die Bewertung bei Stoffwechselerkrankungen aus. Eine systematische Übersicht von RingkasMedis verdeutlicht, dass metabolische Effekte bei Prediabetes stark von der jeweiligen Formulierung abhängen und die Gesamtevidenz weiterhin niedrig bleibt.
Gelenkbeschwerden, Dosierung und gesundheitliche Risiken
Hinsichtlich degenerativer Gelenkerkrankungen ergab eine im Mai veröffentlichte Übersichtsarbeit im Daily Mile Hinweise darauf, dass Curcumin Schmerzen bei Arthrose lindern und die Gelenkfunktion verbessern kann, in Teilen vergleichbar mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Mögliche positive Effekte zeigen sich ab rund 160 mg Curcumin.
Gelenkschmerzen und Entzündungsprozesse sind für viele Betroffene eine tägliche Herausforderung, die über die Ernährung hinaus eine direkte Entlastung erfordert. Eine bebilderte Anleitung zeigt nun, wie Sie mit einer einfachen Methode der traditionellen Medizin gezielte Druckpunkte zur Schmerzlinderung aktivieren. Kostenlosen Arthrose-Druckpunkt-Guide herunterladen
Zum Vergleich: Ein Teelöffel Kurkumapulver enthält etwa 100 mg Curcumin. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit stuft eine Tagesdosis von bis zu 210 mg für Erwachsene als sicher ein. Der Zusatz von Piperin kann die Bioverfügbarkeit schätzungsweise um das bis zu 20-Fache steigern. Fachleute betonen jedoch, dass Curcumin verschriebene Medikamente nicht ersetzen kann.
Breitere Belege lieferte eine systematische Übersicht und Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 über 66 randomisierte klinische Studien: Curcumin- und Kurkuma-Präparate führten zu statistisch signifikanten Senkungen von CRP, TNF-alpha und IL-6, beeinflussten jedoch nicht sämtliche Entzündungsmarker.
Zudem sind Risiken dokumentiert: Bei hochdosierter Langzeiteinnahme können Übelkeit, Bauchbeschwerden und Durchfall auftreten; bei hochkonzentrierten Curcumin-Supplementen wurden vereinzelt Leberschäden beobachtet.
Für eine kombinierte Einnahme von Kurkuma und Ingwer fehlen bislang belastbare klinische Belege, wenngleich eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2020 über 16 Studien mit 1.010 Teilnehmenden für reine Ingwer-Präparate eine Senkung von CRP, hs-CRP und TNF-alpha nachweisen konnte.
